Hans-Jürgen Mottschall

Modellbau

Besuch auf dem C-Weltwettbewerb (13. -20.07.2002) in Hannover/Laatzen.

Vor einiger Zeit, ich war zu dem Zeitpunkt noch amtierender Weltmeister der Klasse - F2a -, anlässlich einer Ausstellung des HMSB im Leine-Center, hatten wir, der HMSB-Vorstand Helmut W. und ich, ein Gespräch mit dem Leine-Center-Manager Herrn H. H.. Hier ging es um einen eventuellen C-Weltwettbewerb im Center. Dieses einstündige Gespräch verlief aus meiner Sicht schon recht positiv, wurden doch die wichtigsten Modalitäten wie anfallende Kosten, Schiedsrichterbestallung, Vitrinen usw. angesprochen und wohlwollend abgenickt. Nachdem jetzt H. W. von dieser Seite grünes Licht bekommen hatte, bemühte er sich, wie man sieht, erfolgreich um diesen C-Weltwettbewerb. Hut ab vor dieser Leistung, egal wie der eine oder andere Teilnehmer oder Besucher es auch sehen mag!!!

Zehn Tage vor Beginn der Veranstaltung bekam ich prompt eine Einladung zur Eröffnung der Weltmeisterschaft im Center. Ich war etwas verwundert, dass hier auf einmal die Rede von einer Weltmeisterschaft war, heißt doch eine C-Veranstaltung auf dieser Ebene "C-Weltwettbewerb"! Ich denke, hier hätten die verantwortlichen regelfesten Funktionäre, rechtzeitig für Klarheit sorgen müssen. Sind doch gerade in der Vergangenheit um die offiziellen Titel solcher Veranstaltungen wahre Glaubenskriege entbrannt! Zur Richtigstellung gehört auf jeden Fall: Auf einer M- (Rennbootklassen) oder NS-Klassen- (alle Fahrklassen) Weltmeisterschaft gibt es den offiziellen Titel des Weltmeisters! In den C-Weltwettbewerben werden nur Diplome der Leistungsstufen verteilt!

Da ich leider schon einen anderen Termin hatte, konnte ich leider erst am Montag, den 15.07.02 zu einem Besuch des C-Weltwettbewerbs starten. Dass ich bei meiner Ankunft viele alte Freunde und Bekannte, nationale wie internationale, begrüßen konnte, war mir eine besondere Freude. Dass ich mich in diesen Kreisen sehr wohl fühlte, muss ich wohl nicht besonders erwähnen. Im Nu waren doch einige Stunden in diesen Kreisen vergangen und auf die Fragen, warum ich nicht Teilnehmer bin oder Schiedsrichter, verwies ich immer wieder auf die so genannte Arbeit der Funktionäre. Leider wird aus meiner Sicht Kritik, ob berechtigt oder nicht, nur hinter hervor gehaltener Hand geübt, ein Vorwurf, den ich so manchem Modellbauer mache! Bei all diesen Gesprächen verging die Zeit wie im Fluge, und es wurde allmählich Zeit für einen Rundgang durch die Ausstellung.

Beim ersten Rundgang durch das Center fiel mir allerdings auf, dass nicht ein Jugendlicher in den gesamten Klassen vertreten war. Frage an die verantwortlichen TK - Funktionäre: Warum sind wider besseren Wissens überhaupt die Klassen für Junioren geschaffen worden? War nicht einmal der Aufruf ergangen, die Klassen zu reduzieren?

Doch nun zu den Klassen. Die C1-Klasse (nicht maschinell angetriebene Modelle) bestand aus 38 Modellen. Hier waren zum Teil schon mir bekannte, aber auch ganz neue Modelle vertreten. Besondere Prunkstücke waren hier, um nur einige zu nennen: VICTORY aus China, die GOTO PREDESTINATIA aus der Ukraine und die LA RENOMMEE aus Italien. Auch Günter Pf. mit seiner LA SALAMANDRE gehörte für mich zu recht auf den Goldmedaillenrang.





Kl. - C 1 - "LA SALAMANDRE" 1:48 v. Günther P. (D)

 

Ich denke, durch die Vielfalt der Maßstäbe und Schiffstypen hatten die Bauprüfer es auch hier besonders schwer, das richtige Augenmaß und somit die entsprechende Wertung zu finden. Hier, wie auch in den übrigen Klassen, stellte ich mir hin und wieder die Frage, wie sich so manches Modell für so einen Weltwettbewerb qualifizieren konnte! Für mich ist allerdings immer wieder ein Rätsel, dass hier Bauprüfer aus der C2-Klasse (maschinell angetriebene Schiffsmodelle) und umgekehrt C1-Leute (Historiker) in C2-Klassen werten! Wer ein bisschen vom Modellbau versteht, wird sicherlich zu dem gleichen Schluss kommen. Die deutsche Auswahl hat in dieser Klasse 1x Gold-, 2x Silber- sowie 1 Bronzemedaille gewonnen. Meine Frage ist: Wo sind all unsere C1-Modellbauer geblieben?

 

 

In der C2-Klasse (maschinell angetriebene Modelle) mit 43 ausgestellten Modellen waren wieder einmal die Modellbauer aus China mit ihren inzwischen in die Jahre gekommenen Mannschaftsmodellen YUANWANG III, und die beiden HUJIULAO III angetreten. Mir fällt es immer wieder schwer, unterschiedliche Baupunkte zu den Großmodellen zu erkennen, sind doch nur allzu deutlich die so genannten Serienarbeiten zu erkennen. Außerdem sind hier doch inzwischen auch ganz erhebliche Verschleißerscheinungen wie Rostbildung, fahrbetriebbedingte Spuren und inzwischen auch recht unsauber gewordene Ecken erkennbar. Von daher ist wohltuend zu vermerken, wenn dann ein Schlachtschiff wie die von dem russischen Modellbauer Igor G. gebaute SLAVA in der Reihenfolge der Spitzenmodelle auf dem zweiten Platz eingestuft wurde.

 

 

 



Kl. - C 2 - "HIJIULAO III" Jianzhong  Xiao (TJ) Baupunkte 100

Wo viel Sonne ist, gibt es bekanntlich auch Schatten! Da ich mir gerade diese Klasse sehr genau ansah, kann ich jetzt, wo die Ergebnisliste sehe, nur noch den Kopf über einige Schiedsrichter bzw. die Endergebnisse der Modelle schütteln! Mit Sicherheit ist der Modellbauer nicht mit jedem Punkt einverstanden, wenn jedoch kleine niedliche Schiffchen mit detailgespickten Schiffsriesen mit dem 6 bis 8 x so großen Aufwand, die obendrein von der baulichen und maßstäblichen Qualität auch noch übertreffen, so hoch gewertet werden, darf jedoch zu Recht Unmut auftreten! Auch hier stellte ich ein altes Übel in der Bauprüfung fest. Wird doch in keiner Weise der Umfang und damit automatisch der Schwierigkeitsgrad der Arbeit bedacht! Meine Auffassung zu den Bauprüferleistungen sind mal grob gesagt (man verzeihe mir bitte den Vergleich), auch hier wurde wieder versucht, Gartenlauben mit Kathedralen auf einen Nenner zu bringen. Entgegen den Regeln überboten sich einige Bauprüfer in der Fehlersuche am gerade zu wertendem Modell! Übrigens ein Übel, weshalb ich eine eigene Meinung zu Schiedsrichterleistungen habe.

Kl. - C 2 - "VIKAR" 1:75 v. A. R. (UZB)


"PRINCE HENRY" 1:100 v. Martin van G. (NL)


Dass der so genannte Goldmedaillenregen nicht für deutsche Mannschaft eingetreten ist, hat ja zum einen etwas mit der neuen Abstufung der Ränge, dem fantastischem Regelwerk der NAVIGA und zum anderen mit dem Ausstieg einiger Spitzenmodellbauer zu tun. Immerhin hat unsere Mannschaft aber noch 2 ? x Gold-, 6 x Silber- und 3 x Bronzemedaillen gewonnen.

In dieser Klasse bot der nauticus die jeweils pro Nationen zugestandenen 12 Schiffsmodelle auf, wie auch immer! Ausgerechnet auch hier belegte (so wie schon in C1) ein deutscher Teilnehmer den letzten Platz. Persönlich bedauere ich unsere verpasste Gelegenheit, gerade in Deutschland unseren chinesischen Modellbaukollegen einmal unsere gesamte Modellbaustärke zu demonstrieren. Andere ausrichtende Nationen haben da offensichtlich ein anderes, mehr auf den Modellbau bezogenes Denken! Das sollte aber auf keinen Fall soweit gehen, dass geltende Regeln wissentlich übergangen werden.

Hat man sich ja im Laufe der Zeit schon daran gewöhnt, dass der nauticus nicht dem Verband angeschlossene Modellbauer zu solchen WM vor anderen Verbandsangehörige nominiert, muss ich jedoch zu folgendem Fall einmal klar Stellung beziehen. Dass es mir als Sportler und ehemaliger Wettbewerbsteilnehmer schwer fällt, über diesen empörenden Fall zu schreiben, muss ich wohl nicht extra erwähnen. War doch von je her mein oberstes Gebot, erforderliche geltende Regeln zu beherrschen, die ja zwingend für Wettbewerbe und Modellbauprüfungen erforderlich sind und hundertprozentig einzuhalten!

Kl. - C 2 - "ROSTOCK" 1:100 v. T. G. (D) 74,33 Baupunkte


Kann so ein niedliches kleines Schiff in dieser Kl. wirklich auf 86,66 Baupunkte kommen?


Es kann doch nicht sein, dass der nauticus - Teilnehmer H-J. B. mit dem Modell HERMES SCAN, das in Liege (B) 1983 eine Silbermedaille, in Rastatt 1985, Rouen (F) 1987 und Ostberlin 1989 jeweils Goldmedaillen erhalten hatte, hier, durch die direkte Nachnominierung des nauticus - Präsidenten angemeldet wurde! Es ist für mich erstaunlich zu sehen, dass offenbar inzwischen auch neben den offiziellen Regeln (NAVIGA- und nauticus) auch die M.-Bedarfsregeln diese deckeln. Hier wird doch der Eid der Wettbewerbsteilnehmer  und Schiedsrichter zur Farce abgestempelt! Da dieses von unserem Clubkollegen Dirk Hamann angesprochen wurde, überprüfte der Landesgruppengeschäftsführer Nord Uwe J. den Modellmeßbrief und musste feststellen, es war ein neuer Modellmeßbrief mit nur einer Eintragung der Landesgruppe Nord vorhanden. Ich möchte wirklich nicht die entsprechende Regeln für einen erneuten Modellmessbrief herunterbeten, ich denke, die sollte jeder Funktionär zumindest nachlesen können. Schon bei der Eintragung auf der Gruppenmeisterschaft hätte dieses auffallen müssen, oder ist das Modell nicht bekannt? Bei der Registrierung zur C-Weltmeisterschaft wurde es natürlich auch nicht bemerkt, dass weder der Modellmeßbrief unterschrieben noch entsprechend abgestempelt war! Ich frage mich, was darf eigentlich noch alles passieren, bis unsere Funktionäre endlich die geltenden Regeln lernen, begreifen und umsetzen. Ich stelle fest, dass unser ehemals so herrlicher, auch ernsthafter Modellbau allmählich in die Lächerlichkeit abrutscht! Ich denke, das hat unser Hobby nun wirklich nicht verdient! Mir als Nominierten und Sportler wäre es peinlich solch eine errungene Medaille anzunehmen! Zumal, wenn ich darauf aufmerksam gemacht worden bin! Ich möchte nicht wissen, wie speziell unsere scheinheiligen moralistischen Funktionäre reagiert hätten, wenn ein Hamburger Clubangehöriger diese Unsportlichkeit begangen hätte? Ganz sicher wäre er disqualifiziert und mit einer so genannten Verbandssperre belegt und die Medaille aberkannt worden. Gespannt bin ich auf jeden Fall, ob nun ganz konsequente Verbandssperren gegen H.- J. B. und D. M. ausgesprochen werden und für wie lange? Haben doch gerade in der Vergangenheit unsere Verbandsfunktionäre mit scheinheiligen Beteuerungen bis hin zu Verleugnungen, Sperren verhängt! Da alle anwesenden, zuständigen NAVIGA- und nauticus - Funktionäre, davon Kenntnis bekamen, bin ich auf deren Reaktionen gespannt. Immerhin geht es hier um den Betrug der übrigen Wettbewerbsteilnehmer, einen gefälschten Messbrief und nicht berechtigte Nachnominierung durch den nauticus - Präsidenten! Dass der nauticus - Präsident ja sogar auf internationaler Ebene als Schiedsrichter eingesetzt ist, macht das Ganze nur noch schlimmer, zeigt sich doch hier seine ganze Sportlichkeit!

Die C 3a/b/c/d -Klassen (Schnittmodelle, Anlagen usw....) war mit 45 Modellen die stärkste Klasse. Da diese Klasse aber in vier Untergruppen aufgeteilt ist, wussten doch einige Besucher bzw. Teilnehmer bei dem ganzen Klassensalat gar nicht mehr, wer wo einzuordnen ist. In dieser Gruppe zählten in meinen Augen das chinesische Modell BEIDOU, ein Fischereifahrzeug. Da ich dieses Modell schon sehr lange kenne, würde ich zu gerne alle Modellmessbriefe dieses Modells einsehen. Die von G. Pflaum gebaute Fregatte der VIII LA RENOMMEE sowie Paul Ch. aus Frankreich mit seiner PROVENZALE DE NOGSCE neben einigen anderen Modellen zu den absoluten Highlights dieser Klassen. Das deutsche Team hat in dieser Kl. 2x Gold- sowie 3x Silbermedaillen gewonnen.



Kl. - C 3 - "BEIDOU" 1:60 v. Zhikang Wu (CHN)

Die C 4a/b/c/d -Klassen (Modelle kleiner als 1:250 im Maßstab) brachte mit 30 Modellen mit zum Teil hervorragender Qualität, etliche neue Modelle in dieser Klasse ein. Leider auch hier wieder der Klassensalat, so dass am Ende fast jeder wieder mit einer Medaille nach Hause ging! Hier war eine sehr sauber gebaute Flotte aus dem osteuropäischen Raum zu verzeichnen, die, wenn ich so diese Liste anschaue, auch mindestens so gerecht eingestuft wurde! Der polnische Modellbauer G. T. stach hier besonders in den Klassen mit dem Flugzeugträger VICTORIOUS und dem Landungsboot NORMANDIE VI. 1944 hervor. Die chinesischen Modellbauer räumten natürlich auch hier wieder ganz entscheidend ab. Unsere deutsche Mannschaft musste sich hier mit 3 Silbermedaillen zufrieden geben.

Die C 5-Klasse (Buddelschiffe) mit 11 Modellen, wurde durch 7 chinesische Modelle, 3 französische sowie ein ukrainisches Modell bestückt. Dass die ersten 7 Plätze natürlich von den Chinesen belegt wurden, ist ja schon selbstverständlich. Ich muss allerdings auch sagen: zu Recht! Egal, wo diese Modelle entstanden sind, sie sind einfach eine Augenweide! Da die Buddeln sehr dünnwandig und ganz klar sind, konnte man die fantastische Ausführung der Modelle sehr genau erkennen. Ich glaube hier wurden Meilensteine gesetzt!

 Die C 6a/b-Klassen (Plastikmodellbausätze) war mit 27 Modellen belegt. Hier hatten die drei chinesischen Goldmedaillengewinner doch erhebliche Konkurrenz durch andere Nationen. Besonders erfreulich, dass Hermann Böck aus Deutschland zwei ganz hochwertige Goldmedaillen mit den Schiffen SMS KÖNIG 98,66 Punkten erster Platz und SMS DRESDEN 96,33 Punkten errang. Der Pole P. G. mit seiner MISSOURI einem amerikanischen Schlachtschiff vervollständigte hier zu Recht den Goldmedaillenrang. Die deutsche Mannschaft errang hier 2x Gold- 3x Silber- und 2x Bronzemedaillen.

Die C 7a/b - Klassen (Papierbogen) mit 30 Modellen bestückt, ist ja eine besondere Klasse! Wird hier doch dem Modellbauer jegliche Vorarbeit, Pläne besorgen, Baumaterialfragen und Farbanstriche, erspart. Da inzwischen verschiedene Hersteller mit sehr präzisen Modellbaubogen auf dem Markt angetreten sind, kann man hier sogar mit sehr geringen Geldmitteln (ca. 30 - 50 €) hervorragende Schiffe erwerben. Es soll auf keinen Fall heißen, dass ich diese hier ausgestellten Modelle nicht anerkenne oder gar bewundere, in meinen Augen hat das aber recht wenig mit Modellbau zu tun! Diese Modelle haben wir früher in unserer Kindheit gebaut, zwar nicht mit der heutigen Ausführung, aber sicherlich in gleicher Bauzeit. Das erforderliche mittelmäßige Geschick ist lediglich, sauber anzureißen, knicken, kleben und wie jetzt ja erlaubt, Ätzteile aufzubringen! Das gleiche gilt natürlich auch für die C 6 - Klasse! Aber wie gesagt, die Geschmäcker sind verschieden, und jeder sollte das bauen, wozu er Lust hat. Der Fehler liegt ganz allein in der Zulassung dieser Klassen! Irgendwann müssen wir ja wohl auch mit den PLAYMOBIL- und LEGOSTEIN - Klassen rechnen, nach dem Motto, die Spielzeugecke für Bauprüfer ist eröffnet! Der ernsthafte Modellbauer fragt sich doch, warum soll ich ein Großmodell bauen mit 4 000 oder 6 000 Hobbystunden Bauzeit, wenn ein anderer Modellbauer ohne Aufwand innerhalb von 4 Wochen ein Buddel-, Plastik- oder Papierschiffchen zusammenbaut und eine gleichwertige Medaille bekommt? Das hat nichts mit den zum Teil fantastischen Papiermodellen zu tun, die hier ausgestellt wurden. Diese Fragen werden aber immer wieder, nicht nur von den Modellbauern (hinter vorgehaltener Hand) und den Zuschauern aufgeworfen. Die deutsche Mannschaft hat hier folgende Medaillen errungen: 3x Gold-, 2x Bronzemedaillen sowie die beiden letzten Klassenplätze.

Im Laufe meiner Gespräche hörte ich immer wieder, dass die Veranstaltung einfach zu lange dauert! Dass den Wettbewerbsteilnehmern die Dauer vom 13. bis 20. Juli zu lang erschien, ist zwar verständlich, aber er sollte auch daran denken, dass irgendwie die Kosten für ein sich zu Verfügung stellendes Center rechenbar sein müssen. Natürlich wären entsprechende Ausstellungsräume besser, aber auch hier spielte der Geldgeber die entscheidende Rolle. Auf anderen Veranstaltungen wurden solche langen Wettbewerbe mit Besichtigungen oder Busfahrten für die gesamten Teilnehmer angenehm entspannt, mussten natürlich immer selbst bezahlt werden.

Als sehr gelungen habe ich die Vitrinen mit den Dekorationen empfunden. Ich denke hier wurde ein horrender finanzieller Aufwand betrieben, um die insgesamt 214 ausgestellten Modelle vor Beschädigungen zu schützen, glaube jedoch auch, der Teilnehmer hat es wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Mir als neugieriger und kritischer Besucher bleibt in sofern nur übrig, dem HSMB mit seinen Mannen herzlich zu dieser Leistung zu gratulieren! Dem Dachverband "nauticus" muss ich allerdings wieder einmal bescheinigen, von den vorhandenen Möglichkeiten keinen Gebrauch gemacht zu haben!

Meine persönliche Einstellung zu solchen Veranstaltungen hat sich nach dem Besuch dieses Wettbewerbs nur noch gefestigt. Da weder auf der Verbandsebene noch international eine Verbesserung erkennbar ist, werde ich mir für die Zukunft solche Besuche sehr genau überlegen. Konnte man früher auf den WM  noch das eine oder andere neue Modell sehen und davon lernen, waren hier, bis auf wenige Ausnahmen, fast nur alte, in die Jahre gekommene Modelle zu sehen! Wohlgemerkt, ich spreche hier von der für mich interessantesten C 2 - Klasse. Dass die Feststellung, immerhin von dem mehrfachen Weltmeister Dirk H. angedeutet, "hier ist nur die B-Auswahl der nauticus - Modelle in der C 2 -Klasse angetreten", weh tun kann, ist verständlich, leider aber auch aus meiner Sicht nicht von der Hand zu weisen. Die Ursachen sind ja bekannt!

Da die hier angesprochenen Verhaltensmuster bei den Schiedsrichtern und Teilnehmern  immer häufiger auftreten, sollte doch für die Zukunft auf eine Vereidigung der Schiedsrichter und Teilnehmer verzichtet werden. Nicht nur in meinen Augen ist die Zeremonie inzwischen zur Farce verkommen!

Dass nicht jeder Leser des Artikels und Besucher des C-Weltwettbewerbs mit mir einer Meinung sein wird, ist durchaus denkbar. Wenn aber Kritik, dann bitte nicht hysterisch, sondern klar und deutlich mit belegbaren Argumenten.

EUROPAMEISTERSCHAFT NS am 25.-29.08.2000 in Bakov (CZ)


Da sich aus finanziellen und vielen anderen Gründen recht wenig „nauticus-Mitglieder“ zur EM anmeldeten, wurde ich auf eigenen Wunsch vom deutschen Dachverband „nauticus“ zur EM nominiert. Eine Nominierungbeinhaltet für mich als Verbandsmitglied folgendes:

    10 Dollar Bearbeitungsgebühr an den „nauticus auf ein Dollarkonto

    des „nauticus“ (hätte 28,- DM Überweisung auf meiner Bank gekostet!!)

    30 Dollar Startgebühr (wurde von 10 auf 15 Dollar pro Modell angehoben)

    300,- DM für ca. 1 400 Km PKW-Kosten

    360,- DM Hotelkosten (bei Anmeldung über den Verband wären es 6 x 55 Dollar)

    Dazu natürlich das Risiko der Modelltransporte während der An- u. Abfahrt

Meine eingesetzten Modelle in den Kl. - F 2a - / - F 2b -


Für mich auch eine stolze Summe, wenn man bedenkt, es ist nur Hobby! Besonders ärgerlich ist allerdings, dass neuerdings vom deutschen Dachverband, der weder eine Startgebühr für den Teilnehmer wie vor einigen Jahren üblich, noch sonst etwas regelt, Bearbeitungsgebühren fordert. Die Frage muss erlaubt sein, gehen alle Verbände so mit ihren Mitgliedern um?

Trotz einiger unverständlicher Ereignisse beschlossen wir Hamburger, Dirk H., Bernd H. und ich, das Risiko dort einzugehen. Eines möchte ich jedoch klar und deutlich aussprechen. Hätte ich im Vorwege gewusst wie gering die Beteiligung an dieser sog. EM ist, wäre ich nicht dort hingefahren!

Rechtzeitig am Donnerstag, den 24.09.00 fuhren wir Hamburger los und trafen nach reibungslosen Grenzüberschreitungen gegen Abend in Babov ein. Bakov ist ein kleiner Ort ca. 20 Km von Prag entfernt. Die Örtlichkeiten kannten wir ja schon von der WM 97.

Im Hotel, dass wir ja wohlweislich selbst bestellt hatten, bezogen wir nun unsere Zimmer und konnten ohne Hast zur Registrierung auf das Wettkampfgelände fahren. Die Formalitäten waren sehr schnell und zügig erledigt. Die Besichtigung der Wettkampfstätten brachte wieder genau das zu Tage, was wir ja schon einmal erlebten, keine Tische, um die Modelle an der Startstelle hinzustellen. Keinen Sonnen- bzw. Regenschutz der Modelle. Nicht nur in meinen Augen eine Nichtachtung der bisher erbrachten Modellbauleistung! Im Laufe des Abends trafen wir nun auf alte Freunde, auf die Frage wo ist der und der Bekannte, bekamen wir zu hören; kann nicht kommen zu teuer oder kein Urlaub bekommen. Festzustellen ist einfach, die Gelder für unser Hobby sind nicht mehr im Übermaß vorhanden, geschweige dann der Urlaub. Auch die ehemaligen nationalen Verbände des Ostens leiden unter dieser Geldknappheit.

Am Freitag, den 25.09.00 um 10.00 h wurde die I. EM-NAVIGA-NS eröffnet. Was sich ja schon im Vorwege abzeichnete wurde jetzt bestätigt, aus ganzen 6 (sechs) Nationen mit ca. 90 Teilnehmer in 7 NS-Kl. und 2 DS u. NSS Kl. waren mit 115 Starts (einige traten in mehren Kl. an) vertreten. Es war ein doch recht kleiner Haufen, der hier antrat. Die Frage muss ganz einfach sein; wo waren die anderen Nationen wie: Niederlande, Dänemark, Frankreich, England, Italien usw.? Unter einer EM verstehe ich etwas ganz anderes. Angetreten waren die Nationen: BLR, CZ, RU, PL, UKR, und D. Die Frage, wieso der mächtige Dachverband „nauticus“ von den möglichen 35 Seniorenstartmöglichkeiten nur 14 belegte, konnte mir keiner beantworten. Die Hamburger belegten allein in den Kl. schon 6 Startplätze. Offensichtlich sollte man einmal auf Verbandsebene doch den Kontakt zur Basis aufnehmen und nicht nur Funktionäre befragen, die sowieso keine Modelle haben. Hoffentlich ist der Zeitpunkt dazu nicht vielleicht sogar schon verpasst! Das die Juniorenklassen auch im Ostblock nicht mehr besetzt sind, darf jedoch nicht überbewertet werden. Auch hier glänzte unser Dachverband durch Abwesenheit.


Die fast komplette deutsche Mannschft


Aufstellung der Nationen


Pünktlich zur vorgegebenen Zeit wurden die Startstellen besetzt und die I. EM fing mit den Läufen der Kl. –F 4a – Sen. an. Dirk H., unser einziger deutscher Starter in den – F 4 – Kl. legte auch sofort in gewohnter Manier mit einem 100 Pkt.-Lauf los. Von den 11 Teilnehmern aus 5 Nationen fuhren jetzt noch zwei Teilnehmer jeweils 100 Pkt. Der Anfang war also gemacht! Der 2. Lauf am Sonnabend ergab wieder bei Roman B. und D. H. jeweils 98 Pkt. Im 3. Lauf am Sonntag fuhren die gleichen Wettstreiter wieder jeweils 100 Pkt. Jetzt, aber auch erst nach dem zweiten Stechen, konnte sich Dirk H. endgültig an die Spitze setzen und war damit EUROPAMEISTER! Wir haben uns jedoch gefragt; wo sind eigentlich die übrigen deutschen – F 4 – Fahrer? Hat sich nicht gerade der deutsche Dachverband entgegen besserem Wissen vehement dafür eingesetzt, dass diese Klassen international gefahren werden! Dirk H. wäre als klassischer – F 2 – Fahrer niemals allein wegen dieser Kl. angetreten, es bot sich zufällig an.

Danach folgten die Junioren der Kl. – F 4a – auch mit 11 Teilnehmern. Da zwei der Teilnehmer die gleiche Punktzahlen in den Läufen fuhren, musste auch in dieser Kl. durch ein Stechen zwischen  Lukasz St. (PL) und  Jan U. (CZ) der Sieger ermittelt werden. Es war eine Freude, dem polnischen jugendlichen Sieger bei der Ehrung zu erleben!

Zeitgleich zu den Läufen fanden die ersten Bau- und Sichtprüfungen in einigen Kl. statt. Da wir schon neugierig auf den einen oder anderen Werter waren, spionierten wir doch hier ein bisschen, um für den folgenden Tag vorbereitet zu sein.

Während die 12 Junioren aus 5 Nationen der Kl. – F 2a – ihren ersten Lauf an der Startstelle 1 fuhren, wurden die Bauprüfungen der Kl. –F 2a – und – F 4b – Senioren vorgenommen.

Meine Bauwertung der "MAERSK MASTER“ dauerte ganze 5 Minuten, mit 97 Baupunkten am Ende musste ich zufrieden sein. Ich belegte zwar damit den ersten Platz, befriedigend war diese Wertung auf keinen Fall, sind doch gar in der Einzelwertung von 2 Bauprüfern, von denen ich bisher noch nie ein – F 2 – Schiff gesehen hatte, sage und schreibe nur 95 Baupunkte zusammen gekommen. Dirk H. „BORRE“ erwischte es sogar noch mit einer 92er Wertung. Was allerdings die Bauprüfer bei der Bewertung des Modells „ADMIRAL USCHAKOV“ vom Vadim R. (BLR) wundervolles erkannt haben wollten, wird sicherlich ein ganz großes Geheimnis dieser EM bleiben. Mit 96,67 Baupunkten kam diese Modell doch glatt auf den 3. Platz!!

Kl. - F 2a- "STÖRTEBECKER" 1:50 v. H. W. (D)


Tch. Teilnehmer 1:33


Die „STÖRTEBECKER“ von Hubert W. mit 90,67 Baupkt. gefolgt von der „MIDGARD III“ von Harry K. mit 90.33 Baupkt., konnten noch zufrieden sein. Was die Fachleute der Jury allerdings mit Bernd H. Schlepper „GARANT“ verzapften, ist nur noch als peinlich zu bezeichnen, ganze 84,67 Baupkt. kamen hier zusammen. Obendrein erklärte man dem armen Bernd sogar noch, er habe seine Originalzeichnung gefälscht und ein Bugstrahlpropeller eingezeichnet. Diese Erkenntnis zog man aus einem beigelegten Foto des Originalschiffes (über 20 Jahre alt) da fehle das Zeichen für diesen Propeller. Es half auch nichts, das ein jugendlicher Teilnehmer mit einem inzwischen käuflichen Plan diesen Bugpropeller nochmals belegte! Hier, sowie in den anderen Kl. kam mehr als deutlich heraus, mehr als die Hälfte der Bauprüfer sind einfach überfordert, um in den Bauklassen eine Wertung vorzunehmen. Dieses Phänomen, international wie national, habe nicht nur ich seit einiger Zeit erkannt. Die Frage muss allerdings sein, wie kann es angehen, dass Bauprüfer eingesetzt werden, die weder jemals selbst ein Schiff in diesen Kl. gebaut haben oder sogar nur einen Baukasten der Klassen – F 4 – halbwegs fertig stellten. Wenn dann allerdings obendrein noch nicht einmal die Regeln wie: Ausführung (50 PKT.), Eindruck (10 PKT.), Umfang der Gesamtarbeit (20 Pkt.) und die Übereinstimmung mit den Bauunterlagen (20 Pkt.), beherrscht werden, kommen diese Ergebnisse ganz normal zustande. Diese erschreckende Erkenntnis bewog mich ja schon dazu, die DM 2000 nicht mehr zu besuchen. Die Bauwertungen sind inzwischen Dank der heutigen Bauprüfer ein reines Lotteriespiel geworden! War es vor einigen Jahren noch so, dass ein evtl. blinder Bauprüfer von den übrigen 4 getragen wurde, ist es heute genau umgekehrt. Leider zeigte sich auch immer mehr bei einigen Experten statt Sachverstand nur übersteigertes Geltungsgefühl. Sollte ich jetzt versehentlich einem guten Bauprüfer weh tun, möchte ich mich selbstverständlich entschuldigen!

Ab 13.00 h gingen wir, die Kl. – F 2a – endlich an den Start. Wir 11 Teilnehmer aus drei Nationen fuhren alle ohne Ausnahme keine guten Läufe. Gerade die Startstelle I. war während des gesamten Wettbewerbs durch einfallende Winde behindert. Spätestens im Dockmanöver spielten auch vermeintliche fahrstabile Schiffe verrückt. Ein Trost war allerdings, es hatten alle Starter die gleichen Schwierigkeiten. Hofften wir doch alle  den einen oder anderen Punkt durch einigermaßen Fahren herein zu holen, mussten wir am Ende feststellen, auch in den folgenden  Durchgängen brachten wir auf dem Wasser nichts zustande. Da D. Hamann einen Fahrfehler weniger fabrizierte, belegte er vor mir den 1. Platz und bekam somit einen weiteren EUROPAMEISTERTITEL. Dazu auch von dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Glückwunsch. Unser großer Pechvogel allerdings in dieser Kl. war B. H.. Im I. Lauf fiel der Sender durch Batteriezusammenbruch aus. In den übrigen Läufen klappte bei dem sonst sehr sicher fahrenden Bernd leider auch nicht allzu viel. Unter dem Strich können, speziell wir Hamburger, jedoch mit dem Abschneiden in dieser Kl. recht zufrieden sein!

Rechtzeitig hatte ich meinen – F 2a - Lauf beenden können, so dass ich zur Bauwertung der „ODEN“ in der Kl. – F 2b – kommen konnte. Da wir ja inzwischen auch die übrigen Mitstreiter dieser Kl. kannten, waren wir guter Dinge. Die angetretenen 14 Teilnehmer aus 4 Nationen brachten zum Teil schon bekannte Modelle mit. Meine Bauprüfung betrug auch hier wieder nur 6 Minuten. Jetzt kann man natürlich streiten ob das gut ist oder nicht, ich war auf jeden Fall überhaupt nicht mit meinen 97 Baupunkten für ca. 5 000 Hobbystunden in sechs Jahren aufgewendet, zufrieden! Selbst bei sog. Experten sollte diese Wertung sauer aufstoßen.  Aufgrund dieser unmöglichen Schiedsrichterleistung setzte sich bei mir i. L. des Wettbewerbs die Erkenntnis durch, diese inzwischen immer schlimmeren Auswüchse und Selbstdarstellungen der sog. Bauprüferexperten nicht mehr mitzumachen.  Mein Modell war fertig gebaut und in allen Details, belegbar. In meiner schon geäußerten Meinung wurde ich auch hier bestätigt. Erlebte ich auch hier wieder, wie  ältere Modelle in den Punkten angehoben wurden und nicht vollendete Schiffe bewertet wurden. Das kleine Einmaleins der Bauprüfer wurde auch hier nicht angewandt. Fehlende Schlingerleisten, Ahmings, Plimsollmarken oder Opferanoden, ein unbedingtes Mussan Modellen die hohe Wertungen beanspruchen, fielen ebenso wenig ins Gewicht wie fehlende Hydraulikleitungen, Rettungsbooteinrichtungen! Offensichtlich waren auch hier wieder einige Bauprüfer total überfordert. Peter S. mit seinem russ. Versorger „KIL 926“ belegte vor mir mit 98,67 Baupunkten den 1. Platz. Die „DUILIO“ einem ita. Kreuzer von Arnold Pf. folgte mit 96,33 Baupkt. Hubert Wagner, unser Mannschaftsleiter, folgte mit der „STOLTERA“, ein Seenotkreuzer der ehemaligen DDR bekam noch 89,33 Baupkt. und Peter E. erreichte mit seinem Feuerlöschboot 84,67 Baupkt. Auch hier mussten die Fahrpunkte entscheiden.



Auch das Dockmanöver entsprach nicht meinen Vorstellungen!!

Am Sonntagmorgen fuhr dann diese Kl. ihren ersten Lauf. Dank des starken Windes schaffte keiner außer H. Wagner, der auch noch als letzter fuhr 100 Fahrpkt. Alle sog. Profis versiebten ihren 1. Lauf. Der 2. Lauf am Montagmorgen brachte endlich für P. Sager mit 100 Fahrpkt. und A. Pf. mit 98 Pkt., den ersehnten Vorsprung, Ich bekam meine „ODEN“ offensichtlich nicht in den Griff und fuhr wieder nur 89 Pkt. Der 3. Lauf am Nachmittag auf der Startstelle 2 brachte wieder nichts ein. Hier, während meines Laufes, beschloß ich auch endgültig an weiteren Veralberungen auf den Wettbewerben, nicht mehr meine kostbare Zeit und Geld zu verschwenden! Nicht ein einziger 100er Lauf wurde gefahren. Am Ende des Durchgangs stand Peter S. als EUROPAMEISTER fest. A. Pfeifer folgte auf dem 2. Pl. und Alexandr M. (RU) erreichte noch die Bronzemedaille. H. W. belegte den undankbaren 4. Pl.. Meine „ODEN“ folgte auf Platz 5. ich glaube, das ist meine schlechteste Platzierung auf einem int. Wettbewerb.  Das ist unter Wettbewerbsbedingungen (schlechtes Fahren) durchaus einmal möglich, zumal es ja noch schlimmer hätte kommen können!



Kl. - F 2c - "KIL 926" 1:100 v. Peter S. (D)

Die Kl. – F 2c – mit 9 Teilnehmern, wurde durch Peter S. mit seiner „SCHARNHORST“ klar beherrscht. Belegte er doch mit über 7 Baupunkten Vorsprung einen sicheren 1. Platz. Selbst einige Patzer beim Fahren konnten ihn nicht gefährden. Schon nach den beiden ersten Läufen stand er als EUROPAMEISTER fest. Ab 3. Pl. wurde eigentlich noch richtig um die Platzierungen gekämpft. Alexander K. (BLR) belegte Pl. 2. und Kostyantin T. folgte auf Pl. 3.

Kl. - F 2c - "SCHARNHORST" 1:150 v. P. S. (D)


Pol. Stückgutfrachter 1:100



In der Kl. – F 4b – bekam Dirk H. Dank seiner besseren Bauwertung und den ersten beiden 100er Läufen  den 3. EUROPAMEISTERTITEL. Mit insgesamt 3 Titeln war er auch somit der erfolgreichste Teilnehmer dieser EM. Das wir Hamburger darauf besonders stolz sind, brauche ich ja wohl nicht extra betonen! Leider war D. Hamann auch hier wieder der einzige deutsche Teilnehmer. In dieser Kl. waren vorzugsweise mehr Plastikmodelle als herkömmlich gebaute Modellschiffe zu sehen. Von den 10 angetretenen Teilnehmern aus vier Nationen, waren 6 Plastikbausätze.

Diesen Wettbewerb nutzten wir Hamburger auch, um einige Gespräche mit unserem Vizepräsidenten Herbert K. zu führen. Frage zu den neuen Regeln, von denen wir ja vage etwas hörten, waren das Thema. Hier bekamen wir dann zu hören,; es wurden schon neue Regeln verabschiedet, die jetzt in nächster Zeit eingeführt werden sollen. Auf unsere Frage; wer hat denn diese neuen Regeln gefordert, bekamen wir zu hören; die TK-Leute des „nauticus“ hätten sich umgehört. Da wir uns auf dieser EM im Vorwege bei den Teilnehmern erkundigt hatten und zu hören bekamen, dass keiner eine Regeländerung wollte, fragten wir noch einmal nach. Es gab keine befriedigende  Antwort! Leider ist ja auch zwischenzeitlich ein Umfragebogen von Dirk H. von aktive Modellbauern und Wettbewerbsteilnehmern beantwortet, von den „nauticus-Funktionären“ zu den Akten gelegt worden, angeblich gab es eine neuere Umfrage mit besseren Ergebnissen! Leider wusste von den Aktiven keiner etwas davon. Da ganz offensichtlich an den wenigen Aktiven (zu den teuren WMs und EM.  fahrenden Teilnehmern) vorbei wieder mal neue Regeln geschaffen wurden, beschloss ich endgültig, da ich auch in keiner Weise masochistisch veranlagt bin, diese Veralberung einfach nicht mehr mitzumachen! Was mich zur Weißglut treibt sind immer wieder Menschen, die ihr Ehrenamt missbrauchen, weil sie nur Funktionäre um ihrer selbst willen sein wollen. Die eitel, unkritisch und ohne vernünftige Ideen dem eigentlichen alles selbstzahlenden Modellbauer / Wettbewerbsteilnehmer, durch einfältige Regeländerungen die Freude am Modellbau vermiesen!

Da ich aufgrund meiner Aktivitäten keine Gelegenheit hatte, der 1 (einen) – F 6 – Mannschaft und bei den 4 (vier) – F 7 – Leuten anwesend zu sein, kann ich leider nichts zu diesen Kl. sagen.

Die Party am Sonnabend fing zwar etwas zögerlich an, hatte dann jedoch einen längeren Abend bzw. frühen Morgen für einige Teilnehmer. Solche Abende sind ideal um Kontakte neu zu festigen bzw. neu zu knüpfen. Das hier sogar die Getränke kostenlos waren, übte sicherlich für den einen oder anderen Teilnehmer seinen Reiz aus. Wir, die wir ins Hotel fahren mussten, brachen gegen Mitternacht auf, zumal wir ja auch einen klaren Kopf für die anstehenden Läufe haben wollten. Diese Einlage  war eine tolle Idee des Veranstalters.

Am Sonntag gegen 21.00 h fand eine Nachtregatta statt, waren sonst die Startstellen nur mit wenigen Besuchern belagert, kamen hier doch etliche Neugierige mehr. Es war schon spannend zu sehen, wie die beleuchteten Modellschiffe den mit aufgesteckten Lichtern versehenen Bojenkurs bewältigten. Einen besonderen Eindruck hinterließen auf jeden Fall die Dampfschiffe die gerade bei den Lichtverhältnissen eine Show für sich boten! Hier verspürte jeder Besucher und Teilnehmer echte Atmosphäre! Eine Einlage die nachahmenswert ist.

Durch die wenigen Teilnehmer konnten die Wettkämpfe schon am Montag beendet werden. Die Siegerehrung fand am Dienstag ab 08.30 h statt. Es war trotz manchem Ärger über die Bauprüfung und an den Startstellen doch eine ruhige Veranstaltung mit einer würdigen Siegerehrung. Allen Teilnehmern wünsche ich hier noch einmal alles Gute für die Zukunft! Da dieses mein  letzter sog. Wettbewerb als Modellbauer war, werde ich, so leid es mir tut, den einen oder anderen guten Freund oder Bekannten nicht mehr sehen. Das musste ich leider auch dem Vertreter der NAVIGA Jerzy L. bei seiner Einladung für mich zur nächsten Weltmeisterschaft 2001 in Ilawa (Polen)  sagen! Das mir dieser Entschluss nicht leicht viel, kann hoffe ich jeder aktive Modellbauer nachvollziehen! Im Lauf der Zeit haben sich doch einige Freundschaften entwickelt, die hoffentlich weiterhin bestand haben.

Sicherlich wird dieser Bericht nicht allen Lesern gefallen, ich möchte aber betonen, es wurden Tatsachen und Fakten aufgezählt, die jederzeit von den vor Ort gewesenen  Teilnehmern bestätigt werden können.

H.-Jürgen Mottschall


XI. NS.-Weltmeisterschaft vom 26.08. -1.09.99 in Halle (Saale)

 

Kurzfristig, wegen Ausfall des Schweizer Verbandes (Stadt Sion), musste die NAVIGA reagieren und konnte dem sich bewerbenden Deutschen Dachverband „nauticus“ den Zuschlag zu dieser WM-NS übertragen. Da der „nauticus“ sowieso das 40-jährige Jubiläum feierte, bot sich diese Veranstaltung geradezu an.

Als wir das erste Mal von Halle hörten, erinnerte sich doch der eine oder andere, der an der DM-1994 in Merseburg teilgenommen hatte, an die schlechte Organisation bzw. den Verlauf. Hier möchte ich jedoch im Vorwege sagen: Es hat hervorragend  in der Organisation geklappt, alle nötigen Informationen kamen rechtzeitig an.

Rechtzeitig am 25.08. fuhr ich in einer guten 5 Stundenfahrt nach Halle, bezog im Hotel „Eigen“ mein Zimmer und hatte nun viel Zeit, die Wettkampfanlagen zu inspizieren. Auf dem Gelände traf ich schon erste Teilnehmer und einige fleißige „Bienen“, die den Startanlagen den letzten Schliff gaben. Insgesamt drei Startstellen waren vorbereitet, die, und das sahen wir sofort, bei ungünstigen Winden problematisch werden konnten. Im Verlaufe des Wettbewerbs mussten die Teilnehmer diese Winde und dadurch für die kleinen Modelle extrem großen Wellen erleben. Leider gab es auf dieser WM einige Modelluntergänge, die und das sollte auch nicht verschwiegen werden, durch Schiffs- und modellbauliche Fehler verursacht wurden.



Die deutsche Mannschaft Kl. - F 2a -

Am Donnerstag den 26.08. erfolgte die Registrierung der Modelle. Da hier der gesamte Tag zur Verfügung stand, zog sich natürlich das ganze in die Länge. Ich denke auch, dass aufgrund vergangener WM’s endlich auch eine Senderüberprüfung vorgenommen wurde. Bei diesen Überprüfungen kamen auch tatsächlich Anlagen zum Vorschein, die erhebliche Streuungen oder ganz andere Quarze eingebaut hatten. Die eigentliche Registrierung ging innerhalb von Minuten zügig vonstatten. Bei der Registrierung stellte sich dann auch unser Mannschaftsleiter Herr Erich W. (Gruppengeschäftsführer WEST) vor.

Nach einer kurzen und knappen Eröffnungszeremonie, bei der ich allerdings den Eid der Schiedsrichter und der Teilnehmer vermisste, begann die Weltmeisterschaft sofort mit den Bauwertungen in der Kl. – F2a / F 4b - und der Fahrwettbewerb der Kl. –F 4a -.

Die Bauwertung in meiner Kl. – F2a – brachte keine allzu großen Überraschungen. D. H. belegte mit 99,33 vor mir mit 97,67 Baupkt. den ersten Platz. Grundsätzlich muss ich jedoch sagen: Aus der Sicht jedes einzelnen Betroffenen wird es immer wieder Bedenken oder Neid gegen vermeintlich zu hohe Baupkt. oder gar Benachteiligungen geben. Persönlich würde ich mir wünschen, dass nur Bauprüfer eingesetzt werden, die selbst schon einmal in diesen Klassen gebaut haben. Wie sonst sollte er ermessen können, wie schwer oder gar fast unmöglich es ist, das eine oder andere Bauteil zu fertigen. Nach der Bauprüfung konnte also am Sonnabend endlich der erste Lauf für uns beginnen.

Hatten wir in den ersten Tagen noch ruhiges Wetter, sprich glattes Wasser an den Startstellen gehabt, zeigte sich jetzt ein für unsere Modellschiffchen geradezu gewaltiger Wellengang. Leider bekam jetzt doch manches Modell erhebliche Schwierigkeiten auf dem Wasser. Meine "MÆRSK MASTER" kam mit ca. 1,5 l. Wasser im Schiff noch gerade zu Steg, wo dann kurz vor dem Eindocken durch Ausfall der Elektronik mein gesamtes Dockmanöver (10 Pkt.) missglückte. Ein einziges Schiff fuhr im ersten Durchgang volle 100 Pkt. Allein an diesem Tage hatten wir schon  drei Schiffsuntergänge! Da wir immer optimistisch sind hakten wir diesen Wettbewerbstag schnell ab! Alle übrigen Klassen hatten die gleichen Schwierigkeiten bei ihren Läufen. Für mich hieß es vor allen Dingen, mein Schiff trocken zu legen. Meine gesamte Elektronik musste auseinander genommen, mit dem Föhn getrocknet und wieder zusammengesetzt werden. Dadurch, dass ich die Elektronikplatinen mit einem Schutzlack überzogen habe, kann, wenn ich sofort mit dem Trocknen beginne, kein größerer Schaden auftreten.



Bernd H. mit dem Schlepper "GARANT" 1:50  bei rauer See auf Kursfahrt und Dockmanöver

Am Sonnabend gab es ein gutes und reichhaltiges Festbankett. Gab es in der Vergangenheit  oft zu wenig zu Essen, möchte ich hier darauf hinweisen, es war reichlich, wobei noch gesagt werden muss, es flossen sogar einige  Liter Freibier.

Das Besondere des Banketts ist, sich entspannter unterhalten zu können und vor allen Dingen neue Freundschaften zu gewinnen bzw. alte zu festigen. Persönlich denke ich nicht sosehr an das eigentliche Fahren einer Meisterschaft, sondern mehr an Erfahrungsaustausch bzw. kennen lernen anderer Menschen. Um 1.00 h räumte ich das Feld um am nächsten Tag wieder einen klaren Kopf zu haben.

Am Sonntag fuhren wir mit der Straßenbahn in die Stadt um uns auf der Ziegelwiese die dortigen Festlichkeiten anlässlich des traditionellen Laternenfestes in Halle sowie das Modellschaufahren anzusehen. Wir hatten einen herrlichen Sonntag mit recht viel Spaß, wobei wir auch nicht vergaßen mit der Bimmelbahn eine ca. zehnminütigen Fahrt zu genießen. 

Ein großes Unverständnis war allerdings, warum wir am Sonntag nicht an den Startstellen mit den Schiffsmodellen üben durften. Etliche Besucher waren extra von weit angereist um letztendlich vor leeren Wasserflächen zu stehen. Wieso darf denn nicht  nach Beendigung  der Wettkämpfe oder wie in diesem Fall, einem wettkampffreien Tag, das Schiff ausprobiert bzw. geübt werden. Der Besucher und die übrigen Teilnehmer hätten mit Sicherheit noch mehr Spaß am Hobby. Zählen doch gerade diese Gespräche für den Modellbauer zu den effektivsten und wertvollsten. Ich denke, diese antiquierten Regeln sollten sich mit gesundem Menschenverstand leicht von selbst erledigen. Vor allen Dingen wird auch kein Funktionär gezwungen mit Disqualifikationen zu drohen! Wie schnell Mitarbeiter, ob zu Recht oder Unrecht, disqualifiziert werden können hat ein Mitarbeiter an der –F2-Startstelle erlebt. Leider, wie er uns versicherte ohne ihn überhaupt angehört zu haben! Irgendwie  ist mir jedoch die Verfahrensweise bekannt. Uns, den Teilnehmern dieser Startstelle fiel allerdings auch auf, dass sehr häufig von dem gesperrten Herrn, Entscheidungen die vom Startstellenleiter getroffen wurden, durch Nichtbeherrschung der Regeln in Frage gestellt wurden.  Ein Erlebnis der besonderen Art hatte ich allerdings auch.   Als ich morgens, Als Starthelfer in dieser Klasse, bewaffnet mit Foto- und Filmkamera,  an der Startstelle innerhalb der Absperrung stand, kam der Herr D. (D) (Vertreter der NAVIGA) zu mir und bat mich den Bereich zu verlassen. Auch der Hinweis, ich bin hier Starthelfer half nicht! Da ich keine Diskussion mit diesem ach so kleingeistigen, überforderten Funktionär haben wollte, ging ich nur noch kopfschüttelnd weg. Jahrelang haben wir uns auf den Startstellen gegenseitig unterstützt oder auch oft nur Mut zugesprochen, neuerdings soll es eine Regel geben die dieses verbietet, Hut ab vor so viel Aktionismus! Im Laufe der Jahre habe ich so etwas noch nicht erlebt, solch ein Ansinnen könnte ja in den FSR-Klassen mal ausprobiert werden!   Vielleicht war es aber  auch nur Wichtigtuerei oder kleingeistiges Verhalten des Herrn D. der merkwürdigerweise weder bei den Chinesen noch bei sonstigen Mannschaften diese Regeln anbrachte! Auch hier wurde wieder ein Mosaiksteinchen für meine spätere Entscheidung, für diese deutsche Funktionärsclique nicht mehr zu starten, eingefügt! Das für mich jedoch peinlichste war, andere Teilnehmer die leider das Ganze mitbekamen, schüttelten über das Gebaren des Herrn D. nur den Kopf!!

Am Montag konnte nun endlich der zweite Lauf in unserer Kl. stattfinden. Endlich hatten wir  das Wasser, spiegelblank und keine  Strömung im Dock. Sofort wurden auch die 100-er Läufe gefahren, ich allerdings schaffte nur 94 Fahrpkt. Am Ende dieses zweiten Laufes zeigte sich noch immer keine klare Platzierung ab.



Bis zu vier sog. Starthelfer beim Einsetzen der chi. Modellfahrer  auf der Startstelle

Der dritte Lauf wurde vom Dienstag aufgrund der Wind- und Wellensituation an der –F2- Startstelle auf die Startstelle –F4- auf Mittwoch verlegt. Hatten die ersten Teilnehmer noch Glück, bekam ich während des Laufes wieder gewaltige Wellen. Durch die schlechten Erfahrungen des ersten Laufes hatte ich jedoch mein Modell entsprechend gesichert, so dass ich nicht einen Tropfen Wasser nahm. Leider fuhr ich auch hier nur wieder 94 Pkt. und rutschte somit auf den unglücklichen vierten Platz ab. Erfreulich war auf jeden Fall, D. H. wurde Weltmeister der Kl. – F 2a -. K. Plonus zweiter, H. Wagner dritter. Also, die ersten vier waren Deutsche, wann gab es das zuletzt? Unser B. H. kam auf den sechsten und H. -J. B. auf dem siebenten Platz. Immerhin starteten in der Kl. –F 2a – 18 Teilnehmer, - F 2b – 20 Teiln. und in der -F 2c – 17 Teiln. Meinen Mitstreitern in dieser Klasse kann ich nur zu ihren  Leistungen gratulieren in der Hoffnung, dass ich beim nächsten Treffen wieder besser fahren werde.

Während des Wettbewerbs setzten wir –F2- Fahrer uns einmal zusammen, um einmal zu erfahren, ob die schon geltenden und neu auf zu kommenden Regeln überhaupt von uns gewünscht wurden. Leider ist dieses Treffen von unseren verantwortlichen Funktionären offensichtlich mit großem Unverständnis und noch weniger Sachverstand aufgefasst worden. Das Treffen hatte uns das Ergebnis gebracht, die Mehrheit der F2-Mannschaft wollen nicht diese neuen Regeln und stellt die Frage warum werden Regeln gegen und nicht für den Modellbauer, wenn überhaupt  nötig, gemacht. Wenn hier nicht bald ein Umdenken bei unseren Fachleuten (TK-Mitglieder) beginnt, brauchen sie bald aus Mangel an Teilnehmern keine neuen Regeln. Unseren nauticus-Fachleuten möchte ich nur ins Buch schreiben; Der nauticus hat durch die erfolgreichen Teilnehmer der WM das hohe Ansehen und nicht durch Funktionäre gewonnen. Wir werden jedenfalls in den nächsten Wochen bestimmte Regeländerungen fordern!




Vorführung der Kl. - F 6 - und Abtransport der Bohrinsel 1:50

Da ich durch private Probleme recht früh abreisen wollte, meldete ich mich im Büro ab, verabschiedete mich noch schnell von einigen Teilnehmern/Mitstreitern und fuhr Richtung Heimat. Leider brauchte ich auch für die Rückfahrt wieder mehr als fünf Stunden.

Von meiner Seite ein herzliches DANKESCHÖN an alle, die an diesem Wettbewerb mitgewirkt haben!

H-Jürgen Mottschal

- X. Motoren-WM in Bakov 21.-25.08.97 -

 

Als vor vielen Monaten der Ausrichter der X. WM 1997 bekannt wurde, haben wir, die den Ort von int. Freundschaftswettbewerb 1996 her kannten, uns gefreut. Auf diesen bisherigen Freundschaftswettbewerben hat die Organisation ja auch fast immer geklappt.

Ca. 5 Wochen vor Beginn der WM wurde nicht nur ich so langsam unruhig, immerhin hatten wir weder eine Bestätigung der WM noch irgend welche andere Informationen. Ein Anruf in Dänemark und Holland brachte etwas Licht in das Geschehen. Beide Länder hatten 16 Seiten Infos mit dem gesamten Ablauf des Wettbewerbs, Teilnehmerzahlen der Klassen, Rahmenprogramm, und selbstverständlich auch die Anmeldebestätigung des Teilnehmers. Fragen an den zuständigen Vizepräsidenten des nauticus wurden dahingehend beantwortet; die Unterlagen sind eingetroffen und werden entsprechend kopiert und dann verschickt. Da ich bis ca. 2 Wochen vor Beginn der WM immer noch keine Unterlagen bekam, ließ ich mir diese aus Dänemark schicken, kopierte sie und verschickte sie im entsprechendem Kollegenkreis. Hatte ich bis zum Schluss noch geglaubt, dass es wie zur WM 1995, wieder nur Hamburger Teilnehmer betrifft, mussten wir nun erfahren, dass keiner der Teilnehmer eine Info. bekam. Selbst der nauticus - Mannschaftsführer der X. WM fuhr ohne Unterlagen nach Bakov. Böse ist, wer böses dabei denkt! In Bakov kam dann auch heraus, die Unterlagen waren an die nauticus - Kassiererin E. D. geschickt worden. Da diese mit den Unterlagen nichts anfangen konnte, heftete sie die Unterlagen ab !!! Hier muss ich jetzt als Vereinsvorsitzender des SMC-Hamburg fragen; wie soll ich im Verein den Mitgliedern erzählen und weismachen wir brauchen den nauticus. Geht man so im Verband mit seinen Mitgliedern um, die sowieso schon alles aus eigener Tasche bezahlen? 2 unserer Vereinsmitglieder die an der WM 97 teilgenommen haben, treten jedenfalls zum Jahresende aus dem Verband nauticus aus. Offensichtlich wird im Verband mehr Zeit für Kulissenspiele aufgebracht als für die eigentliche Arbeit.

Meine eingesetzten Modelle "MAERSK MASTER" / "S.A. VAN DER STEL"

Am 20.08.97  um 05,45 h begann dann das Abenteuer WM 97. Unsere Fahrt ging an Berlin vorbei Richtung Dresden, Cottbus, Hoyerswarda, Bautzen, Grenzübergang Varnsdorf und dann nach Bakov. Am Grenzübergang mussten wir eine vereinfachte Nämlichkeitsbescheinigung beim deutschen Zoll ausfüllen, erst dann ließ uns der - CZ-Zoll - einfahren. Nach ca. 8 Std. und 620 gefahrenen Km trafen wir endlich auf dem Austragungsgelände ein. Dachten wir, jetzt klappt alles wie gewohnt von den bisherigen Wettbewerben, sahen wir uns gewaltig getäuscht. Hier war ein heilloses Durcheinander ! Ein kleiner Tisch mit vielen Unterlagen, 2 Mann, die wahrscheinlich zum 1. Mal solch eine wichtige Arbeit machen wollten und das dann alles noch unter freiem Himmel in glühender Sonne. Meinen, von mir korrekt angemeldeten Fernsteuerungsquarz akzeptierte man dann glücklicherweise, nachdem ich darauf hinwies, dass ich keinerlei Bestätigung meiner Anmeldung besaß.

Unsere Modelle, immerhin auch ein Großmodell - S.A. VAN DER STEL - von 165 cm Länge, hofften wir, wie in den entsprechenden Unterlagen versprochen, in das bereitgestellte und bewachte Zelt unterzubringen. Nachdem wir unser Hotel in Hradriste ca. 6 Km vom Gelände entfernt bezogen hatten, fuhren wir noch einmal zurück. Hier mussten wir erfahren, dass die Bewachung nicht gewährleistet ist. Auf meine Frage an die Organisation bekam ich immer wieder zu hören es wird bewacht. Kurz entschlossen nahmen wir dann um 22,00 h unsere kleineren Modelle mit ins Hotel. Kurioserweise behinderte uns keine Wache oder sonst wer beim Abtransport der Schiffe. Mein Großmodell ließ ich bis zum anderen Morgen dort stehen. Ich hatte eine sehr unruhige Nacht verbracht und nahm dann für die restlichen Tage das Modell mit ins Hotel.



Kl. - F 2 a / - F 2 c - das jeweilige deutsche TEAM

Am 21.08. um 08,00 h begann der eigentliche Wettbewerb und zwar noch vor der offiziellen Eröffnung der X. WM mit den Bauprüfungen der Kl. -F 2a /F 2b /F 4b Jun.-. Hier waren doch kleine Wunderwerke zu sehen, allerdings muss die Frage erlaubt sein; alles selbst gebaut? Ein ewig leidiges Thema, ein nicht leichtes Amt für die Bauprüfer. In der - F 2a - belegten unsere 3 Teilnehmer immerhin mit guten 80 Baupkt. beachtliche vordere Plätze. Hier gelangte Christian W. durch einen 100 Pkt. - Lauf am Ende sogar auf dem 5 Platz. In der Kl. - F 2b - belegte Sebastian U. mit seiner STOLTERA mit 87,67 Bau- und 92 Fahrpkt. am Ende sogar den 1.Platz. Mathias E. folgte auf dem 2. und Christian W. rundete mit dem undankbaren 4. Platz das gute Bild aus unserer Sicht ab. Robert G. mit seinem Schlepper kam dank seines 100 Pkt-Laufes noch auf den Platz des Vizeweltmeisters während Stefan W. auf 5. und Ingolf W. den 7. Platz errangen. Ein toller Erfolg unseres Nachwuchses, von hier noch einmal - HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH - !

Um 12,00 wurde die offizielle X. WM 97 eröffnet. In 4 Sprachen zog sich natürlich die ganze Show fast 2 Stunden hin. Mir taten nur die angetretenen Mannschaften leid, die in sengender Sonne das Prozedere über sich ergehen lassen mussten. Nach den Eidschwüren der Schiedsrichter und der Teilnehmer konnte nun endlich die eigentliche WM beginnen.

Ab 14,00 h erfolgte die Bauwertung der Kl. -F 4b - F 2c - in den Großzelten. Dass diese Kl. schon aufgrund ihrer Teilnehmerzahl von 18 Modellen nicht einfach werden würde, habe ich im Vorwege geahnt. Als dann aber das eine oder andere Modell ausgepackt war, habe ich mich gefragt wo ich wohl mit meiner immerhin 19 Jahre alten „S.A. VAN DER STEL „ stehen würde. Hatte ich doch dieses Modell aufgrund eines freien Platzes der deutschen Mannschaft in dieser Klasse nachmelden dürfen. Sehr schnell war zu erkennen, dass das chinesische Modell „XIANG YANG HONG N 10“ zumindest in der Bauwertung  (99 Pkt.) nicht zu übertrumpfen war. Dieses Modell, ein Forschungsschiff im Maßstab 1:100 wurde in nur 3-jähriger Bauzeit vom 23-jährigen Studenten Zhiyong Z. erbaut. Das besondere auch an diesem Modell, das gesamte Schiff ist aus Weißblech gelötet. Vor dieser Arbeit kann ich nur den Hut ziehen, egal wie es entstanden ist! Peter S. mit seiner „Scharnhorst“  - 1:150 - folgte mit 97 Baupkt. Dann kam die große Überraschung für mich 95,33 Baupkt bekam mein Modell zusammen mit dem dänischen Kollegen Bo Morton S. für den russ. Raketenzerstörer „Osmotritelny“ -1:100-. Die „Scharnhorst“ ist ja vielen Modellbaufreunden bekannt, war P. S. doch Titelverteidiger in dieser Kl. - F 2c -. Während der Zerstörer bei uns in Hamburg zum Maiwettbewerb zuerst angetreten war. Dieses Schiff ist aus Polyester und verschiedenen Metallen gebaut. Die Baukommission dieser Klassen machte uns während der Prüfung das Leben recht schwer, sahen sie doch Dinge, die sie lieber nicht hätten sehen sollen. Persönlich hatte ich den Eindruck, hier waren Fachleute am Werk. Das jeder einen anderen Standpunkt hat und statt graue lieber bunte Schiffe mag, kann mit großer Sicherheit jeder auch bei sich selbst feststellen. In diesem großen Feld waren jetzt noch die „Richelieu“ (1:150) vom 2fachen Weltmeister Alexandre E. (UKR), die „HMS Rodney“ (1:133) von Jiri S. und die „Song of Norway“ 1:100 von Josef S. beide (CZ) vertreten. Die beigefügten Listen sprechen eine deutliche Sprache. Nachdem die Wertungen durch waren, konnte das große Warten anfangen, ist doch auf dieser WM der von der TK-Modell (Deutschland) in Rotterdam 1996 eingebrachte Vorschlag; erst nach Beendigung des 3. Laufes die Baupkt. bekannt zu geben, angewendet worden. Es war also Spannung angesagt zumal jeder weiß, wie gutmütig gerade diese großen Modelle auf dem Wasser bzw. im Dockmanöver  zu handhaben sind.



Etwas störend wirkte das Filmen und Fotografieren einer Vertriebsgesellschaft während der Bauprüfung. Es bedurfte  eines energischen Aufrufs des niederländischen Bauprüfers, bis hier etwas mehr Ruhe eintrat. 

Hamburger Mitglied Stefan S. mit einer Bauwertung von 89,67 Pkt. für den Containerfrachter „Este Submerger II“ 1:100 gleich den 1. Platz. Nach den Aussagen der betroffenen Kollegen, waren sie  in Ihrer Kl. nicht mit den Wertungen einverstanden, hatten doch Tamya - Plastic Bausätze zu hohe Baupunkte bekommen. Unsere übrigen deutschen Teilnehmer kamen auch hier auf ganz achtbare Ergebnisse. Der Stefan konnte mit seinem 95-er Lauf und 1,67 Pkt. Vorsprung den ersten Platz belegen. Diese Kl. wurde ja bekanntlich das erste Mal auf einer WM ausgefahren, immerhin kamen hier 16 Teilnehmer zusammen. Wir dürfen gespannt sein, wie sich diese Kl. entwickelt.

Ab 17,00 h folgte die Dampfbootsichtung, eine Kl. die seit Wendlingen 93 eingeführt werden sollte. Hier musste ein Dampfteilnehmer aus Österreich den sog. Fachleuten der Prüfkommission erst einmal erklären, worauf sie unbedingt achten müssten. Als nach der Wertung Unterschiede von über 40 Pkt. Für das gleiche Modell auftraten, legte die Mannschaft aus Österreich Protest ein und trat nicht mehr zu den letzten Läufen an. Sie waren so sauer, dass sie noch nicht einmal zur Siegerehrung erschienen. Der zuständige Dampffachmann der NAVIGA hatte offensichtlich vergessen, sein ganzes Fachwissen zu vermitteln.

Ab 15,30  h wurden auf den Startstellen 1-3 die ersten Läufe ausgefahren. Hier zeigten doch alle ganz große Nerven, sodass am Ende nur ganz wenige schon einen ruhigen Abend genießen konnten. Bekanntlich wird ja immer erst am Ende eines Wettbewerbs abgerechnet.

Der Freitag sollte jetzt auch endlich für die Kl. - F 2a - die Entscheidung in der Bauwertung bringen. Hier waren immerhin wieder 21 Teilnehmer angetreten. Werner T. aus Oberhausen brachte ein ganz neues Modell die „ZIRFAEA“ 1:75 an. Ein Modell auf das ich schon lange gespannt war, hatte ich doch zwischendurch schon einzelne Bauteile des Schiffes gesehen. Das Modell ist der Nachbau eines niederländischen Vermessungs- und Forschungsschiffes. Vor dieser Leistung des Modellbauers kann ich nur meinen Hut ziehen. Allein die Farbgebung ist schon eine Klasse für sich und von daher war eine 98 Baupkt.-Wertung nur gerecht. Klaus P. mit seiner „Midgard I. 1:33,3 hing mir wieder wie auf der DM 98, dieses mal sogar Punktgleich mit 99 Baupkt., im Nacken, wie dicht, haben wir bekanntlich ja erst nach den 3 Läufen mitgekriegt. Das Panzerschiff „Admiral Ushakov vom Russen Mikhail M. sowie der Fischkutter „Shilyte“ des Russen Souleiman S. und die „Stoltera“ aus der CZ von Miroslav S. folgten mit gut 90 Pkt. Meine „Maersk Master“ 1:100 konnte sich zwar sehen lassen, aber man weiß nie, ob die Bauprüfer auch meinen Schwierigkeitsgrad erkennen würden. Vom Gefühl sagte ich mir immer wieder es wird wohl sehr eng werden. Auch in dieser Bauprüfung konnte ich wieder bei der Kommission viel Fachwissen feststellen. Nach der Wertung konnten speziell wir nauticus-Teilnehmer wohl hoch zufrieden sein. Bernd H. mit dem Schlepper „Garant“ 1:50 aus Hamburg und H-Jürgen B. mit dem „Garant“ 1:100 aus Hannover-Misburg, belegten sehr gute Plätze im Mittelfeld.



Kl. - F 2 a - "ZIRFDEA" 1:75 v. Werner T. (D) / "P 549 WILLEMOES" 1:40 B. Morten S. (DK)

 Endlich, um 14,30 h, konnten wir von der Kl. - F 2a - an den Start gehen. Wie es sich gehört, durfte der kleinste Teilnehmer, H-Jürgen B. aus Harsum mit dem Schlepper “Garant“ loslegen. Hatten wir im Vorfeld des Laufbeginns noch auf einen sicheren 100-er Lauf gehofft, wurden wir aufgrund der Lichtverhältnisse schnell eines anderen belehrt. 93 Fahrp. waren nur erreicht, so ging es allen Teilnehmern. Das beste Ergebnis waren an diesem Tage tatsächlich nur 98 Fahrp. Bernd H. sonst  auch ein sicherer Fahrer, patzte prompt im Dock. Ich selbst fuhr oben einmal vorbei und patzte auch im Dock. Werner T. und Klaus P. versiebten genauso ihre Läufe, wobei zur Ehrenrettung allerdings gesagt werden muss, dass  W. T., V. Klepikov und ich in allen Läufen permanente Störungen hatten. Wie sich 2 Tage später herausstellte waren auf den Kanälen 81-90 Militärfunkgeräte mit Leistungen von bis zu 30 Watt als ständige Träger auf unseren Kanälen. 2 unserer Teilnehmer  haben sich selbst davon überzeugt und nach schärferem Nachfragen zur Antwort bekommen; wir wissen das, können aber nichts dagegen unternehmen, da dass Militär das Sagen hat. Tausend Entschuldigungen folgten. Eine Frage muss erlaubt sein; wieso hat man uns nicht gewarnt. Meine "MÆRSK MASTER" hatte mir Fahrfiguren vorgelegt, die ich bis dahin noch nicht kannte. Werner T. auf Kanal 52 wurde von den Dampfmaschinenexperten  der Startstelle 4, die ja bekanntlich sehr lange vorheizen müssen, gestört. Das interessierte allerdings auch keinen Menschen. Michael D., der mit einem Skanner die  Frequenzen überwachte, stellte auch bei mir in einem - F 2c - Lauf einen Träger fest, obwohl der Startstellenleiter die Frequenzüberwachung abgefragt hatte. Hier konnten wir zum Glück noch reagieren. Die jeweiligen Startstellenleiter waren sehr gut und konnten nichts dafür !

Die Fahrleistungen in der Kl. - F 2a - wurden auch in den folgenden 2 Läufen nicht besser. Unsere Konkurrenz  hatte schon so ein heimliches freuen in den Augen, hatten sie doch schon einige bessere Läufe hingelegt. Es kam wie es kommen musste, im 2. und 3. Lauf fuhren wir sog. Favoriten bessere Fahrpunkte und belegten am Ende in der Reihenfolge die Plätze 1. H-J. Mottschall mit dem Bohrinselversorger "MAERSK MASTER“  2. W. T. mit der „ZIRFAEA“ und 3. K. P. mit dem Schlepper „MIDGARD I.“. Da wir erst mit dem Aushang am Abend unsere Baupunktergebnisse erfuhren, war also für Spannung gesorgt. Auch hier zeigte sich wieder einmal, am Ende eines Wettbewerbs werden im wahrsten Sinne des Wortes die Punkte zusammengezählt ! Im Nachhinein kann ich von meinem Lauf nur sagen; obwohl ich wieder extreme Funkstörungen während meines Laufes  hatte, war endlich auch das Quäntchen Glück auf meiner Seite um trotzdem meinen Siegeslauf hinzulegen. Für mich unvorstellbar wenn ich aufgrund der dauernden Störungen verloren hätte.

Am Freitag um 17,00 h konnte auch endlich auf der Startstelle 1 die Kl. - F 2c - mit ihren Läufen beginnen. Auch in dieser Klasse waren nicht sehr große Fahrergebnisse zustande gekommen. Zwar laufen die sog. Dickschiffe besser über den Parcours, müssen aber aufgrund ihrer großen Radien und der längeren Reaktionsfähigkeit genauer gefahren werden. Der chinesische Wettkämpfer Z. Z. mit seinem Forschungsschiff „XIANG YANG HONG N. 10“ zeigte uns gleich im 1. Lauf wer Herr im Hause ist und fuhr 100 Pkt. Ein Lauf der nicht besser und exakter gefahren werden kann. Um es vorweg zu sagen, auch der 2. Lauf wurde mit der gleichen Perfektion absolviert. Mein 1. Lauf brachte mit der „S.A. VAN DER STEL“ zwar 92 Fahrp. ein, war für mich jedoch nur ein Übungslauf  da ich dieses Schiff schon seit 11 Jahren nicht mehr gefahren habe. Gespannt war ich auf P. S. der doch ein sicherer Fahrer ist aber auch hier kam nichts zustande, genau so wenig wie bei meiner Meinung nach die nächsten Mitstreiter. Da ich im 2. Lauf endlich meine 100 Fahrp. erreichte, P. S. sich nicht verbessern konnte, musste, da unser dän. Modellbauer im 3. Lauf auch 100 Fahrp. erreichte, ein Stechen um den 2. und 3. Platz herhalten. Beim Losen um die Reihenfolge, durfte ich als 1. fahren. Legte sofort 98 Pkt. vor und konnte, da Morton S. nur 94 Pkt. erreichte, nicht mehr vom 2. Platz dieser WM verdrängt werden. Für mich, der ja nur nachgemeldet war und mit einem 19 Jahre altem Modell antrat, vielleicht ein größerer Erfolg als der der Kl. - F 2a 

Kl. - F 2 c - "OSMOTRITELNY" 1:100 v. B. M. S. (DK)


"XIANGYANGHONG N. 10" 1:100 v. Zhiong Zhou (CHN)


Die Kl. - F 2b - mit 23 Teilnehmern hatte wieder ein besonders starkes Feld, wobei der chinesische  Teilnehmer Jiefeng L. ( 22 Jahre alt und Student) mit seinem Forschungs- und Bergungsschiff „HU JIU LAO 3 HAO“ für jeden klar erkennbar, einfach nicht zu schlagen war. Gleich der 1. Lauf mit 100 Fahrp. sowie 99,33 Baup. brachten den unbestrittenen Sieger dieser Klasse hervor. Werner T. mit seiner „MELLUM“ konnte zwar eine beachtliche Bauwertung von 98,67 Pkt. und 98 Fahrp. vorweisen belegte letztendlich aber den 2. Platz vor G. C. mit dem Modell „OTTO TREPLIN“. Wieder ein nicht erhoffter Erfolg , dafür um so schöner ! G. C. wurde auch in seinen beiden letzten Läufen ( trotz PCM-Anlage) erheblich gestört, auch nachdem er seinen 85-er gegen einen 90er Quarz tauschte. Ihm gegenüber entschuldigte man sich mit den o. g. Worten.  Auch in dieser Kl. war ein Aufwärtstrend zu erkennen. Als Fazit für mich ist dieser WM allerdings auch wieder mit recht schlechten Fahrergebnissen, speziell der sogn. Favoriten, abgelaufen. Offensichtlich setzt sich der eine oder andere selbst zu sehr unter Druck, will man doch irgendwie seine aufgewendete Zeit (oft  3 000 bis 5 000 Std.) im Modellbau vergoldet haben.

Eine Kuriosum am Freitag morgen, R. Berdrow bekam vom Dolmetscher unserer Gastgeber zu hören; er habe schon 3 mal eine Platzierung auf Wettbewerben errungen und muss in der Kl. - F 2 - starten. Das ist vom Hauptschiedsrichter festgelegt worden und unser Mannschaftsleiter hat dem, ohne R. B. zu fragen, zugestimmt. Zum Glück hatte R. B. seinen Bielbrief schnell zur Hand und siehe da, es waren bisher nur 2 Eintragungen vorgenommen worden. Selbstverständlich redigierte der Hauptschiedsrichter sofort seine Aussage und R. B. konnte in der - F 4b - mitfahren. Zum Glück legte sich der verständliche erste Zorn sofort. R. B. wollte zuerst nicht mehr teilnehmen. Hier muss die Frage gestellt werden; wer hat eigentlich dieses, an der Basis vollkommen vorbei geführte Regelwerk geschaffen. Immerhin zählen hier laut Regelwerk alle Wettbewerbe, ob Freundschaftswettbewerbe oder Gruppenmeisterschaften oder sonstige Teilnahmen zusammen. In welcher Kl. der - F 2 - er starten solle, immerhin waren ja alle Plätze belegt, konnte sowieso keiner beantworten.

Die angekündigten Nebenprogramme für die Teilnehmer bzw. deren Begleitpersonen, fielen entweder wegen angeblicher zu geringer Beteiligung oder ganz einfach wegen dem Absprung der Sponsoren aus. Selbst der gemütliche Abend kam nicht zustande, so dass wir mit 10 Personen wieder ins Hotel zurückfuhren. Für mich kaum vorstellbar, hätte ich doch um ein Haar meine Frau zur Mitfahrt überredet. Diesen Ärger einiger Mitstreiter mit Ihren Begleitungen habe ich zum Glück nicht gehabt !

Wie so üblich, trafen sich die Teilnehmer gleich am ersten Abend zu evtl. Neuvorschlägen in einem Raum, der offensichtlich nicht von unserem Mannschaftsleiter Dieter Z. verkündet wurde. Die wenigen, die das wussten, fragten uns nächsten Tag, wo wir waren. Leider konnten wir nur antworten, wie so häufig; wir haben keine Information bekommen. Selbst die kuriosesten Vorschläge aus dieser Versammlung wurden nicht im Nachhinein mit der anwesenden Mannschaft erörtert. D. Z. ist zur Sitzung der Sektionsleiter offensichtlich ohne Abstimmung der Interessen unserer Mannschaft gegangen. Auch hier die Frage; wer muss nachher eigentlich die Wettbewerbsregeln ausbügeln ! Ist doch gerade vor Ort die Möglichkeit gegeben evtl. Neuregelungen mit den Wettbewerbsteilnehmern zu besprechen oder sollten wieder nur Funktionärsfehlentscheidungen gelten, die im Nachhinein nur wieder sehr schwer auszubügeln sind. Nicht nur das war sehr schwach vom Mannschaftsleiter D. Z.! Mehr Mannschaftsnähe wäre allemal angebrachter. Wir, die im Hotel untergebracht waren und das sei hier noch einmal in aller Deutlichkeit klargestellt, bekamen fast keine Informationen. Hätte ich zum Beispiel nicht noch am Abend unsere Ergebnisse am Gelände eingesehen, wäre ich kaum zur Sektionssitzung gekommen. Auch diese Information bekam ich vom dän. Lager oder war das so gewollt ? Ein Telefon war am Gelände und im Hotel ! Das Hick/Hack dieser Sitzung hat aber auch letztendlich eines sehr klar zu Tage gebracht, es geht vielen Funktionären überhaupt nicht mehr um die eigentliche Sache  - SCHIFFSMODELLBAU - sondern darum, wie stark die eigenen Vorstellungen berücksichtigt werden. Leider wie so oft auch hier wieder sehr häufig politische Entscheidungen. Ich möchte nur einen Teil der Sitzung ansprechen, rund 2,5 Std. hatte man benötigt, bis endlich geklärt war, wer für die anwesenden Nationen letztendlich wählen darf. Um Mitternacht wurde die Sitzung dann, ohne die Neuvorschläge alle bearbeitet zu haben, abgebrochen. Der neue Sektionsleiter Zdenek T. (CZ) hat mit großer Sicherheit kein leichtes Amt übernommen!



Kl. - F 2 a - "MAERSK MASTER" 1:100 / meine Siegerehrung

Endlich am Montag konnten wir zur Siegerehrung antreten. Persönlich hatte ich zwar noch das Stechen zu fahren, aber das war das kleinere Übel, war doch das Plätzchen auf dem Medaillenrang geschafft, egal wie das Stechen ausging. Die Vorführungen der Kl. - F 6 - F 7 - bedurften noch den gesamten Vormittag und dann ging es mit einer halbstündigen Verspätung los.

Der Festplatz war geschmückt und für die jeweils Klassenersten Stühle bereitgestellt. Nach dem Aufstellen der Mannschaften wurden jetzt die offiziellen Festreden in 4 Sprachen gehalten und dann endlich die Siegerehrung vorgenommen. Leider funktionierte die Lautsprecheranlage nicht so wie gewohnt, als das 1. Mal die deutsche Hymne erklingen sollte, kam nur Gekrächze oder gar kein Ton heraus.  Auch den Chinesen erging es nicht besser. Für mich war es trotz allem ein erhabenes Gefühl, wieder einmal ganz oben auf dem Treppchen stehen zu können. Immerhin sind mir während dieser Zeit auch allerhand Gedanken um den „nauticus“ durch den Kopf gegangen und die waren nun wirklich nicht die Besten !

Die Rückfahrt schafften wir wieder in 8 Std. und waren pünktlich um 24,00 h im Hause. Auch der Grenzübergang ging ohne Beanstandungen vonstatten.

Mein persönliches Fazit dieser Veranstaltung ist : Aufgrund der immens hohen Kosten wird es bald keinen Ausrichter für diese Großveranstaltungen geben und wenn, dann nur unter etlichen Zugeständnissen. Ist doch die „NAVIGA“ am Ende froh, überhaupt noch einen Ausrichter zu haben ! Habe ich auf dieser WM richtig zugehört, wird sich der eine oder andere Modellbauer für die Zukunft überlegen,  solche Veranstaltungen zu besuchen.

Der C - Weltwettbewerb  St. Gallen vom 10. - 14. 09.97

Da wir zu dieser C-WM rechtzeitig vom Mannschaftsleiter Jürgen L. - wie sich noch während des Wettbewerbs zeigen sollte- ein recht umsichtiger und guter Leiter, unsere Informationen bekamen,  konnten wir uns schon einmal mit ca. 305 Modellen befassen die hier gemeldet waren. Das hier 17 Nationen antreten sollten war auch ein Novum, hat aber glaube ich, auch etwas mit dem Austragungsort zu tun. Von Hamburg bis nach St. Gallen in der Schweiz waren es immerhin 840 Km. Da ich nachts um 01,00 h aufwachte, sagte ich mir, jetzt kannst du ja gleich aufstehen und so bin ich dann um 01,45 h abgefahren und traf dann auf dem Messegelände um 09,15 h ein.

Die Begrüßung auf dem Gelände fiel sehr herzlich aus, hatten wir uns doch erst vor 14 Tagen zuletzt in Bakov gesehen. Zum Glück ersparte mir unser nauticuss - Präsident seine Glückwünsche zu meiner Leistung in Bakov. Musste ich mir doch von ihm auf der BM in H.-Misburg 1996 schon den Spruch anhören; Glückwunsch, gegönnt habe ich dir das jedoch nicht! Ich hoffe, das, war wenigstens ehrlich gemeint!

Die Registrierung lief hier an drei Stellen gleichzeitig ab und von daher konnten wir recht schnell die großzügig vorhandenen Stellflächen in den Hallen nutzen. Für die Zuschauer waren entsprechende Schilder zu den Modellen aufgestellt, eine Einrichtung, die Schule machen sollte. Aber auch hier war wieder einmal zu sehen, dass doch eine erhebliche Anzahl von Modellen neu bzw. nachgemeldet wurden, ich glaube, das wäre ein Punkt, der dringend behandelt werden müsste. Jeder Veranstalter kommt mit solchen langwierigen Prozeduren unter Zeitdruck!

Während des Wettbewerbs fragte ich unseren Vizepräsidenten Helmut L. nach den Qualifikationsvoraus-setzungen zur Teilnahme dieser C-WM. Die Antwort war; C-Wettbewerb Stuttgart 94, das wäre im Präsidium so beschlossen worden. Leider muß ich jedoch feststellen, dieses ist so nie veröffentlicht worden. Veröffentlicht ist in den nauticus - Mitteilungen 3/96, Seite 6 unter Punkt 3, daß die DM-H.-Misburg zählt. Um das Maß jedoch voll zu machen, wurde rechtzeitig im Frühjahr ein Teilnehmer der C-WM, der weder in Stuttgart noch in Hannover anwesend war, vorzeitig aufgrund seiner eingereichten Fotos nominiert. Ein Vereins-mitglied  aus Hamburg wartete vergeblich auf eine Einladung zur C-WM, obwohl er in H.-Misburg viel Geld und Urlaub investiert hatte. Selbstverständlich räume ich auch dem H. L. seine Antwort ein, dass der interessierte Teilnehmer sich auch einfach rechtzeitig um eine evtl. Teilnahme kümmern sollte. Diese Ansicht vertrete ich im Grunde auch, bin jedoch auch der Meinung, dass zuerst die qualifizierten Teilnehmer anzusprechen sind. Als Tip für die Zukunft: Auf den jeweiligen DM schon einen Zettel für die WM-Interessierten anzufertigen mit rechtzeitigem Meldedatum. So hätten es beide Seiten für die Zukunft leichter.

Zur Eröffnungsfeier formierten sich die einzelnen Nationen auf dem Messegelände,  marschierten bis zum Marktplatz St. Gallen, drehten dort um und kamen zum Eröffnungspunkt auf dem Messegelände zurück. Dass hier um ein Haar die nauticus-Fahne statt der NAVIGA-Fahne gehißt worden wäre, konnte zum Glück noch rechtzeitig verhindert werden. Nach der doch recht langen Eröffnungsfeier stöhnten doch einige Teilnehmer und freuten sich auf ein entsprechendes Getränk. Sofort nach der Feier ging es mit den Wertungen, sprich Ersteinschätzungen der Modelle los. In meiner Kl. - C 2 - waren immerhin 64 Modelle angetreten, eine Anzahl die wir eigentlich nur von ganz früher her kannten. Am Mittwoch hatte ich das Glück noch am Abend meine Modelle den Bauprüfern vorzuführen. Da das Hallenlicht nicht überall gleichmäßig war, schafften sich die Herren einen entsprechend abgegrenzten Raum, ca. 7 mtr. laufende Tischfläche und ließen die Modelle von den Erbauern zur Wertung nacheinander vorstellen. In meinen Augen eine gelungene Lösung. Hatte man doch hier endlich einmal die Möglichkeit, Baupläne und Bildmaterial nötigenfalls aus zu breiten. 



Kl. - C 2 - "HAMMONIA" 1:100 v. Martin von G. (NL)

Meine beiden Modelle die „MAERSK MASTER“ ein Bohrinselversorger und das Containerschiff „CONTI BRITANIA“, wurden jetzt hintereinander begutachtet, einige Fragen gestellt und nach verschiedenen gut gemeinten Frotzeleien hatte ich das Gefühl mich nicht mehr um meine Baupunkte sorgen zu müssen. Wie recht ich haben sollte, sieht man ja an den Ergebnissen von 98,67 und 95,67 Baupkt. Meine größten Mitstreiter waren R. T. mit der „NORDSEE“ ein Laderaumsaugbagger 1:100 100 Baupkt. und die chinesischen Modelle „HAQNGJUN 4002“ Saugbagger in 1:85 und das Rettungsschiff „HU JIU LAO 3 in 1:116. Speziell diese chin. Modelle waren uns ja seit einigen Jahren bekannt und somit auch nicht mehr zu fürchten. Selbstverständlich war hier jedoch die Frage; sehen auch die Bauprüfer das was wir ja seit Jahren schon sehen? Eines hier schon einmal vorweg gesagt, 1. waren die Bauprüfer in allen Kl. nicht zu beneiden und zum anderen kann ich wirklich nur meinen Hut vor den insgesamt guten bis sehr guten Wertungen ziehen. Auch auf diesem Wettbewerb wurden doch die erheblichen Mängel wie: nicht von der Größe her passende Türen und Poller, Feuerlöschmonitore, Ladeblöcke und viele andere Kleinigkeiten auf den Modellen entdeckt. Die Baupkt. waren aber immer noch 97 und 95,67 Baupkt. Zwar für die chin. Teilnehmer nicht richtig verständlich aber aus unserer Sicht  gerecht. Das diese Modelle auf sog. Universitäten gebaut werden ist ja inzwischen ein offenes Geheimnis. Wenn man jetzt noch das Alter der Erbauer nimmt von gerade einmal 23 und 24 Jahren, kommt selbst sehr schnell zu den nötigen Erkenntnissen. Selbstverständlich werden nie alle Teilnehmer ausnahmslos zufrieden sein aber das liegt in der Natur der Dinge. Ganz sicher ist auch, daß der eine bunte Schiffe  und der andere graue Schiffe mag. Doch bitte, wo sollte man jetzt die Meßlatte anlegen.  In dieser Kl. waren doch etliche neue Modelle zu bewundern, wie ein russ. Feuerlöschboot „ Dibrar“ im 1:75 von A. R. (UZB). Ein sehr beein- druckendes Modell das aber leider zu überladen wirkte. Hier hätte der Erbauer doch lieber mehr die Kunst des Weglassens anwenden sollen. Deckbeleuchtung waren doppelt so groß, genau so wie die Beschriftungen. Immerhin kamen hier noch stolze 93,33 Pkt. heraus. Die „Hammonia“ 1:100 ein sog. Omni-Schiff (Stückgutschiff) erbaut von M. van G. (NL). Dieses fantastische Modell wurde über einen Zeitraum von 6 Jahren gebaut. Hatte der Modellbauer doch die Detail hervorragend gebaut, mangelte es letztendlich beim Finisch an der Lackierung. Die „Duke of York“ engl. Schlachtschiffnachbau 1:200 von Y. N. (UKR), kam Dank seiner Sauberkeit im Detail noch auf 91,67 Baupkt. Ein Modell, das durchaus auch noch höher eingeschätzt werden könnte. Eine kleine Enttäuschung war das niedrige Abschneiden unseres F. T.. Sein Modell, die K.G.S. „Komet“ 90,67 Baupkt. 1:50 hatte doch schon in H.-Misburg mit mir punktgleich gelegen. Hier bekam dieses Modell meines Erachtens nach mindestens 3-4 Punkte zu wenig. Wer sich dieses Modell genauer ansieht, kann eine fantastische und saubere Modellausführung erkennen. Vor allen Dingen ist dieses Modell einer Dampfyacht nicht allzu häufig anzutreffen. Um all diese unglaublichen Prunkstücke zu beschreiben, müsste ich ein Buch schreiben. Vielleicht passiert das ja einmal von anderer Seite.

Kl. - C 2 - "DIBRAR" 1:75 v. Andrè R. (UZB)


"VITTORIO VENETO" 1:100 v. Leonardo P. (I)


In der Kl. - C1 - ( 52 Modelle) belegte W. Q. aus Dresden mit der königlichen Yacht „Royal Caroline“ 1:48 den ersten Platz mit 94,67 Baupkt. Waren in der Kl.  - C2- die Werter allgemein recht hoch in die Punkte gegangen, drückten sie hier in dieser Kl. doch erheblich nach unten. Unter dem Strich jedoch, nach meinem Gefühl, in der richtigen Reihenfolge. Die ersten 3 Plätze hatten einen jeweiligen Abstand von einem Punkt. G. P. mit seiner „La Salamandre“ 1:48 kam auf 92,67 Baupkt. und S. G. errang immerhin noch mit dem russ. Linienschiffnachbau der „Goto Predestinatia“ 90,67 Baupkt. Hier in dieser Kl. war auch wieder zu erkennen, dass die Modelle mit großem Aufwand und entsprechender Ausführung von der Jury erkannt wurden. Auch hier war wieder eine Unmenge der verschiedenen Maßstäbe und Schiffstypen vertreten, die jedes für sich oft kleine Meisterwerke waren. Aber auf einer WM sind nun einmal eine große Anzahl gegensätzlicher Modelle vorhanden.

Kl. - C 1 - "TRINIDAT" 1:100 v. K. V. (UDR)


Kl. - C 3 - "LE REQUIN" 1:36 v. Pierre P. (B)


Am Donnerstag um 20,00 h trafen sich die Mannschaftsleiter und interessierte Modellbauer zur Wahl des neuen Sektionsleiters. J-Claude B. der bisherige Leiter stellte sich wieder zur Wahl genau so R. F. aus der Schweiz, T. M. aus Bulgarien und für uns eigentlich unverständlich, unser nauticus -Präsident D. M. Leiter der Wahl war der Generalsekretär der NAVIGA Herr T.. Hier muß ich leider sagen, hat unser Mannschaftsleiter J. L. ohne uns, die Mannschaft vorher zu informieren, seine Stimme für D. M. abgegeben. Offensichtlich kannte J. L. zu dem Zeitpunkt noch nicht den Sinn und Zweck dieser Wahlen. Jeder der sich mit diesen Wahlen auskennt weiß, das nur die jeweils vor Ort befindliche Mannschaft ( BASIS des Modellbaus ) bestimmen sollte, wer für die nächste Zeit diese Sektion leiten soll. Hier legte wie selbstverständlich der nauticus-Präsident fest, dass die Stimme der Mannschaft laut Präsidiumbeschluß für ihn abzugeben ist! Die Wahl  verlief so; 17 abgegebene Stimmen. Davon 8 x B., 6 x F., 2 x M.  und 1 x  M.. Jetzt wurde vom Generalsekretär entgegen geltender Regeln J-C. B. wieder in seinem Amt bestätigt obwohl er nicht die absolute Mehrheit erreichte und die Sitzung beendet. Für mich ein unglaublicher Vorgang, immerhin saß in dieser Sitzung der Präsident der NAVIGA und etliche andere Funktionäre die geltende Regeln der Wahlen doch beherrschen sollten. Es folgte jetzt noch eine größere Debatte mit dem Ende, sich um die genaueren Informationen zu den Wahlen zu erkundigen! Der Anruf beim ehemaligen Generalsekretär (H. K.) der NAVIGA, brachte Licht in die Angelegenheit und die  Wahl wurde für nicht zulässig erklärt. Der nächste Wahlgang erfolgte dann 2 Tage später. Hatten wir gehofft, dass unser nauticus-Präsident aus der ersten Wahl gelernt hatte, sahen wir uns getäuscht. Hier bestand er wieder darauf von der deutschen Mannschaft die Stimme zu bekommen. Die darauf einberufene Mannschaftssitzung ergab dann, daß die deutsche Stimme  (einstimmig beschlossen ) für R. F. abzugeben ist. Dazu sei gesagt; D. M. wurde rechtzeitig über die Zusammenkunft der Mannschaft informiert, ging jedoch lieber zum Essen. Auch von daher sagten wir uns, das ganze ist ja offensichtlich nicht so wichtig bzw. zeigte uns H. M., wie unmündig wir doch sein sollten! Jetzt setzte sich der Mannschaftsleiter entsprechend durch und verweigerte D. M. den sog. Gehorsam! Die Neuwahlvorschläge waren jetzt B., F. und M.. Das Ergebnis der Wahl war jetzt; 8 x B. und 9 x F. der damit auch die Wahl annahm. Leider sorgten dann, durch sprachliche Schwierigkeiten hervorgerufen, bei der Vorstellung seines Konzeptes, diese für eine recht hitzige Debatte. War doch der Wunsch von R. F. das Regelwerk auch evtl. in russisch zu erstellen, falsch verstanden worden. Es bleibt dabei, die amtlichen NAVIGA-Sprachen sind deutsch, englisch und französisch. Hier hat R. F. ein Amt übernommen, dass mit Sicherheit nicht leicht ist. Ich wünsche ihm jedoch eine glückliche Hand.



Kl. - C 3 -

Die Kl. - C3 - ( 56 Modelle ) ist und bleibt in meinen Augen die extremste Kl. Treffen hier doch fast fertige Modelle, wo lediglich nur einige Planken oder Bleche fehlen mit Schiffsteilen wie Luken-, Winden- oder sonstige Schiffsteile zusammen. Der Belgier E. H. belegte hier mit seiner „Aurore“ einem Segelschiff von 1784 1:36 und 100 Baupkt. den ersten Platz. Das faszinierende an diesem Modell war eigentlich die Kunst, Hölzer so vollendet zusammenzufügen. Jeder Spant wurde einzeln und damit  auch gut erkennbar, aus verschiedenfarbigen Hölzer, gebaut. Obendrein erklärte uns der Modellbauer, dass er erst im Alter von 62 Jahren zum Schiffsmodell gefunden hatte. Bei der Gelegenheit zeigte er uns auch etliche seiner recht einfachen Werkzeuge zum Modellbau. Das Fischereischiff „ Beidou“ 1:60 des Chinesen Wu kam mit 98,67 Baupkt. auf den 2. Platz. Das Modell ist uns ja schon seit einigen Jahren bekannt, für uns auch bisher  immer der Maßstab in dieser Klasse. Wie man aber sieht und diese Meinung vertrete ich seit Jahren, mit der Zeit werden auch diese Supermodelle von der Zeit überholt. Eine Tatsache, die allerdings auch der eine oder andere Bauprüfer lernen muss. Dieses Fischereischiff ist bis auf einige wenige Außenhautplatten fertig. Dort wo die Platten fehlen, kann man in die voll eingerichteten Räume, den Maschinenraum und in die vorderen Bugräume blicken. Ein besonderes Modell war die „Le Requin“ der Nachbau einer Chebec 1:36 vom Belgier P. P.. Da auch hier ein farbiger Anstrich fehlte, konnten wir auch an diesem Modell die fantastischen Holzarbeiten bewundern. Erst jetzt folgten die italienischen Modellbauer, die ja eigentlich gerade hier immer mit großen Erfolgen aufgetreten sind. Offensichtlich sind auch diese Modelle inzwischen von der Zeit  überrannt. G. P. mit seiner „Allert“ kam zwar hier noch auf respektable 90,33 Baupkt., war aber auch dafür in dem oberen Rang der einzige deutsche Vertreter. D. H. vom Hamburger Club erreichte mit seinen Brücken- und  Lukensektionen jedoch noch 88,67 und 88 Baupkt



Kl. - C 3 -

Die Kl. - C 4 - kleiner als 1:250 gebaut ( 38 Modelle ), war eine reine Domäne der chin. Modellbauer. Die ersten 5 der Kl. kamen  aus China. Der 6. war der russ. Teilnehmer G. S. mit dem russ. Raketenkreuzer „Frunze“. Hier waren die Maßstäbe von 250 bis 1 300 tonangebend. Diese Modelle zu beschreiben fällt mit sehr schwer, ich kann eigentlich immer wieder nur sagen; jeder interessierte Modellbauer sollte unbedingt solch eine WM besuchen. Auf dieser WM kamen doch einige Fachleute und Fans sogar aus Bulgarien angereist. Die „Yamato“ ein jap. Schlachtschiff  1:1 250, von P. W. kam für mich etwas unverständlich nur auf  88,33 Baupkt. Hier hätte ich mir durchaus ca. 3-4 Baupkt. mehr vorstellen können. Vielleicht war hier das Baumaterial ( Papier ) für die Bauprüfer unbewußt im Hinterkopf. H-P. W. hat während des gesamten Wettbewerbs an einem Extrastand, mit der Unterstützung seiner Frau, ständig dem interessierten Besucher gezeigt wie seine Modelle entstehen. Bekanntlich zeichnet P. W. zuerst seine Modellteile, formt und kanntet sie, lackiert alle Details und fügt sie dann zusammen.



Kl. - C 4 - "FORRESTAL" 1:1250 v. Heinz-Peter W. auch bei Bauvorführungen (D)

Die Kl. - C 5 - Buddelschiffe ( 23 Modelle ), wurde auf dieser WM erstmals eingeführt. Wie schon in der vorherigen Kl. waren auch hier sehr kleine Maßstäbe vertreten bis hin zu 1:900. Hier belegte der Franzose M. D. mit der „France II“ 1:150 und 98 Baupkt. den ersten Platz. Die chinesische „New Nippon Maru“ 1:900 folgte mit deutlichem Anstand von 94 Baupkt. auf Platz 2. Auch hier waren wahre Wunderwerke zu bestaunen. Meine Meinung ist jedoch, da ich als Bauprüfer selten die Modelle durch die Verspiegelungen der Flaschen richtig überprüfen und schon gar nicht nachmessen kann, gehört sie nicht auf eine WM. Müssen doch die Kl. - C 1  zur jeweiligen Bauprüfung ihre Schutzhauben zur besseren Kontrolle und Erkennbarkeit der Details abnehmen.

Die Kl. - C 6 - Plastikmodelle ( 18 Modelle ) wurde hier als sog. Demonstrationsklasse das erste Mal vorgestellt und gewertet. Auch hier waren wirklich sehr exakte Meisterwerke zu bewundern. Die „Le Soleil Royal“ 1:100 ein Linienschiff 1669 von Gisela Y. belegte zu Recht mit 97 Baupkt. den ersten Platz. Aber auch hier sage ich, diese Kl. sollten nicht auf einer WM vertreten sein. Es sind keine klassischen Modellbauten, sind hier doch sämtliche Bauteile vorgegeben und bei einigermaßen Ausdauer und Geduld recht mühelos zu bauen. Ich sehe im Vergleich den üblichen Modellbauer, der sich um die Materialien, Zeichnungen und entsprechende Werkzeuge zur Erstellung der Details doch erhebliche Gedanken machen muss. Ich weise immer wieder darauf hin, nicht erst ein Modell zu bauen um dann nach seiner Fertigstellung zu fragen, wo ist meine Kl.. Welcher Veranstalter kann denn auf Dauer die vielen Experten zur Bauprüfung bezahlen ! Hier muss es heißen, es gibt nur die und die Kl., möchte ich an einem Wettbewerb teilnehmen kann ich nur in diesen Kl. bauen ! 

Kl. - C 6 - "U-BOOT-Sektion" 1:35 v. C. S. (F)


Papierschiffflotte 1:250


Die Kl. - C 7 - Papiermodelle  ( 13 Modelle ) eine Einführungsklasse, zeigte zwar auch recht hervorragende Modelle aber auch hier sollte das gleiche wie für die 2 vorherigen Kl. gelten, so schön diese Modelle auch anzusehen sind. In dieser Kl. belegte H. B. mit einem Küstenpanzerschiff 1:250  SMS „Beowulf“ mit 96 Baupkt. den 1. Platz. In dieser Klasse waren nur deutsche Teilnehmern am Start.

Was auf keinen Fall unerwähnt bleiben sollte ist, aufgrund der großen Ausstellungsfläche konnte Rolf M. mit einigen seiner Modellbaufreunde, einige Pieranlagen des Genuesischen Hafens ausstellen. Das besondere daran ist, alles im Maßstab 1:100. Angefangen über die „Oceanic“, „Tirpitz“ und den halbfertigen Modellen der „Vaterland“, „Michel Angelo“ sowie dem Schwesterschiff „Raffaelo“. Speziell an den drei letztgenannten Modellen konnte man sämtliche Plattengänge, Maschinenkühlein- und Austritte, Schlingerleistenaufnahmen sowie an der „Raffaelo“ 24 000 Nietenkopfandeutungen erkennen. M. E., eine fantastische Modellbaudemonstration. R. M. wurde auch nicht müde, dem interessierten Besucher diese Wunderwerke zu erklären. Eine Anregung vielleicht für die Zukunft für Ausstellungen. Halbfertige Modelle sind immer wieder für den Zuschauer leichter  und damit interessanter nach zu voll ziehen. 



Sonderausstellung "OCEANIC" 1:100 v. Rolf M. (CH)

Am Sonnabend gab es einen gemütlichen Abend im Messerestaurant. Hier hat sich der Veranstalter große Mühe gegeben und der geringe Preis auch der Getränke, machte den Abend so richtig gemütlich. Hier hatten wir wieder die Möglichkeit, alte Bekanntschaften aufzufrischen bzw. neue zu knüpfen. Solch ein Abend gehört m. E. einfach zu einer Großveranstaltung. Um 01,00 h lagen wir dann endlich im Bett.

Ein Wermutstropfen der besonderen Art wurde uns ca. 1 Std. vor der eigentlichen Siegerehrung beschert. Hatte ich doch schon am ersten Tag etwas über fehlende Medaillen gehört und es als Hörfehler abgetan, kam nun der Mannschaftsleiter zu uns und erklärte; er habe unser Einverständnis vorausgesetzt und zugestimmt, dass die deutsche Mannschaft freiwillig auf ihre Medaillen verzichtet. Es fehlten ca. 25  Gold- und 10 Silbermedaillen. Diese Medaillen würden wir dann innerhalb von 14 Tagen nachgeschickt bekommen. Hier sagte jetzt die Mannschaft, es möge bitte ein Offizieller des Desasters kommen, es kann ja wohl kaum ein Mannschaftsleiter diese heikle Sache erklären. Jetzt kam endlich der Schweizer Verbandspräsident und versprach uns in die Hand und mit seinem Namen bürgend, wir würden die Medaillen in ca. 14 Tagen bekommen. Wir haben, um es zu keinem Eklat kommen zu lassen, zugestimmt. Für mich, der ja bekanntlich erfolgreich an fast allen WM teilgenommen hatte, ein Novum und ich spreche es für viele andere Teilnehmer klar aus, ich hätte am liebsten geheult. Persönlich glaube ich, jeder, der als Gewinner  eines Wettbewerbs in so einer Situation steckte kann dieses nachfühlen ! Unglaublich aber war, du kommst nach Hause und kannst nicht einmal deine Medaille vorzeigen ! Hoffentlich passiert mir diese Blamage nicht noch einmal. Die Siegerehrung verlief, Dank unserer Tiefpunktstimmung entsprechend. In einer kleinen Ecke der Messehallen lief jetzt im sog. feierlichen Rahmen die Ehrung ab. Die jeweils dekorierten Teilnehmer lieferten brav ihre Medaillen ab, um sie den nächsten Teilnehmern wieder umzuhängen. Dass jetzt die wenigsten Betroffenen noch Lust zur Abschlußfeier verspürten, kann sich, glaube ich, jeder vorstellen.

Nachdem die Modelle freigegeben waren, lud ich meine Kästen in den Wagen und war nach den nötigen Verabschiedungen um 18,40 h auf dem Nachhausetrip und traf um 01,45 h dort ein. Während der Fahrt war ich aufgrund des mißglückten Endes dieser WM verständlicher Weise nicht müde und warte jetzt auf die Medaillen. Zu diesem Bericht möchte ich sehr deutlich sagen; ich möchte mich herzlich bei den stillen Hintergrundmitarbeitern und den offiziellen Funktionären dieses C-Weltwettbewerbs für ihr Engagement und ihre gewiss nicht immer leichte Arbeit bedanken! Es hätte am Ende bloß nicht mit den Medaillen passieren dürfen, denn die runden ja bekanntlich erst einen Wettbewerb ab. Wer das nicht nachvollziehen kann, hat offensichtlich noch nie auf einem großen Wettbewerb in der vorderen Reihe gestanden.   Ich weiß, dass jetzt der eine oder andere Leser dieser Zeilen fürchterlich empfindlich reagieren wird, aber ich möchte darauf hinweisen, es sind in erster Linie meine persönlichen Eindrücke und Empfindungen !! 

Die Medaillen sind wirklich schon eingetroffen ! 

H-Jürgen Mottschall



 

Die WM-Motoren von 21.-30.07.95 in ILAWA ( Polen )

 


Als sich Polen um die WM 95 bewarb, hatte man damals großzügige Vorabinformatioen zugesagt. Leider wurden diese für den interessierten Teilnehmer nur sehr knapp eingehalten. Wir, die Hamburger Teilnehmer, haben erst eine gute Woche vor Beginn der WM unsere Anmeldebestätigung erhalten. Leider haben wir auch als einzige Teilnehmer des Dachverbandes "nauticus" keine Teilnehmerliste als Vorabinformation erhalten und fuhren ohne Information 850 Km nach ILAWA.

Selbstverständlich hatten wir Bedenken überhaupt noch loszufahren, schließlich sagten wir uns jedoch, es kann auch unter Umständen ein Abenteuer werden und es wurde eins.

Wir, die als Schiedsrichter eingeladenen Jürgen H. und ich, fuhren schon am Freitag los. Der Übergang Frankfurt/Oder wurde innerhalb einer halben Stunde bewältigt und nach rund 11 Stunden Fahrzeit waren wir dann endlich vor Ort. Die Organisation vor Ort war wie auf allen größeren Wettbewerben, doch anfangs mit etwas Sand im Getriebe behaftet, lief sich dann jedoch im Laufe des Wettbewerbs rund. Wir wurden ca. 1,5 Km weiter in einem Hotel untergebracht, das unseren Ansprüchen genügte. Nicht ganz so gut war, dass ich mein Modellschiff immer hin und her transportieren musste, da kein entsprechender Raum zur Aufbewahrung vorhanden war. Selbstverständlich ließen wir auch unseren PKW auf dem bewachten Parkplatz  des Wettbewerbgeländes stehen. Das, wir damit recht hatten, zeigte sich dann auch sehr krass. Michael Dahm aus Deutschland hatte weniger Glück. Ihm wurde der PKW direkt neben dem Campingwagen gestohlen. Dieser Diebstahl wurde mit Sicherheit profihaft vorbereitet. Zur Vorbereitung wurde auf der Rückseite des Geländes der Zaun durchschnitten und bevor einer beim Anspringen des Motors überhaupt reagieren konnte, war der Wagen schon verschwunden.

Hier zeigte sich allerdings ein großer Zusammenhalt der internationalen Gemeinschaft. Unser Mannschaftsführer Dieter Z. legte sofort scharfen Protest gegen die nicht ganz perfekten zugesagten Sicherheitsvorkehrungen ein, und drohte sogar mit dem Abzug der deutschen Nation. Mit Dieter Z. als Mannschaftsleiter der deutschen Teilnehmer, ist dem " nauticus " mal wieder ein guter Griff gelungen. Hier schlossen sich sofort alle übrigen dort auf dem Campingplatz vertretenen Nationen an und siehe da, der herbeigerufene Bürgermeister und Polizeichef gelobten Besserung, die auch eingehalten wurde. Michael D. bekam auch die sofortige Zusage der entsprechenden Ausreisepapiere und ein Schleppfahrzeug für seinen Campingwagen bis zur Grenze.

Die Eröffnungsfeier, und die war wie in allen Ostblockstaaten üblich, eine kleine Schau. Einmarsch der Nationen begleitet von einem Spielmannzug und fantastischen Darbietungen einer Tanzgruppe rundeten den Rahmen ab. Selbstverständlich fehlten auch nicht die Honoratioren der Gemeinde sowie des Militärs. Zum großen Glück hielt sich auch des Wetter mit nicht allzu großer Hitze im Rahmen. Leider muss ich auch hier wieder einmal feststellen, es fehlte wieder einmal der "NAVIGA"-Präsident. Für mich undenkbar denn ich habe auch auf Olympiaden des Sports noch nie das Fehlen des Präsidenten feststellen können. Eine Weltmeisterschaft ist das Ereignis des Verbandes !

Pünktlich für mich als Leiter der Wertungskommission ( die übrigen Wertungsrichter waren:  Jury N. UKR, Roger F. CH, Roger T. GB, Frank D. GB ) - F 6 / F 7 -, konnten wir am Sonnabend Nachmittag mit der Sichtprüfung  der - F 7 - Kl. beginnen. In einer Schule, ca. 400 mtr. entfernt, wurden die neun Modelle der Teilnehmer aufgestellt und uns die möglichen Funktionen vorgeführt. Leider musste ich für mich feststellen, dass nicht allzu viel Neuheiten vorgestellt wurden. Sicherlich braucht auch hier ein gutes Programm eine gewisse Bau.- und Vorbereitungszeit. Die  Sonntagnachmittag - Vorführungen waren dann auch sehr durchschnittlich zu bewerten. Waren bei dem Einen gewisse Nervositäten zu beobachten, ließen bei anderen doch durch Funktionsstörungen die eine oder andere Ausführung platzen. Gleich im 1. Durchgang stellte Fridolin M. aus Österreich sein neues Programm vor. Ähnlich aufgebaut wie sein Vorheriges, dieses mal jedoch wesentlich umfangreicher mit sehr realistischem Hintergrund. Die Vorführung eines Schwammtaucher - Kutters vor Griechenland. Eine sehr gute Vorführung schon im 1. Durchgang bis auf einige Kleinigkeiten fast perfekt. Vom Aufstehen der Besatzung bis hin zum Auffinden des POSEIDON unter Wasser eine sehr interessante Vorführung. Obendrein auch ein entsprechend sauber gebautes Modell ergaben schon gleich eine hohe 90-ziger Wertung. Der 2. Teilnehmer, Jean Marc B. aus Frankreich, hatte eine inzwischen erweiterte Schau angeboten, leider sind hier auch im 1. Durchgang sehr häufig die Funktionen nicht gekommen. Die Funktionen der "Calypso" - einem Forschungsschiff des berühmten Franzosen Coustou - klappten zwar noch gut, aber die der neuen ROTOR angetriebenen französischen Großyacht, klappten fast alle nicht. Ich denke, wenn das Programm erst einmal mehrfach gefahren wurde, wird es auch wie gewohnt bei J.M. B. erfolgreicher. Auf jeden Fall wäre es ein gutes Gegenstück zu F. M.. Theo R. aus Deutschland zeigte uns in gewohnter Manier wieder einmal das "EMSPÜNTE" - Programm - der normale Tagesablauf auf einem Flußkahn - ist ja inzwischen in der ganzen Modellbauwelt bekannt. Aufgrund des jetzt ja neu zu bewertenden Faktors - Ausführung des Modells - kam Theo aber gerade auf 90 Punkte im 1. Durchgang. Auf jeden Fall immer wieder eine interessante Vorführung mit div. Einzelvorführungen der Decksmannschaft und dem Bordhund. Eine große Überraschung bot Stefan Z. aus Deutschland. Er zeigte einen Arbeitstag auf einem großen Seeschlepper der ein Arbeitsboot aussetzte ( fuhr auch selbstständig) es wieder aufnahm, verschiedene Markierungstonnen ausbrachte und wieder an Bord nahm. Es war zwar kein so umfangreiches Programm, welches aber sehr abgerundet dargeboten wurde. Die übrigen Teilnehmer aus Russland, ein Hochseeschlepper bei Löscharbeiten und ausbringen von Rettungsbooten, die polnische Bohrinselkranversorgung, David W. aus G.B. mit einer Yachthavarie, Sergief M. mit einer italienischen Großflotte ( ich rate bis heute noch, um was es da ging) sowie der polnische Teilnehmer Jacek S. rundeten das Bild unter den 9 Teilnehmern ab.

Die Kl. - F 2a - Sen. folgte am Sonnabend ab 14,00 Uhr mit der Bauprüfung leider auch hier kein sehr großes Teilnehmerfeld. Die insgesamt 12 Teilnehmer ( gegen sonst um die 20 ) bestätigen eine schon anfangs geäußerte Vermutung. Dirk H., der Titelverteidiger aus Hamburg meldete sich zum Glück selbst in Polen an, sonst wäre er doch glatt vom "nauticus" vergessen worden. Werner T. aus Oberhausen und ich der Hamburger hätten hier in der - F2a - von der Bauwertung glatt die ersten 3 Plätze belegen können. Was ich hier allerdings von dem polnischen Bauprüfer M. M. während meiner Bauprüfung zu hören bekam, verschlug mir doch das eine oder andere Mal glatt die Sprache. Es fing schon mit den Bauunterlagen an. Bekanntlich habe ich zu meinen Modellen ja immer einige hundert Fotos des Originals und perfektes Planmaterial. Hier ließ sich der Gute nicht davon abbringen und das hatte er ja mit Adleraugen entdeckt, mir anzukreiden, dass am  vorderen Mast meines Schiffes grüne Farbe fehlt. Mein Hinweis nützte auch nichts, dass es Mennige ( Vorstreichfarbe nach Ausbesserungen ) ist. Alle übrigen Backausrüstungen - eine Seite weiter - zeigten es mehr als deutlich. Ein mit dem Computer geschriebener Schiffsname war in seinen Augen schief und es fehlten die 6 übereinander liegenden Schriftzüge auf den 0,7 und 0,8 mm Durchmesser hohen Rettungsinselbehältern. Dieses Gehabe veranlasste mich schließlich zu dem Ratschlag an den Herrn M. es gefälligst doch einmal selbst zu versuchen! Selbstverständlich wurde jetzt hier 1x1 zusammengezählt und unter dem Strich vom ihm für dieses Modell genau so wie D. H. ( vor 2 Jahren in Wendlingen noch 4 x 100 und 1 x 99 Baupunkte ) nur 94 Baupunkte vergeben. Das war in den Augen dieses fantasielosen Bauprüfers die höchste Wertung der Klasse - F 2a -. Mit großer wahrscheinlich hat er auch die - F 2a/b/c - Klasse in einen Pott geworfen! Eine Frechheit, die schon ihresgleichen sucht ! Das Schlimme jedoch ist, daß ich seine modellbauerischen Fähigkeiten kenne, die sich bei uns im Bereich - der mittelmäßigen - F 4b - Junioren bewegt. Die Frage sei erlaubt, wer hat diesen Mann die Schiedsrichterbefähigung erteilt ? Um das Maß voll zu machen verabreichte er W. T. sogar nur 85 Baupkt. Offensichtlich versuchte hier einer im Vorwege durch Kenntnis der Startstelle - F 2 - , schon dirigistisch einzugreifen. Wie sonst kann es angehen, dass die großen schweren und dabei fahrstabilen Modelle so hoch gewertet wurden. Dieses Vorgehen ist mit Sicherheit keine Werbung für die "NAVIGA". Nicht das Schöne an den Modellen wurde gesehen oder gesucht, sondern eine kaum zu ertragene Fehlerjagt nach dem Motto ; ich bin aber besser und sehe mehr, veranstaltet. Kurioserweise haben die meisten der Ostblockteilnehmer weder vernünftige Bauunterlagen noch  Bilder. Die Frage insgesamt beim Anblick der angereisten Modelle sei erlaubt, ist Deutschland mit den Chinesen  so führend  im Modellbau oder haben immer weniger Lust zur Teilnahme. Nach den verschiedenen Wertungen von Bauprüfern der "Extraklasse", wäre dieses allerdings zu verstehen! Mein Vorschlag wäre, jeder Bauprüfer einer Weltmeisterschaft, sollte eines seiner bisher gebauten Modelle auch auf diesen Meisterschaften ausstellen. Die übrigen Teilnehmer der - F 2a - Kl. sind aus der Liste zu ersehen.

Ich belegte in dieser Klasse mit 97,33 Baupunkten vor D. Hamann 95,33 Baupkt. und W. T. mit 93,67 Baupkt. den ersten Platz. Mein angestrebtes Ziel, unseren Dirk schon mal in Bauprüfung zu übertrumpfen war also schon erreicht !

Am Sonntag kam der Tag der Wahrheit. Ab 13,00 Uhr ging es endlich auf dem - F 2 - Parcour los. War am Freitag und Sonntag noch ziemlich ruhiges Wasser an der Startstelle, so brieste es jetzt doch hin und wieder recht ordentlich auf. Nach dem  die Startreihenfolge durch Losziehung festgelegt war, konnte es auch gleich richtig beginnen. W. T. 1, D. H. 2 und ich als 3. Werner fuhr 9 Fehler 2 x oben berührt und im Dock getickt, Dirk  6  Fehler 1 x oben vorbei und ich 8 Fehler 1 x oben berührt und vorbei. Es war also nach diesem Lauf immer noch alles offen, zumal  die übrigen Teilnehmer auch nicht so überragend fuhren. Allerdings hatte ich gerade in einer ca. 20-minütigen extremen Windphase meinen Kurs zu bewältigen. Der Wind und Wellengang von Sportbooten ließen bei mir, aus Angst um mein neues Schiff, den Gedanken aufkommen, kein Dockmanöver zu fahren. Letztendlich siegte aber wieder der Ergeiz, es doch zu versuchen. Mit einem anderen Schiff hätte ich das Manöver vermieden! Ich hatte Glück, das Manöver klappte Dank der Schottelantriebe und Bugthruster hervorragend.  Ohne diese Manöverierhilfen wäre es sicherlich niemals geglückt, aber Dank meiner 2 starken Bugstrahlruder und den 2 Heckschottelantrieben, tanzte ich das Schiff in das Meßviereck. Nicht nur wir stellten fest, sondern auch im nachhinein alle übrigen Teilnehmer, dieser Kurs war durch Sonneneinfall und dem immer wieder erzeugtem Schwell durch andere Großschiffe, oft reine Glücksache - speziell um ein gutes Dockmanöver zu fahren. Hier hatten wir das Glück, in Herbert K. aus Stuttgart einen mit dem nötigen Fingerspitzengefühl ausgestatteten Startstellenleiter zu haben. Leider wurde uns - F 2 - Fahrern unter der Hand bestätigt, dass die übrigen Rennstartstellen nach den Kriterien evtl. neu zu fahrender Weltrekorde festgelegt wurden. Diese Rennstartstellen waren während des gesamten Wettbewerbs mit wenig Wind und überhaupt keinen Schwell anzutreffen. Für mich muss ich feststellen, dass die - F 2 - Kl., offensichtlich nur noch ein Anhängsel der Wettbewerbe sein soll. Auch wir haben ganz gerne so ruhiges Wasser, so dass wir mit unseren unbestritten empfindlichen Schiffen in Ruhe unsere Läufe und damit 100 Fahrpunkte erreichen. Gleiches Recht für alle, oder ?

Am Dienstag Abend fand wie üblich die große Teilnehmerdiskussion in der Schule statt. Hier wurde jetzt endlich eingesehen, dass es für die Zukunft mit solch einer Anzahl von verschiedenen Klassen - hier waren 40 vertreten - nicht durchführbar und vertretbar dem Teilnehmer gegenüber ist.  Denken wir nur einmal an den Teilnehmer der mit einem Modell startet. Der muss rund 14 Tage seines Jahresurlaubs nehmen, um für max. 2 x 7 Minuten sein Modell zu baden. Das hier die Einsicht der Familie fehlt ist doch wohl erkennbar, ganz abgesehen von den Kosten ! Die andere Frage sei gestellt; welcher Verein oder Land kann diese immensen Kosten solch einer Großveranstaltung schon tragen. Mit großer Mehrheit - weit über 90 % der Anwesenden stimmten für eine Teilung Sport/Modellbau - haben dieses richtig erkannt. Der nächste Schritt kann jetzt nur noch bedeuten, die Zusammenlegung der Klassen - F2 / F6 / F7 / C1-C6 - und evtl. als Demonstrationsklassen entweder - F 4a - oder Dampf. Auch hier wurde richtig erkannt, das mit Zunahme von neuen Klassen nicht mehr  Teilnehmer geworben werden, sondern nur der eine oder andere Erfolglose seiner Klasse diese wechselt. Hoffentlich wird diese Erkenntnis auch entsprechend in der "NAVIGA" erkannt, oder wird nicht mehr auf die Wünsche der Basis geachtet ?

Am Mittwochnachmittag hatte ich, während die übrigen Teilnehmer zur Marienburg fuhren das Riesenglück, mit einem recht kleinen  Teilnehmerkreis das SHIP HANDLING RESEARCH AND TRAINING CENTRE etwas außerhalb von Ilawa besuchen zu dürfen. Dieser Besuch war für sich schon die ganze WM wert. Hier wurden auf einem riesigen See mit maßstäblichen Modelle zwischen 1:16 - 1:24 entsprechend ausgelegte Kurse, Kanäle, Brückendurchfahrten und Hafenanlagen von uns befahren. Nach einer Kurzeinweisung ging es auf die Modelle und ab durch die Kurse. Ich selbst hatte das Glück, eine Jumbo-Fähre von 21 300 DTW zu steuern. Hier wurden alle natürlichen Eigenschaften des Originals eingegeben. D.h. der Anhalteweg des Originalschiffes und die Ruderträgheit wurden auch hier übertragen. Für alle die hier teilnehmen durften ein einmaliges Erlebnis, dass besonders durch die Herzlichkeit der Trainingskapitäne/Fachlehrer noch den I-Punkt bekam. Ich hätte hier noch Tage verbringen können ! 

Die am Mittwoch um 20,00 Uhr stattfindende Neuwahl des Sektionsleiters der Motoren, ergab eine Riesenüberraschung. Hatte doch jeder mit der Wiederwahl des bisherigen Leiters gerechnet, kam es nun, nachdem auch ich als vorgeschlagener Kandidat nicht zur Verfügung stand zum Ergebnis, Peter S. aus Stuttgart  mit 13 zu 5 Stimmen als neuer Leiter. Die für eine evtl. neue Aufteilung bzw. Sektionsklassenzusammenlegung - F und C - nötige Aufgliederung wurde auch gleich mit ins Auge gefasst, so das der als Vertreter gewählte J. L. gleich mitgewählt wurde. Wer letztendlich welche Aufgabe übernehmen wird ist ja noch von der "NAVIGA"-Sitzung im Herbst abhängig. Für mich musste ich feststellen, dass der Wahlverlauf gesteuert war. Wir werden sehen, wer nun die neue TK-Motoren besetzt und auch wirklich mitarbeitet. Von meiner Seite möchte ich auf die bisherige gute Arbeit des nicht wiedergewählten Herrn M. hinweisen, warten wir es ab. Ich wünsche jedoch dem Herrn Schmidt eine glückliche Hand für diesen umfangreichen Job. Dankbarkeit wird er jedoch auf keinen Fall ernten.

Zum Schippern mit beleuchteten Modellen am Freitagabend stellten einige Teilnehmer auf der Hotelterrasse ihre Modelle aus. Die Bevölkerung von Ilawa dankte dieses mit im wahrsten Sinne des Wortes mit erdrückender Neugier. Eine fantastische Idee, die unbedingt verfolgt werden sollte. Wir, die ausgestellt hatten und Rede und Antwort standen, haben uns gefragt; wie viele Menschen leben eigentlich in dieser Region. Dieser Applaus der Bevölkerung an unser Hobby war mit Sicherheit auch eine Seelenmassage für uns dem Modellbauer !

Der 2. Lauf am Freitag wurde auch wieder nur in sofern besser, dass wenigstens P. S. noch eine Silbermedaille mit dem Landungsboot " EISENHÜTTENSTADT " herausfuhr. Unserem W. T. blieb der undankbare 4. Platz vorbehalten. Während des 2. Laufes lief ein gestörtes FSR-Rennboot von der ca. 200 mtr. entfernten Startstelle direkt auf das im - F 2 -Kurs fahrende Modellboot des Ukrainers Sergief M.. Traf direkt Mittschiffs auf dem Aufbau, fegte diesen ins Wasser und überfuhr das Modell. Zum großen Glück blieb wenigstens der Rumpf noch schwimmfähig und konnte nach Beruhigung der Nerven noch mit einem 100-derter Lauf den 3. Platz verteidigen. Ein herbeigerufener Taucher konnte nach etwa 20. Minuten aus ca. 5 mtr. Tiefe den versenkten Aufbau bergen. Jetzt endlich wurde von der herbeigeeilten Feuerwehr eine Ölauffangsperre zwischen die Startstellen installiert. Was es für ein Gefühl ist wenn ein Rennboot auf dem Kurs auftaucht kann ich bestätigen, ist doch vor Jahren in Schwerin mir selbst einmal ein 35-ziger Rennboot auf dem Kurs entgegen gekommen. Hubert W. leistet sich jetzt noch einen fatalen Fehler, da er mit Sicherheit gedanklich noch beim - F2a - Modell war. Nach einem fantastischen fehlerfreien Lauf im Parcour, im falschen Messviereck des Docks zu parken. Ein Fehler, den er mit großer Sicherheit nie wieder begehen wird. Auch in dieser Klasse belegte der Brite R. T. dank eines 100-derter Laufes noch einen guten 5 Platz. Auch in dieser Kl. wurden nur 2 x 100-derter Läufe gefahren !

Dienstag um 8,30 Uhr begann die Bauwertung der Klasse - F 2b - Jun. und im Anschluss daran die - F 2a - Jun. Hier ist leider festzustellen, dass die wenigsten der jungen Nachwuchsmodellbauer ihre Modell selbst gebaut haben. Mir, und speziell den ehemaligen DDR-Modellbauern, sind die meisten der vorgestellten Modelle schon lange Jahre aus dem Seniorenlager bekannt. Von daher möchte ich auch sagen, diese Juniorenklassen generell abzuschaffen. Ein 16-jähriger Modellbauer behaupte doch glatt, seine Modelle - es wären selbst bei den Senioren gute Modelle gewesen - im Alter von 9 Jahren angefangen zu haben. Sein - F 2a - Schiff war allerdings 1979 in Duisburg einer meiner schärfsten Widersacher. Hier hat man mit Sicherheit dem Jugendlichen und seinen übrigen Mitstreitern keinen guten Dienst erwiesen. Da hier niemals der Nachweis es selbst gebaut zu haben, richtig nachvollziehbar ist, kann und darf diese Kl. nicht weiter ausgefahren werden. Der Höhepunkt war eigentlich: Auf die Frage eines Schweizer Schiedsrichters an einen Jugendlichen, warum das Deck so verzogen ist, bekam er zur Antwort; dieses Modell ist ja schon über 20 Jahre alt !

Mittwoch um 9,30 Uhr begann auch endlich die Bauprüfung der - F 2c - Klasse immerhin 11 Modelle. Auch hier wieder sehr dominant die deutschen Teilnehmer und so war es keine Überraschung, das am Ende der Wertung P. S.. mit der "SCHARNHORST" 98,67 Baupunkte bekam, dicht gefolgt von A. P. mit 96,67 Baupkt. für seine "NAPOLI" Der zweimalige ukrainische Titelverteidiger A. Y. folgte mit abgeschlagenen 92,67 Pkt. Auch hier war noch lange nicht der vermeintlich sichere Titel vergeben, ist der Ukrainer bisher 2 x aus dieser Position zum Weltmeistertitel dank seines sicheren und exelenten Fahrens gelangt. Leider war auch in dieser Kl. keine allzu große Konkurrenz zu erkennen und somit musste das Kursfahren wieder herhalten.

Der 1. Lauf am Donnerstag zeigte auch hier wieder sehr schlechte Fahrergebnisse. Der 2. Lauf am Freitag in dem jetzt endlich auch hier nur 3 x 100 Fahrpunkte erreicht wurden, führte zu dem Ergebnis, das Dank eines 98-ziger Laufes vom P. S. und des 100-derters vom A. P. ein Stechen zwischen diesen beiden erforderlich war. Hier siegte der Peter ganz souverän. Wie zu erwarten, fuhr der ukrainische Titelverteidiger jetzt auch 100 Pkt., konnte aber aufgrund der niedrigen Bauwertung für seine "RICHELIEU" nur den 3. Platz belegen. Persönlich freue ich mich für diesem fantastischen Sportsfreund.

Der 2. Lauf am Mittwoch brachte auch keine besseren Fahrleistungen. lediglich durch den 100-derter Lauf  von Keith B. aus G.B. noch eine Verschiebung in sofern, das wir jetzt so richtig um einen Medaillenplatz kämpfen mussten. Da ich wieder einmal im oberen Tor berührte und einmal vorbeifuhr hatte ich keine Verbesserung. D. H. fuhr nun mit viel Glück eine 98-ziger Wertung und W. T. auch keine Verbesserung zum 1. Lauf. Jetzt war ein Stechen um den 3. Platz zwischen dem russischen Teilnehmer Mihail M. und mir angesagt. Da ich im Laufe der letzten WM immer wieder Stechen fahren musste, ließ es auch diesmal keine Aufregung bei mir aufkommen. Nach dem Motto; watt mutt datt mutt, berührte ich das obere Tor und tickte durch einen Bedienungsfehler meiner Anlage eine Seitenwand im Dock - also 93 Fahrpkt. Mein russischer Mitstreiter vergaß in seiner Aufregung seine Empfängerantenne aufzustecken und musste nun mitten im Parcour seinen Lauf aufgeben. Insgesamt wurden hier ganze 3 x 100 Punkte in den Läufen erzielt !

Meine persönliche Bilanz dieser WM ist das schlechteste Fahrergebnis meiner Weltmeisterschaftsteilnahmen. Hier kann ich auch nur mir und meiner fahrerischen Unfähigkeit einen Tadel aussprechen. Aber zum Glück wird es ja mit Sicherheit eine nächste WM geben und da machen wir es halt  besser.

Während wir uns auf dem Fahrparcour abmühten, kämpfte im wahrsten Sinne des Wortes die 14 - F 2b - Teilnehmer während der Bauwertung um ihre Punkte. Auch hier wieder das gleiche Spiel des H. M.. Zum großen Glück spielten nicht alle Schiedsrichter/Bauprüfer mit. Der Bauprüfer Jürgen H. aus Hamburg war auch hier wie in allen übrigen Klassen immer wieder für den Klassenbesten - wie es die Regeln empfehlen - mit 100 Baupunkten vertreten. Er hat wohl als einziger auch den Eid der Schiedsrichter verstanden ?

Da es auch hier bis auf W. T. neues Modellschiff  "MELLUM" keine neuen Modelle gab, legte der bekannte chinesische Modellbauer und Titerverteidiger Wu Bin mit seinem  Saugbagger Maßstab 1:85 eine saubere Wertung mit 97,67 hin. Gefolgt von W. T. mit 95,67 Baupkt. und P. S. mit 94,67 Baupkt. Der Ukrainische Modellbauer Sergiey M. folgte mit einem Schlepper/Löschbootmodell 92,33 Baupkt. und Roger T. aus G.B. mit 89,33 Baupkt. spielte das berühmte Zünglein an der Waage. Auch hier in dieser Klasse war mit Sicherheit der Wettstreit auf dem Wasser angesagt.

Der 1. Lauf  Kl. - F2b - Sen. begann am Montag 10,30 Uhr. Auch hier gleich im ersten Durchgang war das gleiche schlechte Fahren festzustellen wie schon tags zuvor in der - F 2a - Kl.. Selbst der Chinese Wu Bin fuhr einmal vorbei sowie alle übrigen Favoriten der Kl.. War ich zuerst über den hohen Aufbau von W. T. " MELLUM " überrascht, überzeugte mich dieses wunderschöne Modell auch durch sein fahrstabiles Verhalten. Leider half unserem W. T. sein fahrstabiles Schiff nichts, auch er fuhr  vorbei. Zum Glück  wird ja die Fahr/Bauwertung zusammengezählt.

Im 2. Durchgang am Sonntag schafften alle Teilnehmer, bis auf J.M. B., bessere Abläufe, sodass die Höchstwertung von 2 x 100, 2 x 99 und 1 x 98 Punkte für Fridolin M. einfach vergeben werden musste. Ein stolzes Ergebnis für eine respektable Leistung. Die beigefügten Ergebnisse zeigen den übrigen Stand.

Am Sonntag den 23.07.95 wurde auch schon die Sichtprüfung der Kl. - F 7 - durchgeführt. Leider waren hier nur 4 Mannschaften angetreten, ein Trend der auch bei uns in Deutschland erkennbar ist. Wo sind sie, die Italiener, Bulgaren und die Deutschen ? So mussten am Montag die relativ schwachen Programme der Gruppe aufgrund der fehlenden Konkurrenz mit höheren Leistungsstufen bedacht werden. Die Bohrinselkranvorführung des polnischen Teams errang mit 90,67 Punkten die Goldmedaille. Die Gruppe um Peter J. aus Deutschland kam mit dem "Damenviererrennen" auf Silber, David W. aus G.B. mit der Yachtdemonstration auf Silber und die Jugendgruppe um Jens L. errang mit 77,33 Punkten für ein Formationsfahren noch die Bronzemedaille. Auch die 2. Durchgänge brachten hier keine Steigerung.  Sehr schade, hatte ich doch gehofft, hier einiges zu erleben.

Das übliche Abschlußbanquett am Sonnabend schloss diese IX. WM wieder ab. Hier zeigte sich der Gastgeber von seiner angenehmen Seite und ließ es an nichts fehlen. Selbstverständlich wurde auch dieser Abend zur Kontaktpflege genutzt bzw. alte Freundschaften wieder aufpoliert. Gegen 1.00 Uhr brachen wir dann auch schon allerdings auf, mit dem Wissen, am nächsten Tag noch ca. 820 Km. Heimfahrt antreten zu müssen.

Während der letzten Tage fanden ständig Siegerehrungen der abgeschlossenen Klassen statt. Am Sonntagmorgen musste lediglich der letzte Lauf der - F 7 - Kl. abgeschlossen werden. Dieser kleine Höhepunkt der WM brachte noch einmal die gewünschten Ergebnisse des einen oder anderen. Die restlichen Siegerehrungen und das Beendigungszeremoniell der IX.WM 1995 rundeten das Bild dieser Meisterschaft ab.

Nach einer halben Stunde Verabschiedung von vielen, vielen lieben Freunden, begann nun unsere Heimfahrt. Nach einigen Behinderungen - wir brauchten 45 Min. für ca. 200 mtr. Schlange vor uns  und zwar vor dem deutschen Zoll - kamen wir endlich um 00,30 Uhr in Hamburg an. Etwas geschafft aber doch ganz zufrieden. Wo die nächste WM stattfinden wird wußte leider noch keiner.

H-Jürgen Mottschall




 

Die  6. WM. / 6. Worldchampionship Wendlingen 30. Juli - 6. August 1993

 




Diese Weltmeisterschaft in 17 Klassen ist unter einem sehr schlechten Stern entstanden. da die Nürnberger. die sich ursprünglich um diese Meisterschaft beworben hatten, kurzfristig ausstiegen und der Wendlinger Club sich gottlob bereiterklärte, diese Weltmeisterschaft in Deutschland doch noch durchzuführen. Leider - und das kann ich nur auf die kurze Vorbereitungszeit zurückführen - fehlte so gut wie jegliche Vorabinformation. Wären diese Informationen wie sonst üblich gekommen, hätte man auch die Klasse - F 2 c - mit dem fehlenden dritten Startteilnehmer auffüllen können. So ist ausgerechnet in der Klasse  F 2 c   in der wir seit Jahren immer die ersten Plätze belegen. Praktisch ein Platz verschenkt worden. Wir. die Teilnehmer in den Klassen  F 2 a. B und c  haben uns darüber gewundert. wie auch immer das Ganze entstanden sein mag.

Als ich am Donnerstag anreiste. fand ich ein sehr gut vorbereitetes Gelände vor. obwohl die - F 2- Startstelle etwas beengend war. Bei gegenseitiger Rücksichtnahme ist dies jedoch relativ gut überwunden worden. Gedrängel und Geschiebe gab es allerdings in der Klasse - F 6 -. die teilweise mit sehr großen Mannschaften (bis zu 12 Mann) und riesengroßen Modellen dort antreten mussten. Als Wettkampfteilnehmer gerade an dieser Startstelle möchte ich dem Startstellenleiter und seinen Mitarbeitern ein großes Lob für ihr Fingerspitzengefühl. die Umsicht und die Ruhe während der einzelnen Starts aussprechen.

Am Freitag fand die Registrierung der Teilnehmer und Modelle in einer nahe gelegenen Schule statt. Der Weg zu dieser Schule – ca. 2 km entfernt - war sehr gut ausgeschildert und deshalb leicht zu finden. Durch die Aufteilung der beiden Räume war nicht jedem gleich klar. wie die Registrierung vor sich gehen sollte. Nachdem sich dies jedoch eingespielt hatte. war auch dieses Problem schnell bewältigt. Zu unserer Überraschung stellten wir dann fest. das die Littauer Mannschaft. die bisher keine Anmeldung getätigt hatte. nun auftauchte und an der Weltmeisterschaft teilnahm.

Der Sonnabend machte doch den einen oder anderen von uns Teilnehmern, Fußvolk, wie ich hier mal sagen möchte, ein bisschen nachdenklich. Einen Empfang im Rathaus gab es lediglich nur für die Offiziellen sprich Schiedsrichter und Präsidiumsmitglieder durch den Bürgermeister. Ich denke, es wäre angebrachter gewesen, das auch die Teilnehmer, wenn auch nur eine größere Auswahl von ihnen, an so einem Empfang hätten teilnehmen können. Dieses sollte einfach möglich sein, allein schon aus dem Gefühl der Zusammenge-hörigkeit. Die Pressekonferenzen, die im Laufe des Samstags abgehalten wurden, hatten es in sich. Hier wurde ein sehr starkes Interesse von der Presse an diesem Wettbewerb gezeigt, so daß auch während des gesamten Wettbewerbs die Presse wie Zeitung, Radio und Fernsehen präsent waren, besonders am Mittwoch. Im Anschluss an den Rathausempfang folgte die Schiedsrichterbesprechung, von der Mannschaftsbesprechung habe ich hingegen sehr wenig mitbekommen. Unser Mannschaftsführer, der Kurt Brenke, der ein alter Fuchs in dieser Sache ist, stellte sich lediglich selber auf dem Gelände noch einmal vor und damit hatte es sich.

Um 19.00 Uhr wurde die Weltmeisterschaft durch den 2. Bürgermeister der Stadt Wendlingen eröffnet. Dies ging in üblicher Weise vonstatten, d.h. die Mannschaften wurden entsprechend aufgestellt, eine Musikkapelle ging vorweg und dann wurden die nauticus-Fahne und die Naviga-Fahne sowie die Deutschland-Flagge gehisst. Nachdem die Vereidigungen der Schiedsrichter vorgenommen waren, konnte auch der Eid der Teilnehmer in den offiziellen Sprachen gesprochen werden (englisch, französisch - deutsch von mir vorgetragen und ein Novum auf chinesisch von einem Teilnehmer der chinesischen Delegation.

Aufstellung der teilnehmenden Nationen


Eid der Wettkämpfer (deutsch, engl.,chin. u. russ.)


Am Sonntag ging auch für uns der Ernst des Wettbewerbs los, d.h. die" Klassen - F 2 a und b - wurden gewertet mit - dieses sei im voraus gesagt - mit' sehr guter Besetzung der Bauprüfer. Gut deshalb, da Ergebnisse zustande kamen, die ich seit Jahren schon fordere, d.h. die Schiedsrichter waren auch bereit, nicht nur ihre Leistungen mit 100% anzusetzen, sondern auch den in ihren Augen ersten Modellbauer oder dem ersten Schiff die 100 Baupunkte zu bewilligen. Dieses ist hier in insgesamt 7 Fällen geschehen und ich denke, darauf lässt sich aufbauen. Das war auf jeden Fall eine gute Werbung der Bauprüfer für unser Hobby. Das Angebot in allen drei Klassen war allerdings nicht so, wie man es sich auf einer Weltmeisterschaft wünscht. Vielleicht mag es etwas hochnäsig klingen, aber nur die chinesischen und deutschen Modelle hatten Qualifikation für eine Weltmeisterschaft. Ich möchte um Gottes willen keine Abwertung der übrigen Modelle hier vornehmen, aber ich denke, es müssen unheimlich viel gute Modellbauer inzwischen zu Hause geblieben sein, denn wir kennen Modelle von anderen Meisterschaften her, die den Vergleich zu  diesen Topmodellen hätten standhalten können.

In der Klasse - F 2 a - (Senioren) bekam der Modellbauer Dirk H. mit seinem Modellschiff "Borre", Maßstab 1:100, 4 x 100 und 1 x 96 Baupunkte und somit den Querschnitt von 100 Baupunkten. Für mich hat sich damit ein Traum erfüllt, denn für diese Sache trete ich seit Jahren ein - leider lange Zeit ganz allein. Die beiden nächsten Modelle waren das Modellschiff "Xiang Yang Hong" im Maßstab 1:100 von einem Chinesen gebaut und hier muss ich sagen, Schiffsmodelle werden in Gemeinschaftsarbeit auf Universitäten von Modellbauschulen in China gebaut. Dieses Schiff bekam eine Bauwertung von 99 Baupunkten und der Dritte im Bunde war das chinesische Schiff „Shi Jian", auch mit einem kleineren Schiff im Maßstab 1:110. Hier wurden immerhin noch 98 Baupunkte vergeben. Erfreulich war auch das gute Abschneiden von unserem Hamburger Karl M. mit seinem Hochseeschlepper  „Oceanic“ im Maßstab 1:100 mit einer Bauwertung von 96.33 Baupunkten und Werner T.r mit seinem Schiff "Orca" mit 96,67 Baupunkten. Ich muss sagen, hier konnten wir riesig zufrieden sein.



Kl. - F 2 a - Dockmanöver der "XIANG YANG HONG" u. "BORRE" v. D. H. (D) 1:100

Die Bauwertung in der Klasse - F 2 b - (Senioren) brachte im Grunde genommen das erwartete Ergebnis. allerdings in dieser Höhe waren wir uns auch nicht so ganz sicher. Hier errang der Chinese Wu Bing mit seinem Schiff "Hang Jun 4002". ein phantastisch gebauter Saugbagger, im Maßstab 1:85 eine Bauwertung von 98,33 Baupunkten. Dann kam ich mit meinem Schiff "Conti Britania". ein Containerfrachter im Maßstab 1:100 mit 97 Baupunkten, also eine sehr gute Wertung, auch durchaus vertretbar. Das Schiff ist schon bekannt durch den Weltwettbewerb der C-Klassen in Varna (der gleiche Punkteabstand), gefolgt von Peter S. aus Frankfurt/Oder mit seinem Landungsschiff "Eisenhüttenstadt" im Maßstab 1: 75 mit 95 Baupunkten und unser Karl M. aus Hamburg mit seiner wunderschön gebauten "Polarstern" im Maßstab 1:125 mit 92 Baupunkten. In dieser Klasse war dann leider ein sehr großer Leistungsabfall.  Einige der Modelle haben auch zu Recht, also weniger als die Leistungsstufe 3 sprich 70 Baupunkte bekommen. Es ist einfach nicht vertretbar, diese Modelle solange hochzuhalten, bis sie irgendwann von selber Schluß machen!

Die Klasse - F 2 c - (Senioren) brachte keine Überraschung, denn hier war der Peter S. mit seiner "Scharnhorst" im Maßstab 1:150 mit 99.67 Baupunkten absolut vorn, gefolgt von Arnold  P. mit dem Panzerkreuzer "Napol i 11 (auch schon vielen bekannt) im Maßstab 1:100 mit 98 Baupunkten und dann kam allerdings schon der amtierende Weltmeister in dieser Klasse - F 2 c – aus der Urkraine  Aleksandr Y. mit seinem Schiff "Riechelieu" im Maßstab 1:150 mit 97 Baupunkten. Auch hier war dann leider der Leistungsabfall sehr groß und das eine oder andere Modell hatte Mühe. überhaupt die Leistungsstufe 3 in der Bauwertung zu erreichen. Leider fehlte nun unser 3. Teilnehmer und ich muss immer wieder sagen. dies war eine Sache. die mich persönlich sehr stark betroffen hat. denn immerhin habe ich 2 Modelle. die jeder Zeit in dieser Klasse hätten bestehen können. Aber vielleicht macht sich da irgendwann mal irgendwer richtige Gedanken. auf jeden Fall sollte man darüber nachdenken!

In der Klasse - F 2 a - (Junioren), eine Klasse, die wir von deutscher Seite auch nur mit Mühe und Not auffüllen konnten. bekam Oliver R. mit dem Schiff "Furie" in der Bauwertung immerhin  93.67 Baupunkte. Torben S. mit seiner "Nordkap 11 noch 85 Baupunkte und Marc U. mit seiner  „Littorina" 83.33 Baupunkte. Die Bauprüfer, die hier in diesen Klassen ihre Arbeit aufnehmen mussten. hatten doch gewisse Schwierigkeiten das eine oder andere Modell in Ruhe zu betrachten. da immer wieder Zuschauer, die zurecht neugierig sind und zwischen den Modellen liefen. sodass nachher in einer Ecke entsprechend abgesperrt werden musste und die Modelle dort entweder zu zweit oder zu dritt hingebracht wurden und anhand der Baupläne und Unterlagen verglichen wurden.

Aufgrund der wenigen Teilnehmer der einzelnen Klassen konnten die Bauprüfer ihre Arbeit wesentlich früher beenden und hatten von daher auch mehr Zeit für das eine oder andere Modell.

Am späten Nachmittag des Montags wurden dann die Ergebnisse in der - F 2 - Klasse bekannt gegeben. wobei die Meinungen der Schiedsrichter manchmal auseinander gingen. Letztendlich wurde jedoch ein sehr gutes Ergebnis bekannt gegeben.

"ODYS" v. Ivan G. (PL)


"ENVIK" Dampfantrieb v. Stefan B. (S)


Am Dienstag konnte dann endlich mit dem Lauf - F 2 a - (Senioren) begonnen werden. leider kamen bei unserem Dirk H., von dem man eigentlich 100 Punkte erwartete. nur 98 Punkte heraus. sodass unser Dirk doch noch etwas zittern musste. Die Chinesen. Jedenfalls der zweite mit 99 Baupunkten fuhr gleich 100 Punkte. Hatte von daher schon ein sicheres Polster. der andere Chinese mit 98 Baupunkten fuhr leider einmal oben vorbei, lag aber trotzdem gut im Rennen. Unser Teilnehmer, Werner T. fuhr leider sehr schlecht, da er auch oben einmal vorbei gefahren ist. einmal berührt hat und im Dockmanöver auch 5 Punkte verlor. Karl M. nicht ganz so fahrsicher wie gewohnt. fuhr auch oben vorbei und berührte einmal - immerhin noch 92 Fahrpunkte. Die übrigen Ergebnisse kann man hier leicht aus der beiliegenden Liste entnehmen.

Dienstagmittag um 14.00 Uhr wurde es dann auch für mich ernst. Jetzt fuhr die Klasse - F 2 b - (Senioren) und auch hier gab es gleich einige Überraschungen. Der Chinese Wu Bing mit seinem wunderschönen Sauger fuhr gleich 100 Punkte und war somit auch gleichzeitig Weltmeister. Karl M. mit seiner "Polarstern" fuhr auch 1 00 Punkte, belegte damit erstma1 den 2. Platz wie ich dachte. Peter S. mit seinem Landungsboot "Eisenhüttenstadt" belegte nach 87 Fahrpunkten nur den 4. Platz und ich mit meiner "Conti Britania" nach einer sehr mäßigen Fahrt, einmal oben vorbei mit 94 Fahrpunkten den 3. Platz. Natürlich war damit der gesamte Wettbewerb noch nicht entschieden, bekanntlich wird immer am Ende abgerechnet, d.h. hier am Ende des 2. Laufes. Dazu muss ich noch einmal sagen, vom Zeitablauf hat es mich doch sehr gewundert, das hier wie sonst üblich nicht drei sondern nur zwei Durchläufe stattfanden, denn die Zeit wäre reichlich vorhanden gewesen und gerade in den - F 2 - Klassen, wo doch die Quarze die Kanäle zu den übrigen Klassen entsprechend abgeschirmt waren, hätte man sehr leicht einen dritten Durchlauf machen können. Wir, die Teilnehmer, haben auf jeden Fall die Länge dieser Weltmeisterschaft sehr beanstandet. Über die Hälfte der gesamten Weltmeisterschaft haben wir entsprechend  vertrödelt, d.h. unseren Urlaub geopfert und nicht nur Urlaub sondern auch Geld. Ich denke, dieses sollte für die Zukunft neu überdacht werden. Dem Zuschauer ist für die Dauer dieser Weltmeisterschaft eine nicht unerhebliche Summe abgeknöpft worden und zudem war ihm die Sicht auf die Modelle doch sehr eingeschränkt gewesen. Vor allem waren hier die fehlenden Modelle zu bemängeln. Vielleicht wäre es für die Zukunft angezeigt, dass man grundsätzlich alle Modelle zu bestimmten Zuschauerzeiten aufstellt und unter Bewachung vorführt. Dieses sollte in den nächsten Ausschreibungen dringend berücksichtigt werden, denn wir wollen nicht nur unsere Schiffchen "baden", sondern den Modellbau-Interessierten einen Weg aufzeigen, wie man ein Modell erstellt.

Generell sollte dann aber auch die Räumlichkeit geschaffen sein, bzw. die Bewachung geregelt werden.

Am Freitag erfolgte dann der zweite Durchgang in den Klassen - F 2. a -, - F 2 b - und der erste Durchgang in der Klasse - F 2 c -. In der Klasse - F 2 a - verbesserte sich Dirk H. in einem sehr guten Lauf um die  fehlenden 2 Punkte und errang somit 100 Baupunkte und 100 Fahrpunkte. Ein Ergebnis, das einmalig in den bisherigen Weltmeisterschaften war! Von mir noch mal herzliche Glückwünsche. Der Chinese, bis dahin noch auf dem 3. Platz, verbesserte auch seine Fahrleistung mit 100 Punkten und belegte jetzt vor Karl M. den 3. Platz. Karl M. fuhr noch einmal mit seiner "Oceanic" 100 Punkte, wie gesagt, auf dem 4. Platz und Werner T. mit etwas schlechteren Fahrergebnissen auf dem 5. Platz. Ein Erfolg in dieser Klasse, der so zuerst nicht erkennbar war.

In der Klasse - F 2 b -. in der ich nun meinen zweiten Lauf bestreiten musste. lief es relativ gut an, hatte allerdings  Schwierigkeiten durch die Sonneneinwirkung auf mein Schiff mit dem Fahrtregler  sodass ich einen sehr sch1echten zweiten Lauf hinlegte. da Peter S. aber auch nicht wesentlich besser fuhr. mussten wir uns um den 3. Platz ein Stechen liefern, welches ich mit 98:92 Fahrpunkten letztlich gewann. Somit ergab sich das folgende Ergebnis:

Kl. - F 2 b - "HANG JUN 4002" 1:85 v. Bing Wu (CHN)


"CONTI BRITANIA" 1:100 v. H-J. Mottschall (D)



1. Platz - China

2. Platz - Karl M. aus Hamburg

3. Platz - Hans-Jürgen Mottschall aus Hamburg (nach Stechen)

4. Platz - Peter S. aus Frankfurt/Oder (nach Stechen)

Alle übrigen Teilnehmer waren weit abgeschlagen 

In der Klasse - F 2 c -, die jetzt ihren ersten Lauf bestritt. hatte Peter S. aus Frankfurt/Oder dank seiner 99,67 Baupunkte ein relativ sicheres Polster. Leider zeigte sich aber auch hier, das eine hohe Bauwertung über die Nerven hinwegtäuschen kann. Peter S. fuhr im ersten Durchgang "nur" 96 Baupunkte. Arnold Pfeifer, der eine Bauwertung von 98 Punkten hatte, fuhr leider nur 94 Punkte, d.h. einmal oben vorbei und ein hochmotivierter Ukrainer Aleksandr Y. mit seiner "Richelieu" fuhr 95 Fahrpunkte. Dieser Ukrainer ist immerhin der amtierende Weltmeister dieser Klasse. Die Fahrpunkte insgesamt in diesem ersten Durchgang war auf keinen Fall berauschend. nicht ein einziger hunderter Lauf in dieser Klasse. Erst im zweiten Durchlauf sollte sich am Sonnabend in dieser Klasse ein einziges Mal mit 100 Fahrpunkten hervortun. Auch dieses ist eine Seltenheit auf einer Weltmeisterschaft.

Ergebnis nach dem ersten Lauf:

1. Platz - Aleksandr Y.

2. Platz - Arnold Pf.

3. Platz - Peter S.

Die nächste Plazierung folgte mit großen Abstand.

Auf dem Diskussionsabend am Freitag wurde der neue Sektionsleiter gewählt. Hier stellten sich u. a. unser Mannschaftsführer Kurt Brenke aus Karlsruhe und der bisherige Sektionsleiter G.G.J.  M. aus den Niederlanden. G. M. wurde aufgrund seiner bisher geleisteten Arbeit mit großer Mehrheit gewählt. Kurt B. hatte leider das Nachsehen wobei der dritte Kandidat von vornherein nicht mehr zur Wahl stand. Auf diesem Diskussionsabend wurde doch sehr undiszipliniert durcheinander gesprochen, wobei man sich an Kleinigkeiten aufhängte und diese zum Hauptthema machen wollte.

Am Sonnabend erfolgte der zweite Lauf in der Klasse - F 2 c – und  hier konnte sich Peter S. nicht mehr steigern, ganz im Gegenteil er fuhr nur 94 Punkte, Arnold P. mit seiner „Napoli“ fuhr immerhin noch 98 Punkte und der Ukrainer A. J. 100 Punkte, womit er erfolgreicher Titelverteidiger war. Die Platzierung war somit:

Kl. - F 2 c - "RODNEY" 1:150 v. Jiri S. (CZ)


"RIECHELIEU" 1:150 v. Aleksandr Y. (UKR)



1. Platz - Aleksandr J.

2. Platz - Arnold P.

3. Platz - Peter S.

Alle übrige waren sehr weit abgeschlagen. 

Eine besondere Augenweide auf dieser Meisterschaft war die Klasse - F 6 -. In dieser Klasse war das Team von G.G. M. aus Rotterdam mit einem riesengroßen Schlepperprogramm absolute Attraktion. Schon in der ersten Vorführung erzielte dieses Team 98 Punkte, in der zweiten Vorführung noch einmal 97 Punkte und belegte weit - sehr weit - vor den übrigen Teilnehmern mit 98 Punkten den 1. Platz. Der 2. Platz folgte erst mit 87 Punkten, d.h. mit einem Unterschied von 11 Punkten - das hat es noch nie gegeben. Unsere deutschen Teilnehmer begnügten sich in dieser Leistungsklasse mit der Silbermedaille und zwar der Peter H. aus Rastatt mit einem Feuerlöschprogramm, Peter J. aus Buna-Sachsen-Anhalt mit einem wunderschönen Ruderbootprogramm und Fritz W. aus Lausitz mit einem Feuerlöschprogramm noch einmal eine Silbermedaille. In diesen Klassen werden bekanntlich nur Leistungsstufen vergeben und ich muß sagen, so wie die Platzierung hier und für die Zuschauer gelaufen war, war sie schon richtig.

In der Klasse - F 7 -, wieder eine Klasse, wo Sonderfunktionen durch einen Steurer, an einem oder mehreren Modell(en) vorgeführt werden, war auch hier- eine Attraktion. Lothar M. belegte mit seiner „Otto Treplin“ mit 92,67 Punkten einen Goldmedaillenplatz. Den 2. Platz in der Klasse - F 7 - belegte Leopold A. aus Salem-Friedrichhafen mit einem Mittelgrund Kippentlader, immerhin mit 90,67 Punkte. Den 3. Platz - und das ist, wenn man so will - der Titelverteidiger, belegte Fridolin M. aus Österreich mit 90,67 Baupunkten. Einen weiteren Goldmedaillenplatz belegte Bernd Z. aus Hagen mit seiner "Sirius" mit 90 Punkten. Heinz A. aus Mülheim bekam leider, für mich etwas unverständlich, mit seinem Eimerschaufelbagger nur 88,67 Punkte. Insgesamt schlug sich hier das gesamte Feld sehr wacker. Durch Ausfälle kamen allerdings auch zwei der Teilnehmer noch nicht mal in den Leistungsrang 3 sprich Bronze. Hier hat sich im Laufe der Zeit auch einiges getan, sodass wir in Zukunft auf bessere Teamvorführungen hoffen können.

Eine Enttäuschung war für mich Victor De L. aus den Niederlanden mit einem sehr großen Bohrschiff  mit 87,33 Punkten. Ich denke, dass in der Sichtprüfung die etwas unsaubere Bauart dieser Schiffe, dazu noch ein sehr großer Maßstab, den Ausschlag gegeben haben.

Für uns Hamburger Teilnehmer war diese 8. Weltmeisterschaft, wie fast immer in den letzten Jahren, wieder eine großer Erfolg. Wir brachten die Platzierung 1, 2, 3 und 4 in den - F 2 - Klassen nach Hause und können von daher mit dem Abschneiden zufrieden sein. Die Fahrergebnisse, speziell meine, können mich natürlich nicht so ganz zufrieden stellen, nächstes Mal wird das jedoch besser.

Besonders hat sich gezeigt, dass der Vorsprung der Chinesen. Die bekanntlich ihre Modelle an Universitäten oder Modellbauschulen erbauen, nicht mehr so groß ist. Die Bauprüfer sind inzwischen nicht mehr bereit, den Chinesen aufgrund ihrer langen Anreise gewisse Konzessionen zu machen. Ich muss sagen, das es leider nicht immer so war. Ich denke, es ist eine gute Sache für den gesamten Modellsport, das der sog. "Einzelkämpfer", der sein Modell in eher dunkler Werkstatt unter schlechten Bedingungen erbaut, nicht so weit hinten angestellt wird. Diese Bedingungen sollten auch so gesehen werden und das wir, die Europäer, ihre Modelle in Eigenregie ohne fremde Hilfe herstellen, ist jahrelang übersehen worden!

Die einzelnen Siegerehrungen machten mich, der immerhin auf allen Weltmeisterschaften vertreten war, wieder einmal nachdenklich. Gewisse Klassen sind, man kann hierüber denken wie man will, zum Aussterben verurteilt und ich kann nur hoffen, das für die Zukunft entsprechend verfahren wird.

Es ist nach dieser' 8. Weltmeisterschaft festzustellen, das der Wendlinger Club mit seinen doch relativ wenigen Mitgliedern sich rührend um uns gekümmert hat. Außerdem wurde ein ideales Gelände geschaffen - auch für zukünftige Weltmeisterschaften. wobei ich jedoch sagen möchte, vielleicht haben sie dann bei der nächsten Vorbereitung mehr Glück und Zeit als diesmal. Ein großes  Dankeschön an alle, die an dieser Weltmeisterschaft mitgewirkt haben!

H-Jürgen Mottschall




Bericht des 6. C-Weltwettbewerbs im vorbildgetreuen Schiffsmodell vom20.-30.5.91 in VARNA (Bulgarien).


Obwohl der ausrichtende bulgarische Dachverband der "Naviga" und die wiederum uns, dem "nauticus", recht wenig Informationen zum Ablauf der 6. WM schickten, beschlossen Dirk Hamann, Ingo D. und ich, den weiten Weg nach Varna zu wagen, zumal ich sowieso als Bauprüfer in den Klassen arbeiten sollte. Zum Glück gingen wir auch diese WM unter dem Aspekt eines neuen Abenteuers an


Wir, der Ingo D. und ich, fuhren am Freitag um 6.00 Uhr von Hamburg ab. Der Weg über Passau, Richtung Linz, zur österreichischen/jugoslawischen Grenze bei Spielfeld, war zwar speziell in Österreich wegen der z.T. fehlenden Autobahn nicht der schnellste, aber immerhin bezogen wir hier gegen 20.00 Uhr Quartier. Am nächsten Morgen ging es dann ohne Schwierigkeiten über die jugoslawische Grenze. Über Zagreb, Belgrad - hier trafen wir auf Dirk H., der über Ungarn gefahren war -, ging es dann gemeinsam bei Dragoman über die bulgarische Grenze. Dank unseres Einladungsschreibens zur 6. WM klappte auch hier der Übergang ohne Verzögerung. Da es jetzt langsam Nacht wurde und wir in Sofia kein Hotel fanden, fuhren wir noch ca. 50 km weiter und bekamen mit viel Glück ein Hotel. Hier begann noch am späten Abend die Knüppelarbeit, nämlich das Ausladen aller Modelle sowie des Gepäcks; selbstverständlich am nächsten Morgen in umgekehrter Reihenfolge das ganze Theater noch einmal. Sonntag fuhren wir dann endlich die letzten Kilometer nach Varna und trafen dort etwa gegen 17.00 Uhr ein.

Hatten wir geglaubt, jetzt wären endlich die Strapazen vorbei, sahen wir uns getäuscht. Im Congress-Centrum, dem Veranstaltungsgebäude, trafen wir erst einmal nichts von einer  Organisation an, noch konnten unsere Modelle endlich abgegeben werden. Es standen zwar Tische für unsere Zwecke da, aber es war weder eine Aufsicht oder gar Bewachung vorhanden. Nach ca. einer Stunde trafen dann Herren des Vereins  ein, die uns versprachen, uns in 15 Minuten abzuholen. Leider verpassten wir uns am Abholort. Unter der am Wagen angehängten Telefonnummer erreichten wir auch prompt keinen Funktionär des Vereins. Das hieß also, ein Hotel suchen und das ganze Gepäck mit den Schiffen noch einmal aus- und am nächsten Tag wieder einladen. Das ganze allerdings nicht umsonst, sondern immerhin für 74 $. Mein Zorn stieg jetzt allmählich ins unermäßliche, zumal wir doch zum 19.5.91 an- gemeldet waren. Am Montag endlich gegen 10.00 Uhr trafen wir wieder in CC ein.

Leicht vorstellbar für jeden, der mich kennt, dass ich jetzt erst einmal bei dem zuständigen Funktionär meinen Unmut laut werden ließ. Das Miteinanderauskommen war wahrscheinlich dadurch in den folgenden Tagen von der entsprechenden Seite besonders höflich. Schon jetzt möchte ich mich für für die wirklich einmalige Zusammenarbeit, Höflichkeit und Gastfreundschaft der bulgarischen Offiziellen bedanken. Hier sind doch wahre Freundschaften geschlossen worden.

Nachdem wir unsere Modelle endlich erst einmal abstellen konnten, dauerte die Registrierung auch nicht mehr allzu lange. Leider stellte ich hier fest, dass der Computer bzw. die Dame, die ihn bediente, doch recht kompliziert arbeitete. Überhaupt war während der ersten 2 Tage doch recht viel Sand im Organisationsablauf.

Jetzt wurden auch endlich die Tische entsprechend verkleidet und aufgestellt. Leider wusste aber keiner, wo welche Klassen aufgebaut werden sollten. Zu allen Überfluß tropfte jetzt auch noch die Decke. Hier traf so einiges Unschöne für uns Modellbauer zusammen. Unsere Unterkunft, ca. 18 km vom CC entfernt, war der sogen. Sportpalast. Wir waren auf jeden Fall froh nach 2 600 km endlich ein Zimmer für uns zu haben. In diesem Palast wurde gefrühstückt und zu Abend gegessen. Zum Glück gab es einen entsprechenden Bus, der morgens und abends die Sportler beförderte. Am Dienstag hoffte ich, dass die Tische bzw. das Platzangebot sich vergrößert hätte, leider war das ein Trugschluß. Die Schiffsmodelle wurden zum Teil in Dreier- oder sogar in Viererreihen hintereinander aufgestellt. Weder der Zuschauer noch die Bauprüfer konnten sich wie sonst üblich, einen Überblick über das Angebot verschaffen; auch die Absperrung kam jetzt erst. Während der gesamten Ausstellung mussten wir, die Teilnehmer und Bauprüfer, Kinder hinter den Tischen  hervorholen. Das Ziel, die  doch immerhin weltbesten Schiffsmodelle zu zeigen, .Ist von daher nur zum Teil erfüllt worden. Immerhin kam aber auch jetzt heraus, mit welchen Schwierigkeiten der bulgarische Verband zu kämpfen hatte. Allein seit Januar 1991 war eine  1 000 prozentige Verteuerung in Bulgarien. Dazu kam die politisch Situation. Das überhaupt die Stadt Varna zu Ihrer Zustimmung noch stand, ist als kleines Wunder zu bezeichnen. Hut ab vor so viel Elan und Optimismus, solch einen Wettbewerb noch durchzuziehen.



 

Aufstellung der Schiedsrichter und der von mir gesprochene Eid der Schiedsrichter

 

 

 

Dienstag morgen trafen die Delegationsleiter und Schiedsrichter bei einem kleinen Empfang des 2. Bürgermeisters zusammen. Danach erfolgte die Schiedsrichtersitzung. Da der für diese WM vorgesehene Hauptschiedsrichter nicht erschien wie überhaupt auch kein Präsidiumsmitglied der Naviga anwesend war, wurde Herr Litwin aus Polen dazu gewählt. Die offizielle Besetzung der 6. WM lautet:

 

 

Hauptschiedsrichter: H. L. (Polen) Wettkampfsekretär: H. J. (Bulgarien) Techn. Leiter: H. M. (Bulgarien)

 

 

Bauprüfungskommission -C1- und -C3-  Leiter: 1. T. (BG) 2. Curti (J)

 

 

3. B. (BG) 4. Mottschall (D) 5. S. (F) 

 

 

Bauprüfungskommission -C2- und -C4-   Leiter: 1..B. (F)

 

 

2. W. (CHN) 3. T. (CS) 4. M. (BG) 5. S. (CH)

 

 

Für mich - dem sogen. Neuling unter den internationalen Schiedsrichtern, obwohl ich schon 20-jährige nationale Erfahrungen vorweisen kann, war es sehr beruhigend zu sehen, das auch hier nur mit Wasser gekocht wurde. Zum Glück hatten wir fast immer in unserer Gruppe eine ausgeglichene Meinung. Im Zweifel, wurde eben das eine oder andere Modell noch einmal entsprechend angesehen. Auf dieser 1. Sitzung der Bauprüfer und Schiedsrichter, machte ich meinen Kollegen klar, das ich hier und heute, dem meiner Ansicht nach besten Modell, 100 Baupunkte geben werde. Denn ich gehe davon aus: der beste Modellbauer gerade auf nationalen wie internationalen Wettkämpfen hat allemal 100 Punkte verdient. Ich bin mir auch durchaus im Klaren, das es keine fehlerfreie Modelle gibt, aber es zählt das Angebot des heutigen Tages, nicht das Wissen von irgendwelchen besseren Modellen, die aber nicht anwesend sind. Außerdem kann ich durchaus auch die immense Schwierigkeit und Schönheit eines Modells erkennen. Leider wird nur allzu häufig aus einer Hilflosigkeit heraus eine reine Fehlerzusammenzählung begangen. Vielleicht setzt sich ja irgendwann meine seit Jahren vertretende Argumentation durch. Die Basis, nämlich die Modellbauer, fragen sich schon lange, wieso nicht 100 Punkte vergeben werden!

Sind diese Modelle in einer Kl. vereinbar?


Kl. -C 2- "TRAWLER" 1:50 v. O. N. (SU)


Immerhin wurde von den sogen. Altschiedsrichtern aufgrund meiner Argumentation zustimmend genickt. Bei den in den nächsten Tagen gezeigten Wertungen jedoch, gab nur ich für den jeweils Besten der Klasse die 100 Punkte. Ein Zeichen für mich, das wieder einmal nichts begriffen wurde!

Die Eröffnung fand am Dienstag kurz vor Mittag statt. Eine Show wie sie nur in diesen Staaten möglich ist. Eine Marinekapelle sowie Marinesoldaten zum Tragen der teilnehmenden Nationalschilder trat hier an. Die üblichen Reden folgten dann in 3 Ansprachen. Den Eid der Schiedsrichter sprach ich; Wettkämpfer sprachen den Eid der Teilnehmer auf Deutsch und Französisch. Nach ca. 1 Stunde war dann dieser offizielle Teil beendet und wir konnten dann endlich mit der Arbeit als Schiedsrichter beginnen.

Insgesamt nahmen 143 Modelle aus 9 Nationen an dem Wettbewerb teil. Die Klassen waren wie folgt besetzt: -Cl- 36, -C2- 29, und -C1- 48 Modelle. Von diesen 143 Exponaten erreichten 127 Medaillenränge. Gemessen zu den sonstigen WM nahmen nicht nur weniger Modelle, sondern auch von sonst 15-17 Nationen, erheblich weniger teil.

Die Klasse -Cl- und -C2- wurde jetzt als Erste gewertet. In der -Cl-Klasse, in der ich arbeitete, stellte ich mit großer Verwunderung fest, wie dürftig teilweise die vorgelegten Bauunterlagen und Zeichnungen waren. Im Grunde wurden teilweise nicht zu akzeptierende Bauunterlagen vor- gelegt. Persönlich war ich mitunter froh, wenn hin und wie- der mal ein vernünftiger Bauplan, der auch noch mit dem Modell übereinstimmte, gezeigt wurde.

Leider war das Niveau der Modelle doch recht unterschiedlich. Waren zum einen Modelle mit recht großen Aufwand und hervorragender Ausführung in großer Zahl vertreten, mussten wir uns doch hin und wieder fragen, wie andere Modelle eine Qualifikation geschafft hatten. Von den 36 -Cl-Modellen schieden immerhin 6 Schiffe aus. 7x Gold-, 12x Silber- und 11 x Bronzemedaillen wurden in dieser Klasse vergeben. Der Bulgare Schischkow, mit seiner "La Royal" im Maßstab 1:100, belegte hier mit 98 Punkten den 1. Platz. Dieses Schiff war mit einem hohen Schwierigkeitsgrad und einem Arbeitsumfang von gut sichtbaren 4 000 Hobbystunden entstanden. Jetzt erst folgte ein von einem Chinesen gebautes Modell im Maßstab 1.140, die "New Nippon Maru". Die beigefügte Liste sagt mehr über die weitere Reihenfolge aus. Der Russe Lew A. stellte in der Klasse 2 wunderschöne Modelle im Maßstab 1:100 vor. Wenn ich bedenke, was allein dieser Mann nur für die Bauunterlagenbeschaffung aufwenden musste, frage ich, warum sind andere Modellbauer nicht auch so rührig.

Nach der offenen Wertung am Sonnabend, fragten mich 2 Modellbauer, warum ihre Modelle so schlechte Wertungen bekamen. Diese im ersten Moment niedrigen Ergebnisse konnte ich in einer ruhigen Minute direkt an den Modellen erklären. Aufgrund meiner klaren Hinweise und ihrer Bereitschaft zum Lernen, gingen wir nach dieser Unterredung als Freunde auseinander. Beide sagten mir, diese Art Hinweise hätten sie noch von keinem erhalten. Für mich ein Grund mehr, für die Zukunft noch mehr Kontakte zum Modellbauer zu halten.

Am Freitag wurden meine Modelle in der Klasse -C2- gewertet. Mit meinem neuen Schiff "Conti Britania", hatte ich schon auf der vergangenen BM Traumnoten erhalten und musste von daher auch die internationale Konkurrenz nicht fürchten.



Kl. -C 2- "DORNBUSCH" 1:52 Georgi Sosunow (SU)

Der hier tätigen Bauprüfkommission kann ich nur bescheinigen, das sie sich recht viel Mühe mit meinen Modellen gemacht haben. Die letztendlich für mich herauskommenden  Punkte sind für die "Conti Britania" 94,33,  für die "TS 52 Sound" 91 und für meinen Schlepper "Garant" sogar noch 74,33 Baupunkte. Mein Maßstab von 1:100 und meine Bauweise haben sich auch hier wieder in diesem Klassefeld hervorragend behauptet. 2 Chinesen mit Supermodellen und zwar die "Xiang Jang Hong 10" von Lei Weicheng, ein Forschungsschiff im Maßstab 1:100 mit 97 Baupunkten und eine Neuvorstellung eines Saugbaggers "Hang Jun 4002" im Maßstab 1:85 mit 96 Baupunkten lagen vor mir. Mit diesen Ergebnissen und dem Abstand zu meinen Modellen konnte ich hoch zufrieden sein. Gigantisch große Modelle wie der Atomkreuzer "Kirov" 1:100 mit 260 cm Länge lagen doch in der Wertung unter meiner "Conti"

In diesen Klassen wurden 10x Gold-, 11x Silber, 6x Bronzemedaillen vergeben.

3 Modelle kamen hier nur unter 70 Baupunkten. Auch in dieser Klasse war wieder eine hohe Niveausteigerung zu erkennen. Die offene Wertung am Sonnabend brachte auf jeden Fall doch für den einen oder anderen, auch gerade in der -C2-Klasse das große Erwachen. Da die Bauprüfungen in den Klassen -C1- und -C2- aufgrund der geringen Teilnehmerzahlen, recht bald erledigt waren, konnten wir uns schon am Sonnabend morgen ab 10.00 Uhr den nächsten Klassen -C3- und -C4- widmen. Leider wurde dieser Vorgang nicht rechtzeitig ausgehängt, sodass der eine oder andere Modellbauer erst später anwesend war. Die Bauunter- lagen waren zum Glück mit den Messbriefen bei der Registrierung abgegeben worden.

Waren die Klassen -C1- und -C2- durch ihre klare Modellaufteilung sehr gut zu bewerten, wurde in der -C3-Klasse doch sehr viel Fingerspitzengefühl und Fachwissen verlangt. Hier trafen in den unterschiedlichsten Maßstäben Dockanlagen, Schiffshelgen, Ladegeschirre, Rumpfquerschnitte, Schiffsglocken, Schiffsanker, die 2 Geschichten der russischen U- Bootsentwicklung, Schiffsgeschütze und fast fertige Modelle gegeneinander an. Für meinen Geschmack muss speziell hier über die Klasse nachgedacht werden. Gerade hier zeigten sich die verschiedenen Ansichten der Bauprüfer. Die Einzelergebnisse der Bauprüfer zeigen es sehr deutlich. Häufig wurde das "Drumherum" am eigentlichen Modell mitgewertet.




Kl. -C 3 - "NIPPON MARU" 1:180 v. Jing Peng (CHN) Stb.- und Bb.-Seite

Für mich war letztendlich entscheidend, wie präzise handwerkliche Arbeit mit dem gewaltigen, gut erkennbaren Umfang am Modell im Einklang zu bringen sind. Auch hier waren die vorgelegten Bauunterlagen wieder katastrophal.

Dirk Hamann aus Hamburg belegte hier mit seiner Lade- und Lukensektion im Maßstab 1:100 und 94,67 Punkten den 1. Platz. Die chinesischen Modellbauer brachten diese Mal nicht die richtigen Modelle mit. Das wird mit Sicherheit nicht wieder passieren. Besonders herausragend waren für mich die "New Nippon Maru" im Maßstab 1:170 und die Darstellungen der russischen U-Boote von 1902-1945 und die Entwicklung der russischen Atom-U-Bootsflotte. Für mich selbst war die enttäuschende Bewertung für die "Nippon Maru" sehr bedenklich. Ich glaube an diesem Modell wurde eine reine Fehlerzusammenzählung veranstaltet. Dieses im Maßstab 1:180 gebaute Modell hatte zwar in der Spantendarstellung des Rumpfes einige Unebenheiten, aber der gewaltige übrige Aufwand wurde hier m. E. völlig übersehen. Die chinesischen Modellbauer machten mir gegenüber jedenfalls entsprechende Bemerkungen.  In der -C3-Klasse wurden jetzt die Medaillen wie folgt vergeben:

 7x Gold-, 9x Silber- und 10x Bronzemedaillen. 3 von 29 Modellen kamen nicht in den Medaillenrang. Auch in diesen Klassen waren die Maßstäbe von 1:10-1:245 vertreten.

 Die Klasse -C4-, also Modelle im Maßstabe 1:250 und kleiner, war auf dieser WM der zum einen mit 48 Schiffen die größte und von Qualifikationen auch wohl die Beste der Klassen. Was hier speziell wieder einmal von den Chinesen gezeigt wurde, war schon fast atemberaubend. Die Maßstäbe auch hier sehr unterschiedlich - von 1:250-1:1250. Die Kurbrandenburgische Fregatte "Prinz Wilhelm zu Pferde" belegte mit 96,67 Punkten den ersten Platz, gefolgt von 7 weiteren chinesischen Exponenten.

Kl. -C4- "FRUNZE" 1:1000 v. G. Shapiro (SU)


"KIROV" 1:1250 v. Yiqjang Xie (CHN)



Normalerweise gehörte ein Teil der Modelle schon in die -C3-Klasse und zwar aus folgendem Grunde: Ein Teil der Modelle war als Modell nicht fertig gebaut, sondern als Schnittmodell oder ohne Unterwasserschiff gefertigt. Meiner Meinung nach, auch wenn diese hervorragenden Modelle kleiner als ein Maßstab 1:250 gebaut sind, gehören sie nicht in die -C4-Gruppe. Wenn doch, mit erheblichen Abstrichen im Bereich "Umfang der Arbeit". Hier waren unsere fernöstlichen Freunde absolut dominierend. Diese Modelle waren allerdings für den Modellschiedsrichter auch eine sehr anstrengende Arbeit. Waren doch hier die Lupe und sehr gute Brillen höchst angebracht. Die Bauprüfer dieser Klasse waren auch sichtbar gestresst. Bei der offenen Wertung in dieser Klasse gab es auch wieder nicht einmal die 100 Punkte.

Eines der schönsten Modelle dieser Klasse war der chinesische Versorger "Bin Hai 282" im Maßstab 1:400. Dieses, ein Schnittmode11 , zeigte die gesamte Inneneinrichtung, wie Maschinen-, Unterkunfts- Lagerräume , Brücke- und Kartenraum mit allen erdenklichen Ausstattungen. Selbst die feinsten Rohrleitungen waren hier verlegt. Obwohl ich ja auch einiges auf dem Modellbausektor leiste, kann ich vor diesen gezeigten Arbeiten voller Ehrfurcht nur noch den Hut ziehen.

"RICHELIEU" 1:500 v. Jano N. (CS)


"WESTERN RIVER" 1:250 v. Z. J. (BG)


Vier der vorgestellten Modelle gingen ohne Plazierung aus. Die restlichen 44 Teilnehmer bekamen wir folgt die Medaillen zugesprochen: 12x Gold-, 10x Silber- und 22x  Bronzemedaillen.  I

Auf einer offenen Sitzung wurde auch u. a. das Thema "Modellbauplanbeschaffung" diskutiert. Hier kam speziell von der russischen und rumänischen Delegation der Vorschlag, doch unsere Pläne und Unterlagen untereinander auszutauschen. Dieser Vorschlag war nicht nur in meinen Augen leicht durchschaubar. Meine Pläne bekomme ich zum Beispiel nur mit der strengen Auflage und Unterschrift, sie nicht weiterzugeben. Persönlich hätte ich auch sehr gerne Bauunterlagen moderner russischer Schiffe, die dürfen jedoch gar nicht erst ins Ausland mitgenommen werden. Grundsätzlich habe ich ja nichts gegen Hilfestellungen, dann aber bitte auf Gegenseitigkeit!

Ein ganz wunder Punkt war auch die Dauer der WM. Hier muss endlich etwas geschehen, es kann nicht angehen, dass wie jetzt in Varna, allein 10 Tage vor Ort die Ausstellung stattfindet, dazu 6 Tage An- und Abfahrt gerechnet werden muss. Das kann sich auf Dauer kein Teilnehmer mit einem Jahresurlaub von 25 Tagen erlauben. Schon gar nicht, wenn er - wie sehr häufig auch in den -C- und -F-Klassen startet.

Unser Vorschlag war dann auch, die -F-Klasse und -C-KLasse um ein Jahr auseinander zu nehmen. Gleichzeitig sollten diese WM auch um die Hälfte der Zeit gekürzt werden. Dabei muss natürlich die Anzahl der Schiedsrichter in den Klassen erhöht werden. Klasse -Cl-, -C2-, -C3-und -C4- zum Beispiel  4 Bauprüfergruppen. Klasse -F2-, -F6- und -F7- je eine Schiedsrichtergruppe. Die Kosten für den Veranstalter wären nicht sehr viel höher. Durch diese kurze WM wären die Familien auch eher bereit, diese Veranstaltungen zu unterstützen. Teilnehmer könnten jetzt, wenn der Wettbewerb vorbei ist, leichter entscheiden, ob sie noch einige Tage hier Urlaub mit der Familie verbringen wollen.

Abschluss auch dieser WM, war das Festbankett am Mittwoch. Gegen 19.00 Uhr war Einlass und wer die festlich geschmückten Tische und den Saal sah, wusste, dieser Abend wird gut.

Das Essen und die Getränke waren vom Feinsten. Dazu wurde ein Varieteprogramm und künstlerische Gesangs- und Tanzeinlagen geboten, wie man es ja eigentlich nur in den Ostblockländern geboten bekommt. Spätestens hier waren die oftmals kleinen Ärgernissen vergeben. Ganz besonders an diesem Abend wurde uns die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Bulgaren gezeigt. Von dieser Stelle möchte ich noch/ einmal ein recht herzliches "Dankeschön" an den Veranstalter aussprechen, auch in der Hoffnung, das 1993 die nächste WM in Jablonec (CS), zumindest der festliche Teil der WM,  so gut gelingt.

Die Rückfahrt, die wir am Donnerstag antraten, lief verhältnismäßig schnell ab. Allerdings fuhren wir statt über Maribor einen anderen Weg. Von Zagreb, Ljubliana über den Loiblpass nach Klagenfurt, Villach, Salzburg und München, Richtung Hamburg. Nach 28 Stunden Al1tofahrt und ca. 2 600 km landeten wir gegen Mittag in Hamburg und beendeten das Abenteuer "Bulgarien".

H-Jürgen Motscall

 

Die NS Weltmeisterschaft vom 19.-30.Mai 1989 in Tianjin (CHN)

Aufgrund verschiedener Ereignisse wurden von mir und meinen Clubkollegen keine Berichte zu dem Wettbewerb geschrieben. Von daher zeige ich hier nur einige Bilder.

Die Einladung und das Programm der WM


Anreise (38 Std) zur WM mit Umsteigen in Hongkong





Weiterfahrt von (Bejing) Peking sowie der Transport unserer empfindlichen Modelle!



Die sog. Kulturrevolution (in unseren Augen sehr friedlich und diszipliniert)

Die Einstellmöglichkeit für unsere Modelle


Leider kamen sehr viele Modelle zerstört an!!!




Aufstellung der Mannschaften und Schiedsrichter



Offizielle Eröffnung der WM. mit  dem Start mehreren hundert Tauben

So war die Abstellung der Modelle an der Startstelle!


Die Bewachung war allerdings PERFEKT!




Chi. Modelle wurden mindestens von drei Starthelfern vorbereitet

Kl. - F 2c - "HUJIULAO 3" v. J. Z. Xiao (CHN) 4. Platz
Kl. - F 2c - "YUANWANG" v. W. Liu (CHN) 2. Platz
Kl. - F 2c - "XIANGYANGHONG 10" v. W. C. Lei (CHN) Weltweister


Die Stimmung war meistens sehr locker


Unsere Modelle wurden natürlich sehr genau von den Bauprüfern betrachtet




Ein Besuch auf dem längsten Bauwerk (chi. Mauer) der Welt sorgte für hervorragende Entspannung

Wächter aller Art waren auch bei den Ming-Gräbern


Der Himmelstempel in Bejing




Die Anlagen um den Sommerpalast des Kaisers

5. Weltwettbewerb der NAVIGA für vorbildgetreue Schiffsmodelle der Klassen C1 - C4 in Ostberlin.

Diese vom Modellsportverband der DDR im Ausstellungszentrum am Fernsehturm ausgerichtete Weltmeisterschaft fand vom 18. - 26.3.1989 statt. Parallel dazu war im Erdgeschoß eine alle Bereiche umfassende Leistungsschau des DDR-Modellsport- Verbandes. Auf der Hinfahrt am 17.3. erreichten wir um 10.45 Uhr die Grenze und mussten feststellen, dass die DDR-Grenzorgane nicht über unser Kommen informiert waren. Im Gegensatz zu 1987, als wir zur Weltmeisterschaft nach Schwerin fuhren und die Grenzabfertigung innerhalb von 30 Minuten hinter uns brachten, dauerte diese diesmal 2 1/2 Stunden. Bei leicht regnerischem Wetter und stellenweise etwas Schnee auf den Feldern wurde der Fernsehturm am Alexanderplatz nach 3stündiger Fahrt erreicht. Nach Erledigung der notwendigen Formalitäten wie Aufenthaltsgenehmigung, Zoll, Kasse und Registrierung brachten wir unsere Modelle auf die vorbereiteten Plätze und wurden dann von einem Kradfahrer aus der Stadt heraus in östliche Richtung nach Mahlsdorf gelotst. In diesem 15 km entfernten Vorort hatte man für die ModellsportIer in einem Arbeiterwohnheim die entsprechenden Unterkünfte bereitgestellt. Die 3- bis 4-Bettzimmer wurden mit jeweils 2 Personen belegt. Sowohl der in jedem Zimmer vorhandene kleine Kühlschrank als auch das Radio wurden als sehr angenehm empfunden. In der Gaststätte im Nebenhaus bekamen wir ab 7.00 Uhr Frühstück, welches in Form eines Büffets verabreicht wurde. Auf die gleiche Weise gab es ab 18.30 Uhr Abendbrot, welches abwechselnd mit Hähnchenkeule, Frikadelle, Bratkartoffeln oder Salaten vervollständigt wurde. Für die tägliche Fahrt in die Stadt hinein war eine Busverbindung eingerichtet. Man konnte aber auch für 20 Pfg. mit der S-Bahn fahren. Diese Möglichkeit wurde gern wahrgenommen, weil man dann doch erheblich früher an Ort und Stelle und zudem der. 10minütige Fußmarsch zum Bahnhof sehr angenehm war.

Ausstellungszentrum am Fernsehturm


Kleinere Instandsetzungsarbeiten waren erforderlich



 

Am Sonnabend fand pünktlich um 9.30 Uhr die Eröffnungszeremonie mit dem Aufziehen der NAVIGA-Flagge statt, im Halbkreis drum herum die Landesfarben der teilnehmenden Nationen. Von den aktiven Teilnehmern der 14 Nationen A/B / BG / BRD / CHN / CSSR / DDR / F / GBR / I  /NL / PL / RO / SU wurden 240 Exponate vorgestellt. Klasse C1: Segelschiffe, Ruderschiffe 55 Modelle Klasse C2: Schiffe mit Motorantrieb 74 Modelle Klasse C3: Schiffsteile und -Anlagen 56 Modelle Klasse C4: Miniaturmodelle, 1:250 und kleiner 55 Modelle

Das Mittagessen wurde im HO-Restaurant  'ALEXTREFF' eingenommen. Zwischenzeitlich waren auch die Modelle der Bulgaren angekommen, die auf dem Transport hängen blieben. Auch die Chinesen, die diesmal mit der Transsibirischen Eisenbahn gefahren waren, hatten die Reparaturarbeiten beendet; irgendwo waren einige Modellkisten auf den Kopf gestellt worden.



Kl. - C 1 - "NIPPON MARU" 1:100 v. Xingang Lan (CHN) ist auch schwimmfähig

So war am Montag alles komplett und nach dem Essen kam für uns in der Klasse C2 die Stunde der Wahrheit. Die fünf Punktrichter der internationalen Jury aus den Ländern CHN / DDR / BRD / F / RO traten in Aktion und nahmen sich, um einen separaten Tisch herum sitzend, jedes einzelne Modell vor. Dazu wurde dann die beigefügte Dokumentation herangezogen und gemeinsam das Modell auseinander genommen. Bei Bedarf wurde der danebenstehende Modellbauer zu Erläuterungen und Detail-Erklärungen herangezogen.

Am Mittwoch fand im Kinosaal des nebenan liegenden Informationszentrums die sog. 'offene Wertung' statt. Hierbei müssen die fünf Herren der Jury ihre Karten auf den Tisch legen. Auf der schon von Schwerin her bekannten elektronischen Anzeigetafel erschienen dann die einzelnen Wertungen. Von diesen wurden die niedrigste und die höchste Wertung gestrichen, die restlichen drei gedrittelt. Es gab bei uns sowohl erfreute als auch weniger frohe Gesichter; es wurde z. T. doch recht eigenartig gewertet.

Der folgende Tag sah uns nach dem Essen wieder im Kinosaal, und dort wurde uns ein Film über den Modellsport in der DDR vorgeführt. Ausgehend von den verschiedenen Sparten des Schiffsmodellsports ging es über Motorrad- und Automodelle hin bis zu den Flugzeug- und Helikoptermodellen, ein wirklich gelungener Film.



Kl. - C 2 - "KERTSCH" 1:75 v. Jewgeni J. (SU)

Am Freitag fand nach dem Essen die Exkursion nach Potsdam zum Schloß Sanssouci statt. Bei wirklich unwirtlichem Wetter haben wir uns nur diese Sommerresidenz Friedrichs des Großen von innen angesehen und sind zeitig zurückgefahren. Vorbei am Flughafen Schönefeld passierten wir auch das Rathaus von Köpenick und man dachte sofort an den Film 'Der Hauptmann von Köpenick'. Am Sonnabend fand in einem geeigneten Saal das Bankett statt. Ein riesiges Büffet war aufgebaut und eine Band spielte flotte Weisen. Nach dem Abendessen wurde fleißig getanzt und zwischendurch gab es immer wieder einmal eine Show-Einlage. Beginnend mit einem Meisterpaar der Magie ging es über die beachtlichen Darbietungen einiger Jazzdancer hin zu einem Künstlerpaar, welches klassische Tänze in Vollendung brachte. Der Clou des Abends war jedoch der Auftritt der zwei Tänzer, die sich nicht vertragen. Dieses in der Art der Schlümpfe gekleidete Paar bewegte sich in artistischer Weise tanzend über das Parkett und zeitweise auch auf dem Tisch. Es war eine fantastische Darbietung, die von Dauerapplaus begleitet wurde. Als am Ende die Kostümierung fiel, wurde der Applaus zu einem wahren Orkan; eine einzige männliche Person, deren Arme in kleinen Gummistiefeln steckten, kam zum Vorschein. Eine ganz hervorragende Nummer!

Nach einer durch die Zeitumstellung noch weiter verkürzten Nacht brach mit dem Sonntag unser letzter Tag an. Dieser brachte nach dem Essen im Kinosaal die Siegerehrung. Klassenweise durchgezogen wurden auf der kleinen Bühne die Urkunden überreicht und die schweren Medaillen umgehängt. Im Anschluss daran übergab der Sekretär der NAVIGA die Flagge an den Abgeordneten des bulgarischen Verbandes, welcher 1991 in Varna die nächste Weltmeisterschaft ausrichten wird. Nach dem Abendbrot fuhren wir ein letztes Mal in die Stadt, um nach 19.00 Uhr unsere Modelle abzuholen und unsere Fahrzeuge für die frühzeitige Abfahrt am kommenden Morgen zu packen.



Diese 5. Weltmeisterschaft, die eine durch die hohe Besucherzahl bewiesene große Resonanz bei der Bevölkerung fand, zeigte ein erneutes Ansteigen des Niveaus. Man stelle sich einmal die Reling eines im Maßstab 1:1150 gebauten, in der Klasse C4 gezeigten Modells vor: Höhe etwa 0,8 mm und dann noch mit 2 Zwischenzügen! Ich bin nicht dahintergestiegen, auf welche Art das wohl bewerkstelligt sein mag. Es war natürlich das Modell eines Chinesen, die ja ohnehin in den letzten Jahren die absolute Spitze im Schiffsmodellbau einnehmen. Auch die drei Forschungsschiffe, die in der Klasse C2 mit 96,33/95,67 und 95,00 Punkten die ersten Plätze belegten, waren von Modellsportlern aus Fernost erbaut worden.

Ein ganz besonderer Leckerbissen waren deren in der Klasse C3 gezeigten Schnittmodelle. Da hat man z.B. ein Stück der Außenhaut gekonnt weggelassen und die Innereien wurden gezeigt, im Maßstab 1:50 mit jedem Spant, jedem Knotenblech, mit vollständiger Drehbank im Store, Waschbecken und Heizkörper mit Leitungen und Ventilen. Oder bei einem weiteren Modell war das ganze Unterwasserschiff ohne Außenhaut. Da ist dann vom Bug über das Bugstrahlruder und über den Maschinenraum bis hin zum Propeller alles offen und exakt detailliert gebracht; die Jugend würde wohl sagen 'einfach irre!'.

Nicht unerwähnt bleiben soll die Klasse C1, in welcher der DDR-Kollege Wolfgang Q. mit seiner herrlichen 'Royal Caroline' den Spitzenplatz holte. Da in dieser Klasse die Chinesen bereits die Plätze drei und vier belegen, werden diese wohl bei der kommenden C-Weltmeisterschaft alle vier Klassen beherrschen.

Die absolute Spitzenleistung dieses Wettbewerbes war das der Länge nach geschnittene im Maßstab 1:50 gebaute Versorgermodell 'BIN HAI 282' des Chinesen Jingli Shi, welches ihm volle 98,00 Punkte brachte. Dieser sympathische junge Mann konnte als absoluter Spitzenreiter auch den großen silbernen Sonderpokal mit nach Hause nehmen. Aber auch wir drei Teilnehmer vom SMC - Hamburg brauchen uns nicht zu verstecken, erreichten wir doch 2x Gold und 3x Silber. Im Medaillenspiegel liegt die BRD hinter China und der DDR an dritter Stelle, und wir dürfen zu Recht auf das Erreichte stolz sein.



Kl. - C 3 - "BIN HAI 282"  1:50 v. Jingli Shi (CHN)

Wir ModellsportIer dieser internationalen Familie hatten ein sehr herzliches Verhältnis zueinander, es wurden Erfahrungen ausgetauscht, Fachgespräche geführt und Bekanntschaften geschlossen. Es war ein Erlebnis, das man auf keinen Fall missen möchte. Abschließend darf gesagt werden, dass dieser von der DDR ausgerichtete 5. Weltwettbewerb der Klassen C1 - C4 eine wirklich gelungene Veranstaltung war, die herrlichen Schiffsmodellbau zeigte und zugleich die beste Werbung für unser gemeinsames Hobby darstellte.

Wir werden gern wiederkommen!

Karl Möller

4. Championats Du Monde De Maquettes De Vitrines 18./26. April 1987 in Rouen/Frankreich

Meine Anfahrt zur 4. Weltmeisterschaft begann am Freitag d. 17.4.87 morgens um 5.00 Uhr. Die Route führte über Aachen, vorbei an Lüttich und Amien nach Rouen. Um ca. 17.00 Uhr trafen wir auf dem Wettkampfgelände ein. Wir, das sind die Hamburger: Carmen und Roland H., Jürgen H. und ich. Normalerweise hätte jetzt die Registrierung sehr schnell vonstatten gehen können, leider brauchte ich allein dazu eine gute Stunde, obwohl ich als einziger abzufertigen war. Dann kam für mich der erste Schock, denn, obwohl ich wie alle Teilnehmer, vorher die Längen und Breiten  unserer Modelle mit der Anmeldung ankündigte, bekamen wir alle nur so viel Platz, um die Schiffe dicht an dicht diagonal auf die Ausstellungstische zu stellen. Hier war nicht gewährleistet, dass der Zuschauer die Modelle nicht berühren konnte, sondern gerade die Kinder und Fachleute wurden herausgefordert, die Modellschiffe anzufassen! Die Halle, die für diese 4. Weltmeisterschaft angemietet wurde, war für uns, die Weltmeisterschaftsteilnehmer, nur zu 20 - 25% der Fläche zu nutzen. Den restlichen Raum konnten die Fachfirmen, die französische Marine, einige Plastikmodellfirmen und andere Werbungsfirmen für sich buchen.

Die sonst feierliche Eröffnung der Weltmeisterschaft ging ziemlich schmucklos vor sich. 6 deutsche Modellbauer übergaben an den französischen Verband ohne Musik oder sonstige Reden die Naviga - Fahne und schon war die 4. WM eröffnet. Viele Kollegen und Gäste fanden diese Eröffnung einfach  steril.




Fachgespräch vor dem Modell "LA ROYAL" 1:100 mit  dem Erbauer N. S.  (BG) r.

Am Nachmittag folgte nun' die Bauprüfung in der Klasse Cl (53 historische Modelle) und in der Klasse C2 (62 Schiffe mit maschinellem Antrieb). Hier versuchten die armen Bauprüfer sich einen groben Überblick über die verschiedenen Modelle zu verschaffen. Wenn man sich einmal vorstellt, zum einen die verschiedenen Maßstäbe von 1:14 - 1:200 und noch kleiner, die verschiedenen Schiffstypen vom Superschlachtschiff bis hin zum einfachen Torpedoreiter. Die Klasse Cl war  bestückt vom einfachen Ruderboot bis hin zum Dreidecker und das alles dicht an dicht!

In meiner Klasse war für uns Teilnehmer ziemlich eindeutig klar, wer die vorderen Plätze belegen würde. Die Rotchinesen mit 3 Booten, 1 Belgier und Dirk H. aus Hamburg mit seiner "Borre" waren für mich die Favoriten. Zuerst nahmen sich die Bauprüfer das größte chinesische Modell, die "Hu Jiu Lao 3" vor. Für uns, die Beobachter, stand jetzt schon einmal fest, es sollten gewisse Maßstäbe gesetzt werden. Dieses Modell wurde sogar mit einer Lupe untersucht. Wie sich am Ende  herausstellen sollte, hatten die Herren wohl erhebliche Mängel festgestellt, wie sonst ist es möglich, so einem Schiff nur 94,33 Punkte zu geben! Dann folgte die "Viribus Unitis" im Maßstab 1:100 vom belgischen Modellbauer L. gebaut. Dieses Schiff erreichte auch nur 94,66 Punkte, die in dieser Klasse die Höchstnote darstellte. Am ersten Tag wurden nur noch einige wenige Modelle gewertet, unter anderem unser Kollege Georg D. mit seiner "SMS. Hindenburg" im Maßstab 1:100.



Kl. -C 2 - "FLB 40" 1:20 v. W. N. (DDR) "J122" 1:68 v. Zhenwei Wu (TJ)

Am zweiten Tag folgten jetzt wir restlichen BRD-Teilnehmer. Hier machte ich mit meiner "Sydney Express" den Anfang und bekam gleich vom französischen Bauprüfer B. zu hören, dass die chinesischen Schiffe viel besser gebaut sind. Ich musste für mich selbst feststellen, dass ich noch nie einen Bauprüfer mit so einer Negativ-Einstellung an Schiffsmodellen gesehen habe. Dieser gute Mann machte von Anfang an alle Modelle so schlecht bei seinen übrigen Bauprüfern, dass wir, die Zuschauer und sehr genauen Beobachter dieser Kommission, uns unsere Gedanken machten!  Allerdings vergaß er, sicherlich aus Neutralitätsgründen, bei den französischen Schiffen, seine gesamte Gestik und Sprache. Bei all diesen guten Bauprüfern vermisste ich auch einfach einmal den Hinweis auf gut gebaute Schiffsteile an Modellen. Mit großer Sicherheit habe ich auch so etwas auf meinem Schiff! Nicht nur ich hatte das Gefühl, einigen Bauprüfern kam es nur auf die eigene Bestätigung ihres Könnens und Wissens an. Innerhalb weniger Minuten wurden die Modelle überflogen und die geheimen Punktzahlen erst einmal festgelegt. Mit großer Sicherheit haben die meisten Bauprüfer sich bemüht, korrekt zu arbeiten, aber bei der Vielzahl der Modelle und den Platzverhältnissen, war es auch erwartungsgemäß schwer. Die offene Wertung am Donnerstag sollte noch so manchen Modellbauer-Kollegen verärgern.

Am Mittwoch starteten wir mit mehreren Bussen eine Paris-Rundfahrt. Alle Teilnehmer an dieser Fahrt waren restlos begeistert, zumal viele Paris zum ersten Mal gesehen hatten. Selbstverständlich durfte der Besuch im Pariser Marinemuseum nicht fehlen. Der Abschluss des Abends wurde mit einer Paris-Rundfahrt bei Nacht gekrönt. Ich selbst war sehr beeindruckt!



Kl. - C 3 -  "BEI DOU HAO" 1:60 v. Zhikang Wu (TJ)

Im Laufe des Donnerstags erfolgte die Wertung in der Klasse C3 (62 Schnittmodelle, Schiffs-Sektionen und Wasserlinien-Modelle) . Die zum Teil aus Platzmangel auf dem Fußboden stehenden oder noch in Kisten verpackten Modelle wurden auf einer jetzt geräumten Ausstellungsfläche am Ende der Halle aufgestellt. Für mich war diese Klasse wohl die schwierigste. Hier tummelten sich ganze Werftanlagen mit fast fertigen Schiffen auf den Helligen genau so wie Schnitt- und Wasserlinienmodelle. Die kleinen Exponate wie Aufbauten, Mastsektionen, Schiffskanonen und andere halbfertige Schiffsteile verloren sich fast gänzlich in dieser Repräsentation. Der Holländer Gerard V. belegte für viele von uns zurecht mit seiner phantastischen Holzarbeit des Schiffes.



Kl. - C 3 - "VICTOIRE" 1:50 auf dem Bauslip v. Binwei Yang (TJ)

"Le Vaisseau" im Maßstab 1:72, mit 96,66 Punkten den 1. Platz. Der Chinese Zhikang, Wu mit einem Schnittmodell eines Fischkutters folgte hier mit 96 Baupunkten. Das Schnittmodell "Beidou Hao" im Maßstab 1:100 war genau wie das andere chinesische Modell "Bin Hai 282" im Maßstab

1:50, ein Versorger-Typ, eine richtige Augenweide. Auf diesen Schiffen konnte man sogar eine exzellente Spantenarbeit im Rumpf sowie die Ausrüstungen und Maschinen in den einzelnen Räumen betrachten. Selbst eine kleine Drehbank im Storeraum war vorhanden. Vor diesen Arbeiten konnte




Kl. - C 3 -  "BIN HAI 282" 1:50 v. Jinli Shi (TJ)

wohl jeder nur seinen Hut ziehen. Ich selbst war in dieser Klasse mit meiner Schwergut-Sektion eines 120 to-Stülcken-Systems vertreten. Für diese Arbeit bekam ich 85 Baupunkte, somit eine Silbermedaille und war damit hochzufrieden.

Gleichzeitig liefen die Bauwertungen in der Klasse C4 (37 Modelle kleiner als im Maßstab 1:250). Hier waren Modelle von 1:250 bis 1:1200 vertreten. In diesen Klassen gaben die rotchinesischen Modellbauer den Ton an. Was hier gezeigt wurde, waren wahre Meisterwerke, sei es bei den Schiffen der Neuzeit oder den historischen Segelschiffen. Diesen Modellbau kann man wahrlich nur mit einer Speziallupe betreiben. Ein Teil der Segelschiffe, Maßstab 1:350 und 1:400 zeigte sogar den Rumpf offen. Selbst in diesem Maßstab wurde noch eine genaue Spantenarbeit gezeigt. Mit 96 Punkten belegte der Chinese Rong Xu mit dem Forschungs- und Rettungsschiff "Xiangyanghong 10" im Maßstab 1:800 den ersten Platz. Am Donnerstag Abend bei der offenen Bauwertung der Klassen Cl und 2 gab es dann doch einige Unmutsäußerungen bei den zum Teil niedrigen Wertungen und der Differenz bis zu 9 Punkten. Selbst unbeteiligte Zuschauer stellten immer wieder die Frage, warum nicht zumindest für die Klassenbesten 99 oder gar 100 Punkte vergeben werden. Leider war es auch hier, wie so oft, dass der Oberschiedsrichter Herr M. aus Polen die obere Grenze mit 95 Baupunkten für die Schiedsrichter festlegte. Dieser Herr ist für mich ein ganz besonderes Phänomen unter den "Modellbaufachleuten", ohne die Bauunterlagen oder Bilder anzusehen, geht er die Reihe der Schiffsmodelle ab und sucht immer wieder ganz verzweifelt sein 100-Punkte-Modell. Ich bin einmal gespannt, ob er es je findet, vielleicht kommen ja irgendwann einmal die kleinen Marsmenschen mit diesen Modellen, oder ganz einfach, er zeigt uns einmal seine Modelle!

Vielleicht erleben wir Modellbauer, die sich innerhalb festgelegter Grenzen bewegen, einmal eine korrekte Regelwerkeinhaltung unserer Bauprüfer. Viele meiner Modellbauer-Kollegen waren nach diesen Ergebnissen sehr enttäuscht und überdenken eine weitere Teilnahme in diesen Klassen. Die zum Teil abgegebenen Wertungen waren keine Werbung für den Modellbau, sondern einfach eine Frechheit oder Unwissenheit. Ich selbst bekam für meine "Sydney Express" folgende Wertung: 92, 91, 87, 87 und 93 Baupunkte, nach Streichung der höchsten und niedrigsten Wertung kamen jetzt genau 90 Baupunkte und somit eine Goldmedaille heraus. Speziell in diesen Klassen werden immer wieder gute, mit großem Aufwand gebaute Modelle, abgewertet und kleine, mit geringem Aufwand,  aufgewertet. Wie kann es sonst möglich sein, dass ein einfacher Torpedoreiter 76 Baupunkte bekommt und komplette andere Schiffe sogar unter 70 Punkte, und somit aus den Wertungen fallen.

Freitag morgen nahm ein großer Teil der Schiffsmodellbauer an einer Seine-Fahrt teil. Nach dem Ärger vom Donnerstag war das genau die richtige Entspannung für uns Modellbauer.

Die offene Wertung der Klassen C3 und C4 fand am Samstag um .15.00 Uhr statt. Hier zeigte sich, wie schon angekündigt, eine stabilere Wertung. Vielleicht ist den „Fachleuten“ der Jury auch ganz einfach nur zu Ohren gekommen, dass der Modellbauer sich allmählich veralbert fühlt. Wie immer zeigten sich dann auch einige Überraschungen, aber auch sehr gute Ergebnisse.

 Der "bunte Abend" am Samstag um 20.00 Uhr war natürlich der Höhepunkt für den einen oder anderen. Das gute Essen und die entsprechenden Getränke sorgten letztendlich für die richtige Stimmung. Für mich endete dieser Abend um 3.00 Uhr morgens.

Die Siegerehrung am Sonntag bildete den Abschluß der 4. C-WM. Ich selbst hatte das Pech, beim Aufruf der Goldmedaillen-Gewinner vergessen zu werden, schlich mich aber dann doch durch die Aufforderung eines Kollegen mit nach vorn. Wenigstens bei der Vergabe der Medaille und Urkunde wurde ich dann nicht vergessen. Der Höhepunkt war dann die Verleihung der Pokale. Der englische "King-Gedächtnis-Pokal" wurde an den Modellbauer mit der höchsten Wertung aller Klassen vergeben, also an Gerard V. aus Holland. Die restlichen Pokale bekamen französische Wettkämpfer, die zwar weit im hinteren Punktefeld auftauchen, aber was soll's!

Kl. -C 3- "LA VAISSEAU" 1:72 v. Gerard V. (NL)


Zusammenfassend möchte ich sagen, das Rahmenprogramm war hervorragend, leider kam der eigentliche Sinn und Zweck unseres Zusammentreffens zu kurz, ganz zu schweigen von der Organisation. Am späten Sonntagabend fuhr ich wieder in Richtung Hamburg, wo ich nach 10 stündiger Fahrt endlich eintraf.

Um diese Weltmeisterschaft richtig zu beschreiben, hätte es  Buches bedurft. 

H.-Jürgen Mottschall


5. Weltmeisterschaft vom 07.06. - 15.06.1987 in Schwerin (DDR)

Da sich kein Veranstalter fand, um diese Weltmeisterschaft auszurichten, erklärte sich kurzfristig der Schiffsmodellsportclub der DDR dazu bereit. Dieser Club ist eine der vielen Gruppen innerhalb der GST (Gesellschaft für Sport und Technik). Austragungsort war hier wieder der Burgsee direkt unterhalb des Schweriner Schlosses. Für uns, die Teilnehmer, war klar, hier würde im Gegensatz zur WM von Frankreich alles klappen, was organisatorisch zu regeln war! Nur das Fahren auf dem Gewässer musste noch von uns bewältigt werden. Wir Hamburger hatten zu dieser WM nur 130 km zurückzulegen, also fast ein Heimspiel. Wir Hamburger waren: Dirk Hamann, Karl M., Rüdiger Berdrow und ich.  Am Sonntag fuhren wir etwa um 10.00 Uhr von mir los und trafen gegen Mittag auf der "Neuen Dreesch" in Schwerin ein. Die Zollformalitäten an der Grenze gingen auf der Hinfahrt sehr schnell vonstatten. Auf der "Neuen Dreesch", ca. 4 km vom eigentlichen Austragungsort entfernt, waren alle zuständigen Behörden versammelt, sodass die Formalitäten innerhalb kürzester Zeit geregelt waren. Die Vermessung der Schiffsmodelle folgte dann als nächstes. Für mich, da ich ja in den Klassen b und c startete, ein ganz schöner Aufwand. Beide Kisten mussten jeweils vom Dach herunter geholt werden, die Modelle ausgepackt, dann zur Vermessung hingeschleppt werden, Modelle wieder einpacken und auf das Wagendach deponiert werden. Die, Vermessung der Modelle ergab wieder einmal ganz geringe Toleranzen, auf jedem Wettbewerb allerdings zeigten sich andere Maße. Diese Prozedur ist inzwischen ja allen bekannt und oftmals doch sehr lästig. Nach dieser ganzen Prozedur wurden die Modelle zu dem ca. 4 km entfernten See in dafür bereitgestellte Container untergebracht.

Der nächste Schritt war natürlich sofort, die Wettkampfstätten in "Augenschein" zu nehmen. Da ich dieses Gewässer von internationalen Wettbewerben her kenne, war für mich die Anlage in-

zwischen bekannt. Unsere Unterkunft war im Stadtteil Lankow ca. 7 km vom See entfernt. Alle, die nicht Zelten wollten waren also hier in geräumten Lehrlingswohnheimen der Lederwaren in 2 und 4-Bettzimmern untergebracht. Die Camper mussten ca. 16 km fahren. Frühstück und Abendessen fand jeweils auf der "Neuen Dreesch" statt, das Mittagessen im Schloß direkt am Schweriner See.

Am Montag von 8.00 - 17.00 Uhr fand das sog. Training auf dem Parcour statt. Hier fanden sich so nach und nach die Fahrer der verschiedenen - F 2-Klassen - ein, teils mit Schiffen oder nur aus Neugier. Für mich persönlich bringt zwar so ein Training nicht viel, immerhin kann man mit Gleichgesinnten schippern. Jeder weiß, im Wettkampf zählen die Punkte und nicht beim Üben.

Aufstellung auf dem Rathausplatz


Übungsfahrten


Um 19.00 Uhr begann dann der offizielle Teil der 5. Weltmeisterschaft. Da ich einer der amtierenden Weltmeister war, hatte ich die Ehre, unsere Nationalflagge zu tragen. Die offiziellen Reden auf dem Marktplatz waren relativ kurz. Innerhalb einer Stunde, bei etwas Regen, war auch dieses überstanden. Insgesamt 15 Nationen mit 318 Teilnehmern in 21 Klassen waren hier zum Wettstreit angetreten. Die bundesdeutsche Mannschaft war die stärkste Mannschaft mit 65 aktiven Teilnehmern und 58 Starthelfern und Schlachtenbummlern. Nur die DDR-Mannschaft war in etwa gleichstark. Am Dienstag begann dann der eigentliche Wettkampf in unseren Klassen

- F 2 -. Die - F 2 a-Klasse - hatte pünktlich um 8.00 Uhr den Beginn ihrer Bauprüfung. In dieser Klasse hatten wir mit Dirk Hamann, Klaus P. und Achim T. gute Vertreter. Insgesamt waren. hier 12 Modelle am Start. Die 5 Bauprüfer hatten jetzt natürlich eine gewaltige Arbeit zu leisten. Die offene Bauprüfung im Anschluss brachte dann für mich keine sehr große Überraschung. Sieger in der Bauprüfung mit 96,33 Baupunkten wurde Dirk H. mit seinem Modell eines Ro-Ro-Frachters im Maßstab 1:100, die "Borre". Die 2. Plätze belegten der Chinese He Ren Zhang mit einem Forschungsschiff 1:75, der "Binhai 512" und der DDR-Sportler Arnold P. mit dem Kriegsschiff im Maßstab 1:100, der "Duilio". Die "Brocken", ein Spezialschwergutschiff im Maßstab 1:100 von Manfred Z. aus der DDR, kam jetzt schon mit 94,67 Punkten auf den 4. Platz.

Kl. - F 2 a - "BORRE" 1:100 v. Dirk H. (D)

Hier zeigte sich jetzt schon wie in allen übrigen Klassen nachher: es konnte nur das Fahren auf dem Parcour die Entscheidung bringen. Der geringste Fehler, und das sind nun einmal 2 Punkte, konnte gewaltige Platzveränderungen bringen, also Spannung bis zum Schluß!

 Als nächstes folgte dann die Bauprüfung der Klasse - F 2 b -. In dieser Klasse waren 18 Teilnehmer am Start. Wir, die deutsche Mannschaft sogar dadurch, daß ich ja der Titelverteidiger war, mit 4 Schiffen. Werner T. mit einem holländischen Versorger, Karl M. mit einem Bugsier- Hochseeschlepper, der "Simson" und Eberhard T. mit dem Zerstörer "Z 34" waren meine bundesdeutschen Mitstreiter. Die offene Bauwertung ergab dann folgenden Stand der Bauprüfung: Auf den 1. Platz kam der Chinese Deng mit einem phantastisch gebauten Forschungsschiff im Maßstab 1:100, der "Xiangyuang Hang 10", ein Modell aus Weißblech gefertigt mit 98,33 Baupunkten. Diese Bauwertung war die bisher höchste Baunote auf Weltmeisterschaften! Den 2. Platz belegte Peter S. aus der DDR mit einem Landungsschiff in einem Maßstab 1:75 und 96 Baupunkten und auf den 3. Platz folgte ich schon mit 94,67Baupunkten mit meiner "S.A. Van Der Stel" im Maßstab 1:100. Für mich persönlich noch einmal eine schöne Bauwertung, lag ich doch nicht all zu weit zurück. Auch hier mussten wieder die Plätze letztendlich ausgefahren werden. Während unserer Bauprüfung kam schon die für mich schöne Meldung, unser Dirk H. aus Hamburg hatte in seinem 1. Lauf, mit ein bisschen Glück im Dockmanöver, 100 Punkte erreicht und stand somit als 1. Weltmeister in dieser - F 2-Klasse - fest. Dirk hatte insofern auch mit dem Wetter ein bisschen Glück, gerade zu seinem Dockmanöver herrschte Windstille und er konnte in aller Ruhe dieses Manöver zu Ende fahren. Wie so oft im Laufe des Wettbewerbs mussten gerade im Dockmanöver einige Teilnehmer die böse Erfahrung durch den böigen Wind machen. Im wahrsten Sinne des Wortes wurden die Schiffe vom Winde verweht! Wind im Maßstab 1:100 gibt es ja bekanntlich noch nicht.

Die Plätze 2 - 4 waren bis zum 3. Lauf in dieser Klasse offen. Endlich im 3. Lauf fuhr der Chinese seine 100 Fahrpunkte. Da Arnold P.  98 Fahrpunkte in allen 3 Läufen hinlegte, bekam er den undankbaren 4. Platz. Den 3. Platz belegte Manfred Z. aus der DDR mit seinem Spezialschwergutschiff "Brocken" im Maßstab 1:100. Manfred ist gleich im 1. Lauf seine optimalen 100 Punkte gefahren und dank seiner guten Bauwertung auf den 3. Platz gekommen.

Am Nachmittag folgte jetzt für uns in der - Klasse F 2 b der 1. Lauf. Der Chinese Deng fuhr 98 Fahrpunkte raus und war dank seiner guten Bauwertung nicht mehr vom 1. Platz zu verdrängen. Somit stand der Weltmeister in der Klasse -F 2 b - fest und ich, der bis dahin amtierende Weltmeister dieser Klasse, war enttrohnt. Mein Lauf mit der "S.A. Van Der Stel" erbrachte für mich 98 Fahrpunkte und schon den sicheren 3. Platz. Peter S. aus der DDR fuhr mit seinem Landungsschiff im 1. Lauf nur 84 Fahrpunkte, also war hier der 2. Platz durchaus noch zu erreichen. Im 2. Lauf kam jedoch der Peter auf 100 Fahrpunkte genauso wie ich. Die Reihenfolge am Schluss: Deng Erster, Peter Sager Zweiter und ich letztendlich der Dritte!




 

Kl. - F 2 b - "XIANGYUANG HANG 10" und "VAN DER STEL" der neue u. alte Weltmeister

 

 

Auch hier wie in allen übrigen Klassen zeigte es sich, dass die guten Modellbauer sehr häufig, man kann sagen fast ausschließlich, auch ihre Modelle (Wettkampfgeräte) gut beherrschten. Wie exzellent einige gute Modellbauer ihre Schiffe beherrschten, zeigte sich in der Klasse -F 2 a -. Klaus P. aus Köln mit seinem Bugsierschlepper "1". In allen drei Läufen fuhr unser Klaus 100 Punkte! Selbstverständlich gehört auch ein bisschen Glück zum Kursfahren. Karl M., der ein 100-Punktelauf im 3. Durchgang zustande brachte, belegte zusammen mit Werner T. am Ende einen hervorragenden 4. Platz auf dieser 5. Weltmeisterschaft.

 

 

Gleichzeitig, als wir um Punkte auf dem Wasser kämpften, fand im Saal die Bauprüfung - F 2 c -, also Modelle über 1,70 m, statt. Da ich ja selbst gerade an der Startstelle - F 2 - fuhr, wurde ich durch meinen Starthelfer Rüdiger und Dirk vertreten. In dieser Klasse - F 2 c - brachte ich meine "Sydney Express" an den Start. Die Bauwertung dieser Klasse war jetzt wie folgt: Als erstes die "SYDNEY EXPRESS" mit 93,67 Baupunkten, gefolgt von dem Bulgaren M. mit einem franz. Zerstörermodell "Le Terrible" im Maßstab 1:75 mit 93,93 Baupunkten. Zwei DDR-Sportsfreunde folgten jetzt noch mit 87,67 Baupunkten. Zwar hatte ich nur 0,33 Punkte Vorsprung, aber immerhin wurde das Ganze ja auf dem Wasser noch ausgefahren. Am folgenden Tag zeigte sich dann beim Fahren, der Bulgare hatte sein Schiff besser als ich im Griff und fuhr gleich 98 Punkte.

 

 

Ich selbst hatte einige Schwierigkeiten mit meinem Schiff und fuhr nur 92 Punkte. Im 2. Lauf hatte ich diese Schwierigkeiten überwunden, schaffte allerdings wieder nur 92 Punkte. Im 3. Lauf hatte ich jetzt endlich mehr Glück und erreichte 94 Fahrpunkte, das hieß jetzt, der 1. Platz war vergeben. Das Stechen um den 2. Platz mit einem sicheren DDR-Fahrer, dem Sportler Peter J., sollte für mich wider Erwarten gut ausgehen. Beim Ziehen der Reihenfolge im Stechen hatte ich insofern Glück, dass ich als Erster fuhr. Hier konnte ich endlich 100 Fahrpunkte hinlegen, Peter J. fuhr einmal vorbei und somit war ich Zweiter in der Klasse - F 2 c -.




Kl. - F 2 c -  "SYDNEY EXPRESS" 1:100 Startvorbereitung und Dockmanöver

Für mich noch ein ganz persönlicher Erfolg insofern, denn niemals zuvor hatte ich mit diesem Schiff einen Wettbewerb 100 Punkte gefahren und auch noch nie ein Stechen gewonnen. Hier auf einer WM hatte ich insofern Glück, ich erreichte a) die 100 Fahrpunkte und b) das 1. Stechen, solang' ich überhaupt Wettbewerbe fahre. Für mich unter dem Strich noch ein Riesenerfolg!

In der Klasse - EK - stellte der Russe Jury P. mit einem Raketenschlachtkreuzer, der "Kirov", ein Superschiff vor. Dieses Schiff war für mich wohl das beste Schiffsmodell dieser Weltmeisterschaft, leider nur mit 96,33 Punkten in dieser Klasse benotet. Wer dieses Modell, Maßstab 1:100 aus Weißblech gebaut, gesehen hat, musste einfach begeistert sein! Allein die Lackierung dieses Schiffes war eine Sonderklasse für sich. Leider fährt dieses Schiff nur in der sog. Geradeaus-Klasse, d.h. die Schiffe fahren auf einer 50 m langen Strecke und müssen am Ende dieser Strecke das mittlere Tor durchfahren, um 100 Punkte zu bekommen. Jury schaffte in gewohnter Manier diesen Parcour und wurde Weltmeister. Dieser klasse Modellbauer stellte uns 1979 in Duisburg schon einmal einen Raketenkreuzer der EK -Klasse in exzellenter Bauweise vor. Hatte man damals angenommen, er könnte sich modellbaumäßig nicht mehr verbessern, wurde man hier eines Besseren belehrt.



- EK - "KIROV" 1:100 v. Jury P. (UDSSR)

In der Klasse - F 6-traten 13 Mannschaften an. Hatten alle wieder auf die italienischen Sportsfreunde gewettet, die ja die letzten beiden Weltmeisterschaften für sich entscheiden konnten, so wurden wir überrascht! Die holländische Mannschaft mit einem exzellenten einschleppen eines Containerfrachters, immerhin über 5 m lang im Maßstab1:50, bekam 93 Punkte und belegten somit den 1. Platz. Zur Ehrenrettung der Italiener muss ich allerdings sagen, dass sie Pech mit ihrer Elektronik hatten, das ist aber nun einmal Wettbewerb. In diesen Klassen - F 6 - und "F 7- werden genau wie in den -C- Klassen leider nur sog. Leistungsstufen vergeben, also keine offiziellen Titel.



Kl. - F 6 - "TEAM M." 1:50 das  Modell wird zum Wasser gebracht

Den 1. Platz in der - F 7-Klasse - konnte unser Johannes L. mit 91,33 Punkten und einer gekonnten Leistung belegen. In dieser Klasse waren auch 13 Teilnehmer am Start. Gerade in diesen Klassen wird oft eine außergewöhnliche Show mit vielen elektronischen und Funkelektroniker Raffinessen gezeigt. Bei der Bauprüfung in den verschiedenen Klassen ist mir und anderen Teilnehmern allerdings auch aufgefallen, dass einige Bauprüfer sich zwischen den Modellschiffen ziemlich sorglos benahmen. Schlipse, Jackenärmel und Rockschöße lagen oft auf den Modellschiffen. Ein Bauprüfer, darauf angesprochen, gab zur Antwort: Das macht nichts! Entweder weiß dieser Bauprüfer nicht, was Modellbau ist, oder vielleicht hat er noch nie Modellbau betrieben. Mein Vorschlag wäre, an diesen Bauprüfer: Modellbau zu versuchen, damit für die Zukunft ein besseres Bewegen innerhalb so exzellenter Exponate gewährleistet wäre.

Am Donnerstag unternahmen alle Teilnehmer der Weltmeisterschaft einen Schiffsausflug mit der "Weißen Schweriner Flotte" auf dem herrlichen See. Hier konnten sich auch endlich einmal die Helfer dieser WM ein bisschen erholen. An dieser Stelle möchte ich auch ein herzliches und großes Dankeschön an alle Mitarbeiter, die sichtbaren und unsichtbaren ,dieser WM loswerden! Jeder, der schon einmal einen Wettbewerb ausrichten musste, weiß wie schwer es ist, die verschiedenen Positionen zu besetzen. Immerhin soll der Teilnehmer ja keinen Grund zum Meckern haben. An unserer Startstelle der F 2-Klasse sorgte Herbert K. aus der DDR mit seiner Mannschaft, allen bekannt von den verschiedenen internationalen Wettbewerben in der 2. Weltmeisterschaft in Magdeburg, für einen ruhigen und reibungslosen Ablauf. Selbst bei dem nicht immer trockenem Wetter, von dem oftmals verheerenden böigen Wind, hatten wir immer ein gutes Wettbewerbsklima an dieser Startstelle.

Insgesamt wurden auf dieser WM 17 mal Weltrekorde in den Rennbootklassen gebrochen" wobei letztendlich 12 neue Rekorde für die Rekordliste Bestand haben. Obwohl das Wetter nicht immer für eine Rekordjagd geeignet war, stellten u. a. die chinesischen Teilnehmer Fabelrekorde auf! Wer einmal in diesen Klassen zugesehen hat, konnte nur über die guten Reaktionen und vor allem die guten Nerven dieser Rennbootfahrer staunen. Einer der Höhepunkte dieser WM war am Donnerstag der sog. Bunte Abend. Was hier auf diesem Abend geboten wurde, war allergrößte Spitzenklasse. Die Akrobatik einer jungen Dame sowie die Tanzgruppen, verschiedene Turnübungen waren hier die Höhepunkte dieses bunten Abends. Selbstverständlich fehlte auch hier eine Modenschau nicht. Leider war für uns dieser Abend um 24.00 Uhr schon beendet.

Zurückblickend möchte ich sagen, dieser bunte Abend ist für viele der Teilnehmer doch wieder eine sehr gelungene Attraktion, da gerade an solchen Abenden einige Bekanntschaften geschlossen werden und alte erneuert werden.

Die Siegerehrungen begannen am Freitagnachmittag und folgten dann am Sonnabend und Sonntag. Besonders stolz macht es doch immer wieder, wenn bei dem betreffenden Sieger, nachdem er auf seinem Treppchen steht und wenn die Medaillen und Urkunden überreicht sind, die eigene Nationalhymne erklingt. Am Sonntagnachmittag begann dann für uns Teilnehmer dieser 5. WM der Abschied. Abschied insofern, daß sich alle teilnehmenden Nationen noch einmal auf dem Wettbewerbsgelände versammelten und nach den verschiedenen Reden der offiziellen Vertreter der Naviga dieser WM für beendet erklärt wurden. Für mich und die übrigen Hamburger Teilnehmer begann dann die Rückfahrt nach Hamburg. leider hatte ich dieses Mal an der Grenze nicht so viel Glück wie auf der Hinfahrt. Hier verlangte jetzt der Zöllner, dass ich meine Kisten vom Dach des Wagens herunterholen sollte bzw. öffnen sollte. Mein Starthelfer, der zum Glück gleich hinter mir stand, erhielt die Erlaubnis, mir behilflich zu sein. Nachdem ich die Kisten geöffnet hatte, wollte der gute Mann sogar noch in die Modelle hineingucken! Als ich erklärte, dass ich dieses Modell ganz und gar auseinander nehmen müsste, um ihm den Einblick zu verschaffen, sah er davon ab. Ich muss schon sagen, wenn man einmal gelesen hat, Motto der 5. Weltmeisterschaft in der DDR, für Frieden- und Völkerverständigung zu werben, dann war für mich das Verhalten hier etwas sehr merkwürdig. Hatte man uns doch vorher von entsprechender Stelle versichert, wir würden keine Schwierigkeiten an der Grenze bekommen. Aber das ist eben Wettbewerb. letztendlich kann ich nur sagen, für mich war diese WM wieder der Höhepunkt in meinem Schiffsmodellbau. Das nicht alle immer Glück haben können, ist selbstverständlich. Jeder, der an einem Wettbewerb teilgenommen hat, weiß, Glück und Unglück liegen ganz dicht zusammen! Die bundesdeutsche Mannschaft mit 19 errungenen Medaillen belegte den 1. Platz vor allen anderen. Die 19 Medaillen setzen sich wie folgt zusammen: 7 x Gold, 5 x Silber, 7 x Bronze und recht beachtliche sechs 4. Plätze machten den Erfolg dieser WM aus. Nur die Chinesen, die allerdings auch mit einer wesentlichen kleineren Mannschaft angetreten waren, erreichten noch einmal 7 Goldmedaillen, 4 x Silber und 2 x Bronze.

H-Jürgen Mottschall

NAVIGA Wereldkampioenschap Scheepemodelsport Rotterdam 3.-11.08.1985

Nicht jeder Leser wird jetzt gleich wissen, was diese Überschrift bedeutet. Der Kenner der Materie weiß jedoch, sie handelt von der 4. Weltmeisterschaft für Schiffsmodelle in Rotterdam. Für uns, den bundesdeutschen Teilnehmern, war Rotterdam vom Anfahrtsweg im Gegensatz zur 3. WM 1983 in Stara Zagora (Bulgarien) ein Katzensprung. Betrug doch meine Anfahrtsstrecke gerade 530 Km. Nach geringen Passformalitäten an der niederländischen Grenze,  trafen wir schon am Freitag den 2.08. mit noch einigen ganz eiligen Teilnehmern am Austragungsort im Zuiderpark von Rotterdam zusammen.

Nach dem üblichen Hallo, nahmen wir auch gleich eine Besichtigung der Wettkampfanlagen vor und stellten jetzt schon fest, was für eine immense Arbeit vom niederländischen Veranstalter, speziell der Rotterdamer Modellbaufreunde, geleistet wurde. Ca. 400 000 Gulden hätte die Veranstaltung gekostet wenn nicht zeitweilig bis zu 150 Helfer mitgewirkt hätten. Durch diese Eigenhilfe wurden insgesamt über 300 000 Gulden eingespart ! Der Rest der Summe wurde als Ausfallbürgschaft von der Stadt Rotterdam übernommen. Allerdings mit der Auflage, keine Eintrittsgebühr zu erheben. Selbstverständlich halfen auch so renommierte Firmen wie; NEDLLOYD, Schlepperreederei SMIT und noch einige Hafenfirmen kräftig mit. Insgesamt 5 Startstellen an 3 Seen wurden erstellt. Ein großes Zelt zur Ausstellung der Modelle, Container für die stillen Arbeitskräfte im Hintergrund einer jeden Veranstaltung sowie Container zur Aufbewahrung der Modelle oder sonstigem Gerät standen bereit.

Sonnabend den 3.08. trafen nun nach und nach die übrigen Teilnehmer ein. Die Registrierung der Modelle ging sehr zügig vor sich. Senderkontrolle und die Vermessung der Modelle klappten hier optimal. Bei der Vermessung der Modelle kamen hier wie üblich, ganz andere Maße, als die, die im Bielbrief schon x-mal geändert wurden, auf. Auf keiner WM habe ich bisher erlebt, dass die Maße nicht doch geändert werden mussten. Zum Glück bewegten sich meine Maße immer innerhalb der zulässigen Toleranzen. Vielleicht sollte man aber immer nur die 3 Erstplatzierten der Wettbewerbe vermessen. Im Sport wird ja auch nicht jeder Sportler zur Dopingkontrolle geführt. Die Frage muss auch hier erlaubt sein, warum gibt es überhaupt einen Meßbrief für ein Modell wenn die eingetragenen Daten angezweifelt werden.

Am Nachmittag wurde die IV. WM mit den verschiedenen Reden des stellv. Bürgermeisters der Stadt Rotterdam Herrn F. und des Präsidenten der NAVIGA Herrn M. F. eröffnet. Zuvor jedoch wurden die Eide der Schiedsrichter und der Sportler abgelegt.

Die Bauprüfungen der Kl. - F 2c / F 2b J/S begann am Montag. Nach Bendigung der Bauprüfung erfolgte jeweils sofort die offene Wertung. Unser E. F. übernahm sofort mit 93,33 Baupkt. in der Kl. - F 2c - vor dem Bulgaren M. mit 93 Pkt. die Führung. Jeder, der den Erwin kennt, weiß, wie sicher er fährt. Für uns also klar, eine sichere Medaille. Erwin gewann auch prompt den WM-Titel. Die übrigen Platzierungen sieht man in den beigefügten Listen. Leider fehlten hier in dieser Kl. die 2 angekündigten Chinesen. Zum Glück, waren doch durch die Wasserverhältnisse auch so schon einige Schwierigkeiten vorhanden. Diese Schwierigkeiten zeigten sich ja auch prompt im ersten Lauf beim Erwin. Ganze 93 Fahrpkt. bedeuteten zwar noch die Spitze, jedoch für ihn eine Fiasko. Sämtliche Dockmanöver gingen durch den starken Wind daneben. Nicht ein einziger der Teilnehmer erreichte im ersten Lauf die begehrten 100 Fahrpkt.

Im 2. Lauf der Kl. Am 8.08. wurden jetzt endlich von E. F. und W. S. 100 und von G. R. 98 Fahrpkt. erreicht. Jetzt hatten wir in dieser Kl. den ersten und zweiten Platz, sowie von G. R. auch noch einen 5. Platz erringen können. Leider blieben von den gemeldeten 14 Modellen dieser Kl. am Ende nur 11 Schiffe übrig.




Kl. - F 2 b - "BIN HAI  511" 1:50 v. Yu Ming Wei (TJ)

Am Montagnachmittag erfolgte in der Kl. - F 2b - meine Bauwertung. Da ich ja schon in den Tagen zuvor die chinesischen Modelle zu Gesicht bekam, war ich am Ende auch nicht bei der offenen Wertung von meinen Baupkt. 93,33 für meine S.A. VAN DER STEL enttäuscht. Die Chinesen lagen mit 96 und 95,33 Baupkt. vor mir. Bekanntlich wird jedoch am Ende eines Wettbewerbs erst abgerechnet. Die übrigen Wertungen s. Liste. Am gleichen Tage stellte ja auch noch die Junioren ihre Modelle der Kl. - F 2b - vor. In dieser Kl. übernahm der bulgarische Teilnehmer Gantscho G. mit einem Vermessungsschiff und 88,33 Baupkt. die Führung. Selbstverständlich für unsere Jugend noch kein Grund, sich aufzugeben. Leider ist in dieser Kl. nur allzu deutlich die Handschrift der Väter zu erkennen! Hier wird mit dem Jugendlichen, der sein Modell wirklich selber baut, erheblich Schindluder betrieben. Der 1. Lauf in dieser Kl. brachte auch hier keine Entscheidung, fuhren doch nur die in der Bauprüfung hoffnungslos Abgeschlagenen einigermaßen Punkte zusammen. Warum die Bauprüfer speziell mit den Baukastenmodellen der Jugendlichen so erbarmungslos umgingen, entzieht sich meiner  Kenntnis.

Der 2. Lauf am 9.08. brachte die Entscheidung. Alexander K. fuhr mit seinem Modell „HERCULES“ volle 100 Pkt. und war Dank dieser Fahrleistung Weltmeister der Junioren - F 2b -, gefolgt von 2 Bulgaren. Sven G. und Peer H. belegten die Plätze 4 und 5.

Dienstag den 6.08., mussten die Jun. - F 2a - ihre Boote der Jury vorführen. In dieser Kl. lässt Martin O. aus Wendlingen für die Zukunft einiges erwarten. Sein gut gebauter Schlepper „PLANET“ im Maßstab 1:100, erzielte die höchste Bauwertung mit 91,67 Baupkt. Der Bulgare Kamen G. folgte mit geringem Abstand. Der 1. Lauf dieser Kl. brachte jetzt auch sofort eine Vorentscheidung. K. G. fuhr auf Anhieb 100 Pkt. und ließ sich auch nicht mehr vom ersten Platz verdrängen. Immerhin konnten M O., S. G. und D. K. in dieser Kl. die Plätze 2-4  belegen, eine recht stolze Leistung unserer Jugendlichen.



Kl. - F 2 b - "HU JIU LAO No 3" 1:75 v. Chang Zhang (TJ) nach dem Stechen auf den 4. Platz abgerutscht

Am gleichen Tag begann auch endlich der Fahrwettbewerb in der Kl. - F 2b -. Nicht ein Teilnehmer der sonst so sicheren Fahrer, konnte an diesem Tage einen  100er Lauf erzielen. Selbst die Chinesen, sonst mit die sichersten Fahrer, hatten total versiebt. Yu Ming Wei fuhr 92 und Chang Zhang gar nur 88 Pkt. Wei wurde obendrein noch am oberen Tor 6 Pkt. aberkannt, da er entgegen der Regel offensichtlich sogar vor dem Tor Rückwärts fuhr. Sagt doch die Regel, es muss vor jedem Tor eine sichtbare Vorausfahrt erkennbar sein. Hier wurden das 1. x  die seit Jahren bekannten Regeln - leider nie angewendet - angewendet. Gerade auf den  letzten WM`s in Magdeburg und Stara Zagora, hatten einige gegen die Regel verstoßen. Mir selbst glückten auch nur 94 Fahrpkt. Diese wenigen Pkt. langten jedoch dank der hohen Bauwertung, für den 1. Platz. Von der Gesamtwertung her hatte ich jetzt schon einen sicheren Medaillenplatz.

Der 2. Lauf am 8.08. brachte dann endlich für uns in dieser Kl. die Entscheidung. Bei mir stellte ich im Vorwege doch eine gewisse Nervosität fest, war mir doch klar, dass die Chinesen unter Druck - und das wahren sie jetzt - häufig nicht mehr allzu sicher fahren. C. Zhang fing mit dem 2. Durchgang an, verfehlte am oberen Tor und stieß beim Dockmanöver an (- 11 Pkt.). Der 2. Platz war mir jetzt schon sicher, mehr als ich in dieser Kl. jemals erreicht hatte ! Unser Neuling in dieser Kl. E. T., fuhr als Nächster 100 Pkt. und stand jetzt schon im Stechen um den 3. Platz gegen den Chinesen C. Zhang. Nach einigen anderen Fahrern durfte ich jetzt endlich zu meinem alles entscheidenen 2. Lauf antreten. Ich fuhr 100 Pkt. und wie mir mein Starthelfer Dirk H. später sagte; auch am oberen Tor fast perfekt in der Mitte durch. Nach mir kam der noch amtierende Weltmeister Yu Ming Wei auf den Kurs. Er zeigte auf einmal eine sehr große Nervosität, fuhr am oberen Tor prompt einmal vorbei und tickte noch einmal von innen an. Auch in diesem 2. Lauf für ihn nur 92 Fahrpkt. das hieß, Weltmeistertitel 1985 für mich mit der „S.A. VAN DER STEL“ in der Kl.- F 2b - Nicht nur ich war im ersten Moment sprachlos, doch dann  großer Jubel und ehrliche Freude bei meinem Anhang. Auch die sog. Verlierer Wei und Zhang, freuten sich zu meinem Titelgewinn. Der Krimi in dieser Kl. war noch nicht zu Ende. Zwar verpasste J. Mierau durch einen unglücklichen 2. Lauf die Chance auf das Treppchen zu kommen, aber wir hatten ja noch E. T.. Der ließ sich diese Chance im Stechen um den 3. Platz nicht entgegen, legte 98 Pkt. vor und  da der Chinese C. Zhang nur 94 Pkt. erreichte, hatten wir jetzt sogar noch einen 3. Medaillenplatz in dieser Kl. Vielleicht hatte aber auch die Standpauke unseres Mannschaftsleiters Heinz-Hermann K. bei uns den nötigen Ehrgeiz geweckt, denn wer lässt sich schon gerne sagen; ihr seit wie die blutigen Anfänger und besengte S... gefahren! Ich fand eine richtige Predigt zur rechten Zeit war auch angebracht! Die Siegerehrung war für mich jetzt, wo ich ganz oben auf dem Treppchen stand, ein ganz anderes Gefühl. Hatte ich doch 3 Anläufe ( 2x den 3. Platz) benötigt, um endlich auf den von mir zum Ziel gesetzten 1. Platz zu kommen. Während der Siegerehrung und dem Abspielen der deutschen Nationalhymne, gingen mir doch diese Stationen noch einmal durch den Kopf.

Da ich am 6.08. zur Bauwertung meiner „STAHLECK“ in der Kl. - F 2a - nicht anwesend sein konnte ( ich fuhr gerade in der Kl. - F 2b -), vertrat mich mein Clubkollege R. H.. Wie ich im Nachhinein hörte, recht erfolgreich. Auch in dieser Kl. war die große Frage, wie groß wird der Abstand zum Chinesen Haiqing Liu. Er trat in dieser Kl. mit einem phantastischen chin. Fischheckfänger 1:75 an. Auf dieser WM stellten die Chinesen perfekt gebaute und lackierte Modelle vor. Von Seiten der Chinesen wird jetzt allerdings auch ganz offen zugegeben, dass ihre Modelle Mannschaftsmodelle sind  und in sog. Modellbauschulen (Universitäten) gebaut werden ! Wie erwartet, bekam das Fischfangschiff auch 97 Baupkt. Meine „STAHLECK“ folgte auf dem 2. Platz mit 94,67 Baupkt. Meine beiden Mitstreiten aus Köln, K. P. mit der „BUGSIER 4“ und die „HALNY“ vom T. O. folgten mit 92 und 90,33 Baupkt. Da, aus welchen Gründen auch immer, die russischen und DDR-Teilnehmer nicht am Start waren, war die Konkurrenz nicht ganz so stark wie sonst. Sicherlich wäre sonst die eine oder andere Entscheidung am Ende der Läufe anders verlaufen! Die beigefügten Tabellen sagen eigentlich mehr aus.


Noch zufriedene Gesichter v. den anstehenden Läufen


Kl. -F 2a- o./r. DONG FANG HAO 1:75 v. Haiqing Liu (TJ)



Am 8.08. erfolgte auch in dieser Kl. - F 2a - der 1. Lauf. Da H. Liu sofort im 1. Lauf 100 Pkt. erreichte, war der 1. Platz vergeben. K. Pl. fuhr 98 und alle übrigen Favoriten zwischen 94 und 96  Fahrpkt. Auch der 2. Lauf am 10.08. brachte hier keine Gesamtplatzveränderung. Liu und K. Pl. fuhren 100 Pkt., ich leider nur 94 und damit hinter K. Pl. auf dem 3 Platz.  Aus meiner Sicht noch einmal ein großer Erfolg, denn immerhin nahm die „STAHLECK“ von 1979 - 1985 zum 4. x an einer WM teil. Auch die Platzierungen des Modells auf den WM  konnten sich sehen lassen sind doch immerhin die Plätze 1979 - 4., 1981 - 3., 1983 - 2. und jetzt noch einmal der 3. Platz erreicht worden.

Auch an dieser Stelle noch einmal ein gutes Wort für die Bauprüfer. Hatten sich bei einigen WM`s vor Rotterdam die Bauprüfer nicht die magischen 95 Baupkt. getraut, sah man hier einen ganz offensichtlichen Wandel ! Das die Arbeit der armen Herren bestimmt nicht leicht war, konnte man an der großen Sorgfalt und ihrer großen Mühe während der Bauprüfungen erkennen. Ich kann mir vorstellen, dass der eine oder andere Bauprüfer sogar nachts von den Modellen noch träumte. Ein ganz großes Dankeschön möchte ich allerdings dem Startstellenleiter Hans G. aussprechen ! Er zeigte eine konstante Leistung, traf seine Entscheidungen sehr sachlich und konsequent obwohl sein Amt nicht immer leicht war. Der  Mannschaftsleiter H-H. K. war mal wieder eine glückliche Entscheidung des „nauticus“. Ich denke, er hat seine Arbeit gründlich gemacht, sollte jedoch gewisse Emotionen  gegen Personen unterlassen. Die dort anwesende Frau K. hatte während des Wettbewerbs in Rotterdam bestimmt nicht allzu viel vom gesetzlich verordnetem Glück. Das herzliche Dankeschön an alle stillen Helfer im Hintergrund einer jeden Veranstaltung, sollte genau so wenig vergessen werden wie an der Spitze G. Govert M., der diese emense Arbeit zu koordinieren hatte.

Für mich bleibt nur noch festzustellen, es war eine gelungene WM, es hat mich doch den einen oder anderen Bekannten oder gar Freund im Modellbau etwas näher gebracht. Das ist, finde ich, eigentlich wertvoller als so manche Medaille! Leider hatte sich, wie üblich nach einer WM, noch kein neuer Ausrichter für die  nächste WM - 1987 - gefunden.

 H-Jürgen Mottschall


C-WELTWETTBEWERB in RASTATT 25.-31.05.1985

 

Nach Jablonec und Lüttich fand die C-Weltmeisterschaft diesmal in Rastatt statt. Im Gegensatz zu Lüttich hatten sich hier nur knapp 200 Modelle in den einzelnen Klassen der Wertung gestellt. Das Ganze fand statt in einer Eissporthalle, selbstverständlich ohne Eisbelag. Diese Halle wurde dem ausrichtenden Club zur Verfügung gestellt, natürlich nicht kostenlos. Von den Räumlichkeiten her war das eine einmalige Anlage, da alle Modelle entsprechend großzügig aufgestellt werden konnten. Für die Teilnehmer standen Schließfächer zur Verfügung, wo das persönliche Gepäck untergebracht werden konnte. Daneben war der Tresen für Bier, Wurst, Kaffee sowie eine Cafeteria aufgebaut.

Die Registrierung fand am Freitag den ganzen Tag über statt und wurde erst abends um 21 geschlossen. So konnte der Wettbewerb am Sonnabend beginnen. Die feierliche Eröffnung war in der gegenüberliegenden Schule in Anwesenheit der Rastatter Honoratioren sowie der führenden Herren des "nauticus' mit den Hauptschiedsrichtern, Schiedsrichtern und was da alles so dranhängt.

Nach den üblichen Reden begann der Wettbewerb gegen 10 Uhr mit der Bauwertung der Klassen C3 und C4. C3 war mit insgesamt 48 Modellen bestückt, C4 mit 29. Die Bauprüfkommision der C1/C3 bestand aus den Herren E. (DDR), F. (Belgien), Li Yuging (VR China), L. (Polen) und M. (BRD), C2/C4 werteten die Herren S. (Frankreich), van den B. (Niederlande), W. (DDR), K. (Bulgarien) und M. (BRD).

Die Klasse C3, in der ich mit meinem Schwergutmast antrat, hat sich seit Lüttich stark verbessert. Hier traten, wie schon bei den anderen Welt-Wettbewerben, die Chinesen verstärkt auf. Sämtliche Modelle der Chinesen wurden als sog. Mannschaftsmodelle aufgeführt mit dem besonderen Hinweis, dass der Großteil von Lehrern bzw. Modellbauern der Modellbauschulen in China erbaut wurden. Die Bauprüfer gaben sich meiner Meinung nach wesentlich mehr Mühe als in Lüttich. verglichen die Pläne mit dem Modell und rangen wirklich um die Punkte. Allerdings gab es dann bei der offenen Bauwertung doch tatsächlich hin und wieder 6, 7 oder gar 8 Punkte Differenz zwischen den Bauprüfern. Insgesamt waren die Leistungen jedoch recht einhellig und konstant.

I. L. des Dienstag fing die Wertung für C1 und C2 an, in denen wir Hamburger, Dirk H. und ich, mit drei Schiffen vertreten waren, Dirk mit der "BORRE" und ich mit der "SYDNEY" "EXPRESS" und der "STAHLECK". C1 war mit 57, C2 mit 52 Modellen bestückt. Auch hier erbrachten die Bauprüfer wieder große Leistungen, vor allem wenn man die unterschiedlichen Schiffstypen berücksichtigt: Maßstäbe von 1 : 10 bis 1 : 250, vom kleinsten Ruderboot bis hin zum riesig großen Viermaster, aufgetakelt und nicht aufgetakelt. Am Donnerstagabend war dann endlich offene Wertung für C1/C2. Wir Hamburger haben dabei recht gut abgeschnitten: 2., 7. und 8.Platz, "selbstverständlich" alle im Goldrang, d.h. über 90 Punkte. Vor und zwischen uns Chinesen, hinter uns Italiener und Franzosen. Sicherlich war der eine oder der andere mit der erreichten Punktzahl nicht zufrieden, aber wir können nicht meckern! Auch hier ist steigende Qualität zu verzeichnen. Modelle, die noch vor Jahren ganz vorn lagen, sind jetzt einige Plätze tiefer wieder zu finden.

In die ganze Freude mischen sich jedoch auch etliche Wermutstropfen. Durch neue NAVIGA-Regeln dürfen einige Spitzenmodelle, die auf solchen Wettbewerben ganz vorne mitmarschiert sind, nicht wieder starten. Selbstverständlich war davon auch der eine oder andere Kollege enttäuscht. Sich einzureden, mal ein gutes Modell gebaut zu haben, reicht nicht. Man muss neue Modelle mit möglichst noch höherem Standard bringen - oder abtreten!

Am Freitagmorgen war dann die offizielle Siegerehrung, eine ganz festliche Sache. Nach den unvermeidlichen Reden wurden Urkunden und Medaillen vergeben, und ich konnte mich wieder einmal riesig freuen, noch einmal in dieser hohen Leistungsstufe aufgetreten zu sein. Auch für unseren Dirk Hamann, und das war mir eine besondere Freude, hat sich diese WM gelohnt. Er hat sich wacker geschlagen und ebenfalls Gold gewonnen.

Noch einmal ein Dankeschön an den Ausrichter, an der Spitze Kurt H. mit seiner gesamten Truppe. Ein Dankeschön an alle Mitarbeiter, die eine gewaltige Arbeitsleistung im Hintergrund vollbracht haben!


H.-Jürgen Mottschall

- C - Weltwettbewerb im Schiffsmodellbau in Liege (Belgien) 14.-21.08.1983 -

Nach Jablonec (CSSR) vor zwei Jahren, fand die II. WM der Standklassen in Liege (Lüttich) im Palais de Congres statt. Ausrichter war der „Liege Marine Club“.

Am Sonntag den 14.08. fanden sich nach und nach die ersten Teilnehmer im Palais ein, wo auch sofort reibungslos die Registrierung und Anmeldung der Teilnehmer und Modelle durch unseren Mannschaftsführer Friedrich Heßmer erfolgte. Insgesamt gingen 210 Modelle in den - C 1 - bis - C 4 - Klassen an den Start. Die deutsche Mannschaft stellte auch hier wieder einmal das stärkste Kontingent. 

Am Montag Vormittag fand die offizielle Eröffnung der II. C-WM mit dem Einzug der Nationen statt. Nach dem Aufziehen der NAVIGA-Fahne und der Vereidigung sämtlicher Bauprüfer, konnte endlich der eigentliche Wettbewerb beginnen. Nach Bekanntgabe der beiden Bauprüfkommissionen stellte sich heraus, dass kein westdeutscher Bauprüfer  in den Bauprüfkommissionen eingebunden war. Etwas merkwürdig war es für uns auch  zu hören, dass Edmund E. (nauticus - Präsident)  vom   belgischen  Veranstalter abgelehnt wurde.

Die Kommissionen setzten sich wie folgt zusammen: 

  • - C 1 - und - C 3 -  Leiter  - Rudolf  E. DDR,  Vsevold R. Rumänien, Robert G. Belgien,  Jean Claude B. Frankreich, Eduardo G. Italien.
  • - C 2 - und - C 4 -  Leiter - Alexis S. Frankreich, Istvan B.Ungarn, Yuging L, China, Lèon B. Belgien,  Georgi M. Bulgarien

Die jeweils Erstgenannten jeder Kommission hatten schon  international gewertet, alle übrigen waren Neulinge. Speziell die Ergebnisse der - C 3 - spiegelten die verschiedenen Auffassungen der Prüfer über Modellbau recht deutlich wieder. Unterschiede von bis zu 10 Pkt. waren hier am Dienstag Abend bei der offenen Bauwertung normal. Wir, die Teilnehmer, bezeichneten die Wertungen als einzigen Skandal ! Besonders krass fielen die Wertungen des italienischen Bauprüfers aus, wobei er allerdings nie vergaß, die eigenen Landsleute in den Himmel zu werten. Herr G. aus Belgien fiel  1979 in Duisburg als Startstellenleiter schon sehr unangenehm auf, hier, auf dieser Meisterschaft, zeichnete er sich jedoch als absoluter Laie des Modellbaus richtiggehend aus.

Das die Klasse - C 3 - sehr schwer zu werten ist, haben die  Fachleute längst begriffen. Gerade hier treffen immer wieder die verschiedenen Maßstäbe von 1:10 bis 1:1000 zusammen. Wobei auch noch die historischen- neuzeitlichen Schiffe sowie Fragmente von Dockanlagen und Kanonen sowie szenarischen Zusammenstellungen aufeinander treffen.  Gerade hier haben sich etliche Neumodelle gezeigt.



Bel. Schlepper leider ohne Farbanstrich


Die Wünschmann-Fl. wird v. d. Chinesen u. Lupe gen.


Helmut Thomas bekam mit seiner Dockanlage 92,33 Pkt., Walter P. für seine  beiden Modelle 90,67 und 86 Pkt.. Siegfried V. mit  seiner  „SAN FELIPE“ schaffte gerade noch 72,33 Pkt. Dirk H. bekam für die Lukensektion 77,67 Pkt. und ich selbst für meinen Schwergutmast noch gerade 78,33 Baupkt..

In der - C 4 -  startete nach einigen Jahren der Abstinenz, wieder M. W. mit seiner japanischen Flotte im Maßstab 1.1 200. Wie in den Jahren zuvor, traf er wieder auf den polnischen Modellbauer Jacek D. M. W. belegte in dieser Klasse die ersten  3 Plätze. Die Punkte wurden folgendermaßen vergeben: Schlachtschiff „YAMATO“  95, für den schweren Kreuzer „NACHI“ 93,33 und für den Flugzeugträger  „JUNYO“ 93 Pkt. Herr Alfred A. bekam  für seine 3 historischen  Modelle  1:1 250 72,67, 72 und 71 Baupunkte.

Kl. - C 4 - "YAMATO" 1:1250 v. M. Wünschmann (D)


Kl. - C 4 - "NACHI" 1:1250 v. M. Wünschmann (D)


Beim Betrachter der Modelle sollte man sich immer wieder vor Augen führen, dass diese Modelle kleiner als im Maßstab 1:1 000 gebaut sind. Gerade dieser Wettbewerb wurde mit etlichen Schiffchen dieses Maßstabes beschickt.  Obwohl diese Modelle oft mit bloßem Auge nur schwer  im Detail zu erkennen sind, habe ich hier etliche Stunden beim Betrachten dieser Modelle zugebracht. Diese  Bauprüfkommission ließ allerdings auch für die - C 2 - Gutes erhoffen. Hier waren die abgegebenen Wertungen von sehr gut bis gut. Allerdings muss auch hier gefragt werden, ob die Höchstwertung von 100 Pkt. nicht endlich vertretbar gewesen  wäre. Ich denke , eine WM wäre der geeignete Wettbewerb. Insgesamt  starteten 28 Modelle dieser Güte in dieser Klasse. Die  - C 2 -, in der ich mit der „STAHLECK“ und  S.A. VAN DER STEL“ startete, war mit 73 Teilnehmern die stärkste Klasse. Hier war auch von der Qualität das stärkste und höchste  Angebot. Angefangen mit dem englischen Schlachtschiff „VANGARD“ 1:96 vom Schotten Alex Mac F. in 7 Jahren erbaut. Das Schiff, mit einer Gesamtlänge von 2,60 mtr, erdrückte schon fast durch seine Gewaltigkeit. Das Geleitschiff „RD 42“ 1:25 vom Italiener Pierluigi B. hatte ich im ersten Moment fast übersehen, da es auch ziemlich abseits stand. Beim näheren Hinsehen erkannte ich die wunderbare Modellarbeit, wie die gesamten Nieten auf den Plattengängen der Außenhaut und der Feinarbeit an den Kanonen. Die Lackierung an diesem Modell war noch einmal ein Höhepunkt dieser komplexen  Leistung. Unverständlich bleibt auch hier für alle Fachleute das zu gute Abschneiden der chinesischen Modelle. Diese Modelle haben zwar  ein sehr gutes Finisch, geht man jedoch ins Detail, stellt man fest, daß sehr viele Einzelteile, wie Winden, Ankergeschirr, Rettungsboote und Rettungseinrichtungen unter Niveau liegen. Ganz krass traten diese Negativposten an dem Modell „XIANGHONG 10“ Maßstab 1:75 des Chinesen Tianzhien Li hervor. Die Verbeugung der Bauprüfer vor den ach so weit angereisten chinesischen Modellbauer wird ja allmählich schon peinlich. Vielleicht wird uns im umgekehrtem Fall -sollten wir einmal nach China fahren- auch die zurückgelegte Strecke nach Punkten  zugerechnet, persönlich glaube ich das nicht ! In dieser  - C 2 - treten auch jedes mal kleinere Modelle, d. h. unter einem Meter an. Besonders fiel hier das aus der DDR kommende Spezial-Schwergutschiff „BROCKEN“ im  Maßstab 1:100 von Manfred Z. auf. Der Zerstörer „LENIN“ im gleichen Maßstab von Arnold P. aus der DDR gebaut, war schon in Bulgarien in der  - F 2a - mein stärkster Konkurrent der „STAHLECK“. Auf der „LENIN“ stachen besonders die Grätings im Bereich der Brücke und die Detaillierung der Kanonen hervor. Speziell in dieser Klasse haben es immer wieder die kleineren Modelle sehr schwer, einen der vorderen Plätze zu erreichen. Hin und wieder jedoch gelingt durch exakte Bauausführung oder die Besonderheit des Modells solch ein Ergebnis. Meine „STAHLECK“ und der Schlepper „GARANT“, beide mit 90,67 Pkt., sind die besten Beispiele.  Wenn man jedoch die Relation der Punkte zur „S.A. VAN DER STEL“, die nur 91 Pkt . bekam sieht, stellt man fest, irgend etwas kann nicht stimmen. Die übrigen Ergebnisse sind aus der Liste zu entnehmen. Das eine Bauwertung nicht immer für alle Beteiligten die gewünschten und erträumten Ergebnisse bringen kann, liegt auf der Hand, wie sich jedoch H-J. B. aus Lübeck nach Bekanntgabe seiner  berechtigten 87 Baupunkte  für sein Modell „HERMES SCAN“ aufführte, spottete jeder Beschreibung.  Hier konnten der anwesende nauticus-Präsident und andere Nationen sehen, warum wir, der SMC-Hamburg, uns von diesem Modellbauer nach ähnlichen Vorkommnissen 1978 trennten. Das Schlimme war nur, er hat nicht nur sich, sondern vor allen Dingen dem nauticus sehr geschadet. Persönlich hoffe ich, für die Zukunft von solchen Teilnehmern verschont zu werden, national wie international! An dieser Stelle möchte ich jedoch das fabelhafte Verhalten und die sehr gute Kameradschaft der  übrigen Mannschaften hervorheben. Wie immer herrscht ja bekanntlich sehr viel Hektik auf solchen Wettbewerben.  Die belgischen Modellbaufreunde des Liege Marine Clubs zeigten uns, den Teilnehmern gegenüber, eine sagenhafte Hilfsbereitschaft !  Auch dafür mein herzliches Dankeschön.



Kl.  - C 1 - 1:30 zwei chi. Modelle

Die - C 1 - mit 55 Modellen, war die zweitstärkste Klasse. Sehr viele Neubauten zu Jablonec waren hier nicht zu verzeichnen. Wie schon gehabt legte Wolfgang Q. aus der  DDR die Meßlatte mit seiner „LE AVENIR“ im Maßstab 1:100 sehr hoch , hier immerhin mit 96,67 Pkt. Leider wurden dadurch nachfolgende Modelle, bis auf ein chinesisches Flußboot, sehr tief gewertet.. Unseren  chinesischen Modellbaufreunden konnte man ihre Zufriedenheit über solch  großartigen Geschenke    - 3 x Gold - anmerken. Vielleicht schreibt  ein selbst Betroffener dieser Klasse etwas über diese Vorkommnisse.  Mir gegenüber  wurde doch ein großer Unmut aus dieser Klasse klargemacht.  Das Festbankett am Sonnabend bildete den Abschluss der II. - C-WM -. Ein Essen mit 7 Gängen und jede Menge italienischen Wein - gestiftet von der italienischen Mannschaft - sorgte hier für die richtige  Stimmung. Ich selbst beendete für mich um 03.00 h das Bankett, da ich am nächsten Morgen um 08.00 h meine Modelle verladen wollte. Gegen 09.30 h, nachdem ich mich von allen  meinen Freunden verabschiedet hatte, fuhr ich  dann in Richtung Hamburg, wo ich dann auch  endlich gegen  14.00 h eintraf. Die nächste - C -WM - soll 1985 in Rastatt stattfinden, oder wie auch gesagt wird, in Baden-Baden. Persönlich würde ich mich freuen, auch dort wieder teilnehmen zu können.

H.-Jürgen Mottschall

III. Motoren-WM in Stara Zagora (Bulgarien) 4.-11.07.83

Am 1.07. Begann für Roland Häusler und mich das Abenteuer Bulgarien. Morgens gegen 08.30 h , nachdem wir die S.A. VAN DER STEL auf dem Dach des PKW und das übrige Gepäck verstaut hatten, ging die Fahrt in Richtung Stuttgart. Gegen 21.00 h wurde dann das Gepäck und die Schiffsmodelle in Stuttgart in den bereitstehenden Reisebus der Firma Zauner verladen. Kurz nach 22.00 h konnte nun das Abenteuer  Bulgarien fortgesetzt  werden.  Während der gesamten Nacht sowie den folgenden Tag waren wir auf der Autobahn und trafen nach dem Passieren  der österreichischen und jugoslawischen Grenze in unserem Übernachtungshotel „Jagidina“  bei Ni`s gegen 22.00 h ein. Nächsten Morgen um 09.00 h  erfolgte die Weiterfahrt, einige Stunden später konnte die bulgarische Grenze problemlos überschritten werden. Endlich, am Abend gegen  22.00 h sahen wir unser Zielort Stara Zagora vor Augen. In der ersten Nacht achteten wir natürlich wegen der großen Müdigkeit nicht auf das „Hotel“, das traf uns am nächsten Tag um so schlimmer ! Wir hatten ein 3-Bett-Zimmer gemietet, wurden aber das Gefühl nicht los, die Abstellkammer bekommen zu haben. Mit Frühstück hatte jeder von uns für diese paar Tage DM 284,-  bezahlt, aber gemeinsames Unglück lässt sich ja bekanntlich leichter ertragen, wir wollten ja auch nach dem anstrengenden Wettkampfgeschehen nur schlafen Am Montag sollte die Registrierung der Modelle erfolgen. Gleich im Vorwege sei hier gesagt; was war das hier bloß für ein Hick-Hack. Hier mussten wir alle unseren Mannschaftsführer Kurt B. sowie seinen Stellvertreter Dieter M. bewundern. Obwohl unser Kurt aus Duisburg schon allerhand gewohnt war, lernte er hier noch gewaltig dazu. Alle Teilnehmer bewunderten seinen verbissenen  Kampfgeist und sein Stehvermögen für unsere Mannschaft. Wurde doch sogar vom bulgarischen Verband behauptet, wir hätten noch nicht unsere Start- und Hotelgebühren bezahlt. Zum Glück hatte  Kurt sämtliche  erforderlichen Unterlagen parat !

 Was wir hier feststellen mussten war einfach, es war nichts organisiert, weder Startkarten noch Meldelisten oder gar die Zuteilung zu den Startklassen war vorhanden ! Dieser gesamte Papierkram wurde jetzt innerhalb der nächsten 2 Tage geschrieben.  Gegen Mittag erfolgte jetzt endlich die Registrierung, wie sonst üblich, aber keine Vermessung der Modelle.  Das hatte seinen Grund darin, dass hier ein total aus dem Winkel hergestelltes Meßgerät  verwendet werden sollte. Der Höhepunkt war allerdings, dass die Schiffsbreite mit einer ca. 10 Kg schweren Schublehre verwendet werden sollte. Hier war das Maß einfach voll, zumal man vorher meine kleine STAHLECK um glatte 20 mm verlängert hatte und das bei Modellen, die schon etliche Male unter anderem sogar elektronisch vermessen waren.


Einmarsch der deutschen Mannschaft


Eröffnungsfeier vor ca. 25 000 Besucher


Endlich, am Dienstag Abend wurde die III. WM-Motoren eröffnet. Vor dem Stadion formierten sich die insgesamt 17 angetretenen  Nationalmannschaften und marschierten in alphabetischer Reihenfolge in das mit ca. 40 000 Zuschauern besuchte Stadion ein. Was für ein Erlebnis !  Unserer Mannschaft wurde zugejubelt als wären wir die eigene  bulgarische Mannschaft. Nach dem Einmarsch und der Aufstellung der Mannschaften im Stadion, erfolgten die üblichen Reden, vom NAVIGA-Präsidenten Maurice F. angefangen bis zum Bürgermeister der Stadt und wie üblich, den Militärs  der Region. Danach gab es ein sagenhaftes Folkloreprogramm sowie Sport- und Turnvorführungen. Hier lösten sich Gruppen in Stärken  von  weit über hundert Teilnehmern ab. Der Höhepunkt der Veranstaltung war das Zielspringen von 17 Fallschirmspringern, die mit den Nationalflaggen der teilnehmenden Nationen am Fuß, mitten  ins Stadion punktgenau absprangen. Für uns alle eine unvergessliche Show ! Ich denke,  diese gute Stimmung half uns wahrscheinlich auch während der nächsten Tage über so manchen Ärger hinweg.

Kl. - F 2 a - TY-10 1:35 v. Wang Guping TY


Kl. - F 2 a - Amethist 1:50 v. A. Ra. (SU)


Am Mittwoch begann  der Ernst des Wettkampfes, ab 14.00 h sollte die Bauprüfung in den Klassen      - F 2a - / F 2b - erfolgen. Auf einem  ca. 6 mtr. langen Tisch  wurden alle  16 Schiffsmodelle nebeneinander aufgebaut und die Erbauer des Raumes verwiesen. Durch die gläserne Trennwand erlebten wir - die Erbauer - wie gewertet wurde. Ganze 2 mal sahen wir jetzt wie 2 Bauprüfer den Versuch unternahmen, sich die Bauunterlagen anzusehen. Nach  2½ Stunden wurde die offene Bauwertung   vorgenommen. 10 Punkte Unterschied zwischen den einzelnen Bauprüfern waren Gang und Gebe (siehe Ergebnislisten). Der Abstand vom 1. Modell bis zu meinem Modell STAHLECK, das auf den 5. Platz der Bauwertung kam, betrug nur einen Punkt. Meine höchste Bauwertung war 94 Pkt., gefolgt von 3 X 92 Pkt., wobei mir immerhin noch der bulgarische Bauprüfer T.  85 Pkt. zugestanden.  Ich hatte das Gefühl, es war entweder ein Gag oder ganz einfach nur Dummheit ! Mein Trost war jedenfalls immer noch der Fahrwettbewerb, wie es sich am Ende noch zeigen sollte, zu recht. Wie in allen übrigen Klassen dieser WM, wurde auch hier wieder sehr niedrig gewertet. Die Höchstwertung aller  - F 2 - Klassen betrug gerade 93,67 Pkt. Obwohl auf dieser WM selbst von den Bauprüfern immer wieder gesagt wurde, es hätte vom Schiffbaulichen her eine Leistungsexplosion  stattgefunden. Speziell in der  - F 2a - / F 2b - Klasse, muss man sich doch fragen; wann endlich mehr Baupunkte vergeben werden sollen ? Am Donnerstag gegen 14.00 h ging der Fahrwettbewerb der Klasse - F 2a - los. Hier zeigte sich dann, dass die guten Modellbauer obendrein auch noch sehr sicher und exakt fuhren. Für die Zukunft könnte also durchaus das sichere Fahren - mindestens 98 Pkt. - ausschlaggebend sein. Im ersten Durchgang belegte ich mit 94 Fahrpkt. den 5. Platz. Am nächsten Tag im 2. Durchgang, konnte ich mich jedoch mit 100 Fahrpkt. auf dem 2. Platz in der Endabrechnung festsetzen. Der Abstand zum chinesischen Sieger Guping Wang betrug nur einen Punkt, meine bisher beste Plazierung auf einer WM-Motoren. Der ehemalige amtierende Weltmeister T. O. aus Köln belegte mit seiner HALNY leider nur den 6. Platz. J. M. auch aus Köln kam auf den 10., während D. M. aus Oberhausen gar nur den 13. Platz belegen konnte.

In der - F 2b - Klasse lag ich mit meiner S.A. VAN DER STEL nach der Bauwertung mit einem Abstand von 0,67 Baupunkten zum Ersten, auf dem 3. Platz. Fuhr ich im 1. Durchgang nur 98 Fahrpkt., erreichte  ich dann endlich im 2. Durchgang noch die max. 100 Pkt. Hier hatte ich schon nach dem 1. Lauf den 3. Platz sicher. Leider konnte ich mich mit dem 2. guten Lauf nicht weiter verbessern, da meine beiden vor mir liegenden Mitstreiter gleich volle Punkte fuhren. Um den 1. + 2. Platz zu ermitteln, waren jetzt 2 Stechen erforderlich um letztendlich den Sieger Yuming Wei - den alten Titelträger - wieder auf den 1. Platz zu bekommen. In dieser Klasse belegten Jürgen M. und Werner T. gemeinsam, nach hervorragenden 100er und 98er Läufen, den 7. Platz.

Kl. - F 2 b - TJ - 09 1:50 v. Yu-ming Wei (TY)


Kl. -F 6- Containersch. 1:50 ca. 570 cm /140 Kg



In der - F 2c - Klasse fuhr unser Erwin F. einen sicheren 100-Punkte-Lauf und verteidigte somit erfolgreich vor Bernd Vogel aus der DDR und Wolfgang S. seinen MW-Titel. Günter Rudolf konnte leider in dieser Klassen nur den 6. Platz belegen.

Ein Festbankett bildete den Abschluß der III. WM in Bulgarien. Das Festbankett musste selbst bezahlt werden, Nachmeldungen dazu kosteten 20 Dollar! Es war zwar teuer, hatte sich aber trotzdem gelohnt.

Am Montag den 12.07. Wurde die Heimfahrt angetreten. Wie gehabt mit Zwischenstation bei Ni`s, Mittwoch Morgen gegen 07.00 h trafen wir dann endlich wieder in Stuttgart ein. Selbstverständlich ließ es sich unser nauticus - Präsident Edmund Ebert nicht nehmen, uns zu begrüßen, zu gratulieren und nach hause zu verabschieden, ich fand, eine tolle Geste ! Die restlichen 700 Kilometer bis nach Hamburg legten wir wieder mit meinem Wagen zurück. Insgesamt legten wir Hamburger - R. Häusler und ich - 5 500 Kilometer zurück, in der vagen Hoffnung, mit aufs Treppchen zu kommen. Mit großer Sicherheit kann ich sagen, freiwillig hat keiner für mich diesen Platz geräumt! An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön für die gute Kameradschaft der Teilnehmer, insbesondere an den Mannschaftskapitän K. B. und meinem Starthelfer R. Häusler. Auch wenn die Strapazen nicht ohne waren, würde ich sofort noch einmal losfahren.

H.-Jürgen Mottschall

II. Motoren-Weltmeisterschaft 17.-23.08.1981 in Magdeburg - DDR-

Den Wagen vollgepackt, traf ich am 17.08. am Grenzübergang Marienborn-Helmstedt ein und konnte innerhalb weniger Minuten, nachdem die üblichen Grenzformalitäten erledigt waren, in Richtung Magdeburg weiterfahren. Nach insgesamt 280 Km. traf ich dann endlich gegen 12.00 Uhr am Adolf-Mittag-See ein und wurde hier gleich von einer überwältigenden Organisation in Empfang genommen. Innerhalb einer Stunde war ich fotografiert und angemeldet und wenig später die Modelle vermessen.

Transport der S.A. VAN DER STEL


Überg. der NAVIGA-Fahne an den Ausrichter der DDR



 

Natürlich waren die meisten Teilnehmer der BRD schon einen Tag früher eingetroffen und wie üblich, gab es das große Hallo bei der Begrüßung der alten Bekannten.

Die Unterkunft war eine Internatsschule, die gerade Ferien hatte. Am Mittwoch um 09.00 h fand die Eröffnungszeremonie vor der Stadthalle statt. Musikkapelle war genauso vorhanden wie die Ehrentribüne. Mit 6 Mann aus dem BRD-Team übergaben wir die offizielle Navigafahne an den Schiffsmodellsport-Club der DDR. Der Einzug der Teilnehmernationen war wie immer ein farbenprächtiges Bild. Unsere deutsche Flagge wurde von dem noch amtierenden Weltmeister Helmut Thomas aus Köln getragen.

Bei den Eröffnungs- und Festreden wurde zum Erstaunen fast aller Teilnehmer auf einmal von Neutronenbomben gesprochen, dieses gab Anlass zum Protest fast aller westlichen Mannschaftsführer. Unser Mannschaftsführer, der sich am Tag vorher schon recht intensiv um uns bemühte, war wieder einmal Spitze ! Es gab ja wohl nichts, was unser Kurt B. nicht von der WM wusste. Er pendelte wohl ständig zwischen den verschiedenen Startstellen hin und her und war immer zur Stelle, wenn wir ihn brauchten.

Aufstellung der 17 teilnehmenden Nationen


Kl. -F 2 b- Startvorbereitung mit der "VAN DER STEL"


Am Mittwoch morgen um 10.00 h fing die Bauprüfung in der Klasse - F 2a - an. Im Grunde ahnten wir schon als Beteiligte, was jetzt kommen würde. Um 12.30 h wurden dann die Ergebnisse bekannt gegeben. Die höchste Bauwertung mit 93 Baupunkten bekam wieder einmal meine „STAHLECK“, gefolgt von der wunderschön gebauten „HALNY“ des Kölner Modellbauers Theo O. mit 90,67 Baupkt. und dem russischen Modellbauer R. mit 86,67 Baupkt. Für seinen Spezialschlepper „JAGUAR“. Beide Modelle haben für meine Begriffe zu wenig Baupkt. bekommen. Auch hier wurde wie auf allen WM, wieder recht tief gewertet. Nicht nur ich habe mich gefragt, wann die Bauprüfer endlich einmal bereit sind, für die Klassenersten an die 100 Punkte heranzugehen. Offensichtlich werden die Regeln falsch interpretiert ! Persönlich wüsste ich auch gar nicht, was ich um 100 Pkt. zu bekommen, noch alles bauen müsste, die Bauprüfer sagen es mir jedenfalls nicht. Ich glaube, die Herren gehen nur auf Fehlersuche am Modell, anstatt auch das exzellent gebaute Detail zu werten !

Mittags ab 14.00 h wurde dann der erste Fahrwettbewerb begonnen, hier stellte sich wieder einmal heraus, dass alles eine reine Glücks- und Nervensache ist. Ich fuhr leider im ersten Durchgang nur 93 Fahrpunkte und am Freitag im 2. Durchgang das gleiche Ergebnis. Somit hatte ich glücklich den 3. Platz retten können mit einem minimalen Abstand von 0,67 Punkten zum 1. Platz. Erster in dieser Klasse wurde T. Oppenländer mit 96 Fahrpkt. nach einem Stechen mit dem nicht anwesenden R.. Manfred S. aus H.-Misburg belegte hier einen beachtlichen 4. Platz und der vorherige Weltmeister Jürgen M. aus Köln mit seinem Schlepper „WOTAN“ den 8. Platz.

Ab 13.00 h fand inzwischen die Bauprüfung in der Klasse  - F 2b - statt. Auch in dieser Klasse erhielt ich mit meiner „S.A. VAN DER STEL“ zusammen mit dem Rotchinesen Yuming Wei die höchste Bauwertung von 93,33 Baupunkten. Wieder einmal gefolgt vom russischen Kollegen R., der für seinen sauber gebauten Zerstörer 90,67 Baupkt. bekam. Hier kann man schon fast sagen, haben die Bauprüfer gehaust, anders sind diese Ergebnisse nicht zu bewerten !

Vielleicht sollten in Zukunft die Herren Bauprüfer einmal sagen, was wie gebaut werden soll oder muss. Mit solchen Wertungen verjagt man den Modellbauer.  Interessant wäre vielleicht auch, einmal Modelle dieser Herren zu sehen ! Theorie und Praxis würden denn endlich klar zu  Tage treten. Unser Bauprüfer gestand mir sogar; er traute sich nicht, mir für mein Modell mehr als 92 Pkt. zu geben ! Im Übrigen sei auch das neue Wertungssystem schuld, da man nie weiß, was am Ende dabei herauskommt. Ich war doch leicht erstaunt von solch einer Aussage.

Angespannte chi. Beobachter meines ersten Laufes


Startvorbereitung der SONG OF NORWAY v. J. S. (CSSR)


Am Donnerstag fand dann bei strömenden Regen der erste Durchgang für - F 2b - statt. Hier unterlief mir dann der eigene dumme Fehler am Neuner-Tor, vorbei zu fahren, wie ich das geschafft habe, wusste ich auch nicht zu beantworten. Auf jeden Fall fehlten mir im Nachhinein die  9 Punkte. Der Chinese Wei mit seinem Tonnen- und Kabelleger fuhr 94 Punkte und Helmut T. mit seiner „OTTO TREPLIN“ volle 100 Pkt.. Zu meinem Durchgang muss ich sagen; es regnete in Strömen und mit großer Sicherheit hätte man den gewaltigen Regenschauer abwarten können. In jedem anderen Land wäre auch auf den Modellbauer Rücksicht genommen worden, so hatte ich über 3 Stunden zu tun um mein Modell zu trocknen und zu reparieren. Der gesamte Donnerstag war für mich gelaufen.

Am späten Donnerstag Abend wurden noch die Bauergebnisse der Klasse  - F 2c - verkündet. Hier belegte Erwin F. mit 94,67 Baupkt. für seinen Kreuzer „KÖLN“ vor Wolfgang S. mit 93 Pkt. den ersten Platz.

Fachgespräche mit einigen Bauprüfern u. Teilnehmern


- F 2 a - russ. Schlepper AMETHIST v. R. (UDSSR)


Offensichtlich haben die Meckereien gegen die Bauprüfer wohl doch etwas genützt ! Erwin F. machte auch sogleich in seinem ersten Lauf am Freitag Vormittag mit 100 Fahrpkt. vor W. S., der auch 98 Pkt fuhr, seinen Weltmeistertitel perfekt. Das Endergebnis in der Klasse  - F 2c - zeigte dann noch einen guten 4 Platz für unseren Kollegen Günter R..

Am Sonntag fand für mich in der Klasse  - F 2b - der zweite Durchgang statt. Hier fuhr der Rotchinese volle 100 Punkte und ich wieder nur 96. Jetzt musste ein Stechen um den 2 Platz zwischen H. T. und mir herhalten, da wir Dank des guten Laufes von H. Th. punktgleich standen. H. T. gewann dieses Stechen mit einem Punkt mehr. Aber immerhin hatte ich auf einer Weltmeisterschaft noch einmal einen 3. Platz gewonnen. In dieser  Klasse belegten noch die beiden Kollegen Sepp E. den 10. Und Helmut L. den 11 Platz.

Die Siegerehrung fand im Laufe des Nachmittags statt und ich muss sagen, es war für mich ein erhebendes Gefühl, zum zweiten Mal auf dem Medaillentreppchen zu stehen. Gerade die - F - Klassen wurden doch von den Bundesrepublikaner, ganz eindeutig beherrscht.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal die wunderbare Kameradschaft unserer Truppe hervorheben , schade ist, dass H. T. nach diesem Wettbewerb keinen internationalen Wettbewerb mehr fahren wird und somit seine aktive Laufbahn beendet. Gerade er hatte doch viel zur eigentlichen Kameradschaft beigetragen.

Am späten Nachmittag wurde dann endlich die Heimfahrt angetreten und abends gegen 20.00 h traf  ich glücklich mit 2 WM-Medaillen im Gepäck, wieder ein.

H.Jürgen Mottschall

Weltwettbewerb im Schiffsmodellbau Kat „C“  13.-20.09.81 in Jablonec (CSSR)

Nach den  F-Klassen bekam jetzt auch endlich die C-Klasse ihre Weltwettbewerbe. Als ich das erste Mal vom Austragungsort Jablonec hörte, wusste ich nicht, wo dieser Ort liegt. Jetzt werde ich so leicht Jablonec nicht vergessen.

Am Sonnabend den 12.09.81 trafen sich einige Modellbauer schon in Fürth bei Rainer T.. Sonntag den 13.09.81 ging es dann mit einer Karawane von 5 PKW in Richtung Grenzübergang Waidhaus. Ab Mittag war dann auch glücklich der tschechische Zoll passiert, dann konnte endlich die oft abenteuerliche Fahrt in Richtung Jablonec fortgesetzt werden. Nach einem kleinen Fahrtrichtungsfehler in Prag, wurden wir dann vorzüglich von unserer Pfadfinderin Heidi T. in Richtung WM-Austragungsort weitergeleitet. Gegen 20.00 h trafen wir dann glücklich in Jablonec ein. Die zurückgelegten Km auf der tschechischen Strecke werde ich so leicht nicht vergessen.

Nach der Anmeldung mit sämtlichen Formularen und Aufstellung der Modelle fuhren wir jetzt noch ca. 15 Km weiter in den Nebenort Liberec, wo unsere Hotelunterkunft war. Hier wurden wir jetzt schon sehnsüchtig vom Mannschaftsführer Friedrich Heßmer aus Köln erwartet, der uns auch sofort mit den neuesten Informationen zur WM versorgte. Persönlich hatte ich noch einige Schwierigkeiten um, mein Hotelzimmer beziehen zu können. Aber letztendlich wurde auch dieses Problem noch erledigt und um 24.00 h konnte ich endlich ins Bett gehen. 

Im Namen aller deutschen Teilnehmer möchte ich unserem Mannschaftsleiter F. Heßmer ein dickes Lob aussprechen. Offensichtlich passierte weder in Jablonec noch in Liberec nichts, ohne F. H. zu unterrichten.


Die Westdeutsche Mannschaft


- C 1 - L' AVENIER 1:100 von Wolfgang Q. (DDR)


Montags, pünktlich zur  offiziellen Modellregistrierung, waren alle Teilnehmer erschienen. Hier bekamen wir auch schon den ersten Eindruck unserer starken Konkurrenz und haben uns doch ganz schön erschrocken!

Im großen Rathaussaal nahm am Dienstag der erste Bürgermeister der Stadt die feierliche Eröffnung des  I. C - Weltwettbewerbs vor. 

Nach der Vereidigung der Bauprüfer ging es dann gleich zur Sache, sprich Bauwertung der Klassen - C 2 - / - C 3 -. In den Klassen waren 69 Modelle - C 2 - und 47 Modelle - C 3 - angetreten. Wenn ich an die Arbeit der Bauprüfer denke, kann ich nur sagen; der Teilnehmer hat jetzt das bessere Los gezogen, hatten wir doch nur auf die Ergebnisse zu warten.

Kurz nach Mittag waren dann auch wir westdeutschen Teilnehmer mit unserer Bauprüfung dran. Wie es sich gehört, musste ich sofort den Anfang machen. Natürlich ist eine Bauwertung auch für den zu Bewertenden nicht immer einfach, ich hatte jedoch aufgrund meiner guten Unterlagen keine Probleme. Offensichtlich hatte ich mich nach den Mienen der Herren zu urteilen, relativ gut verkauft. Es fällt immer wieder auf, dass die Dokumentation einiger Teilnehmer mehr als bescheiden ist. Der allgemeine Tenor unter den Teilnehmern zur Fachkompetenz der Bauprüfer war so, dass wir ein großes Fachwissen und eine große Sorgfalt bei der Überprüfung der Modelle feststellen konnten. So wie ich, hatten auch die übrigen Teilnehmer von uns ein gutes Gefühl.

Die gegenseitige Hilfe unter den westdeutschen Teamkollegen war hier besonders hervorzuheben. Im Laufe des Wettbewerbs wurde aus unserer Mannschaft ein richtig gutes Team. Gegen 20.00 h war die Stunde der Wahrheit gekommen. Die offene Wertung der Klassen - C 2 -/- C 3 - erfolgte nun endlich. Wider Erwarten bekamen R. T. und ich je 2 Goldmedaillen. G. D. und T. O. je eine Silbermedaille, G. Dürr, K. H. und E. R.   

Die Klasse - C 3 - brachte für mich noch eine Silber- und für O. L. eine Bronzemedaille. Nach diesem Medaillensegen  hatten wir natürlich recht gute Hoffnungen für die übrigen Klassen.



-C 3 - ROYAL SOVEREIGN 1:48 Artur Molle (B) eine über zwölfjährige Modellarbeit

Am Donnerstag kamen dann endlich die Klassen - C 1 - mit 48 Modellen und - C 4 -  mit 24 Modellen zur Wertung. Hier hatten wir noch ganz heiße Eisen im Feuer und siehe da, in der   - C 1 -  bekamen S. Verbeeten und E. B. je einmal Gold. S. V. bekam jetzt noch  2 Silber-  und G. Wicke noch einmal eine Bronzemedaille.

Die  - C 4 -  Kl. brachte für E. B. noch eine Bronzemedaille. Alle Medaillen, die wir hier gewannen, haben wir gegen eine sehr starke  Konkurrenz  gewonnen. Wie lange jeder diesen Anforderungen noch mitmachen will, sollte man sich genau überlegen.

Den Veranstaltern solcher Wettbewerbe hat man mit diesem Wettbewerb schon Maßstäbe gesetzt.. Wenn ich daran denke, dass ständig 4 Busse parat standen, die während der 8 Tage für den Pendelverkehr und den Besichtigungen bereit waren. Das Rahmenprogramm mit den Besichtigungen in den Bleikristallfirmen und der Ausflug nach Prag war natürlich eine sehr gute Auflockerung  des Wettbewerbs. Wir, die Teilnehmer, konnten nur feststellen, dass hier eine perfekte Organisation tätig war, die selbst für die jeweiligen Dolmetscher gesorgt hatte. Wir hatten ja immer unsere Helena. 

Kl. - C 1 - SAN FILIPE 1:100 v. N. S. (BG) Bauzeit ca. 6 000 Hobbystunden

Das am Sonnabend die Siegerehrung im Rathaus unter Leitung des Bürgermeisters stattfand, muss nicht besonders erwähnt werden. Was besonders auffiel, war die große Herzlichkeit, die uns entgegen gebracht wurde. Das speziell ich mich zu den gewonnenen Medaillen freute, ist hoffe ich, nachvollziehbar.

Am Abend ging es dann zum Festbankett. Dass man, bevor man das kalte Büfett erreichte, erst einen Begrüßungsdrink bekam, war auch hier wieder selbstverständlich. Kaum saßen wir, gab es schon wieder Abendessen, dazu natürlich einen guten Wein. Eine sehr gute Kapelle sorgte für die musikalische  Untermalung des Abends. Im Laufe des Abends erlebten wir noch eine gewaltige Überraschung. Die 3 Klassenersten bekamen hier jeder eine handgeschliffene Bleikristallvase.  Das sich meine Frau darüber besonders freute, ist wohl selbstverständlich. Auf dem Höhepunkt der Stimmung wurde die Rückfahrt in das Hotel angetreten. Alle Teilnehmer waren sich einig, diese WM hat auch hier wieder Maßstäbe gesetzt. Vor allen Dingen wegen der besonderen Herzlichkeit !

Sonntags wurde die Heimfahrt angetreten, allerdings nicht ganz reibungslos. Unser G. E. bekam einen Motorschaden. Das hieß für mich, der ich den stärksten Wagen hatte, 20 Km bis Prag schleppen. In Prag einen Abschleppwagen besorgen bis kurz vor die Grenze aufgeladen und von dort wieder von mir im Schlepp über die Grenze bis Waidhaus zur dortigen Reparatur zu bringen. Dort konnten wir dann endlich die defekte Wasserpumpe mit Bordmitteln austauschen. Um 20.00 h trat ich die direkte Heimfahrt nach Hamburg an, wo ich dann endlich um 03.30 h eintraf.

Fragt man sich; ob sich die insgesamt 2 383 zurückgelegten Kilometer gelohnt haben, muss ich sagen, es hat sich gelohnt. Persönlich habe ich wieder sehr gute Freunde  gewonnen, aber auch sog. Freunde genauer kennen gelernt.

H.-Jürgen Mottschall

 

Bericht über die I. Weltmeisterschaft der Schiffsmodellbauer

 



Die 1. Weltmeisterschaft fand am 23.8.-31.8.79 in Duisburg statt.

Am 23.8.79 traf ich in Duisburg auf dem Regattagelände ein. Natürlich musste ich mich erst einmal registrieren lassen. Frohen Mutes stellte ich mich an das Ende der riesigen Reihe im Glauben, es wird schon nicht so schlimm mit der Warterei! Nach 3 Stunden hatte ich ca. 3m zurückgelegt, und nach 5 Stunden war ich dann endlich mit der Registrierung fertig. Der Werdegang war: Vorregistrierung, Fotoabteilung mit Laufpaß und Hauptregistrierung. Nicht nur ich habe mich gefragt, wie es möglich sein kann, dass Teilnehmer, die überhaupt nicht gemeldet waren, nachregistriert wurden Für diese Neustarter mussten jetzt Bielbriefe ausgestellt werden und einer musste sogar das fehlende Bild im Bielbrief durch eine Zeichnung ersetzen. Ich habe mit meinen Leidensgenossen nur noch gestaunt, wie so etwas auf einer Weltmeisterschaft möglich ist. Meine Hochachtung für die wenigen Modellbaufreunde des Duisburger Clubs und deren Freunde, die diese gewaltige Arbeit leisteten, und dabei nicht die Nerven verloren.'

Als nächstes wurde mein Schiffsmodell, die "STAHLECK" - Klasse F 2a - in der Länge und Breite vermessen. Jetzt - nach 6 Stunden – konnte für mich die WM anfangen.

Am Freitag dem 24.8. begann jetzt mit dem Einmarsch der beteiligten Nationen-Mannschaften der offizielle Teil der V. Gleich bei dieser Gelegenheit soll auch nicht das rege Interesse des Duisburger Publikums vergessen werden. Jeden Tag waren Tausende, am Sonntag sogar über 30.000 Besucher anwesend. Die feierliche Eröffnung wurde von dem Naviga-Präsident  Maurice F. vorgenommen. Nach dem Aufzählen aller guten Taten des Naviga-Verbandes, einiger weniger Verdienter und der Vereidigung der Schiedsrichter konnte nun die 1. Weltmeisterschaft beginnen.

Am 13 Uhr wurde es jetzt für die naturgetreuen Modellbauer ernst. Hier wurde in den Modellklassen EH (Handelsschiffe) und EK (Kriegsschiffe) und die F2c-Klasse (Modelle über 170 cm Länge) die Bauprüfung vorgenommen. Die anwesenden Modellbauer mussten nun den  Herren der Bauprüfkommission Rede und Antwort über ihr Modell stehen. Um 17.30 Uhr wurde die offene Wertung gezeigt, d.h. Das Ganze sieht ähnlich wie beim Eiskunstlauf aus! Auf großen DIN-A-4-Tafeln wurden die jeweiligen Ergebnisse der 5 Bauprüfer auf Kommando gezeigt: Das bewertete Schiffsmodell wird während des Vorganges dem Publikum vorgestellt. Es gab nun nicht nur vom Zuschauer einiges murren, sondern auch vom aktiven Modellbauer. Es wurde sehr niedrig gewertet,  und bei einigen Modellen recht extreme Werte festgestellt. Hier wurde wieder einmal deutlich, dass einige Bauprüfer nicht bereit sind, das Tagesangebot zu akzeptieren, wie es die Naviga-Regel vorschreibt. D.h. es können maximal 100 Punkte vergeben werden: Bei einigen Herren stellt man immer wieder fest, dass im Hinterstübchen ihres Kopfes von irgendwo ein besseres Modell hängen geblieben ist, entsprechend legen sie die Maßstäbe immer wieder an! Das wurde mir auch im Gespräch mit zwei der Herren bestätigt. Gut, auch wenn 100 oder 99 Baupunkte vergebens angepeilt werden, sollte man aber ruhig bis auf 98 Punkte vergeben. Dadurch wäre ja wohl auch dem Bauprüfer gedient, der jetzt einen größeren Spielraum zur Verfügung hätte. Während der gesamten,  Bauprüfung in allen Klassen wurde nur ein Durchschnitt von 94,33 Baupunkten als Höchstes vergeben. Die beigefügten Ergebnislisten geben darüber genaue Auskunft. Über diese Punktvergabe waren die viele meiner Mitstreiter nicht einverstanden. Bei diesem gezeigten System drängelten sich wieder einmal zu viele Modelle in einem ganz engen Spielraum. Wenn man jetzt noch die Fahrwertung von max. 100 Punkten hinzuzieht, kommt man wieder zu dem Schluss, es ist die Klasse der Geschicklichkeitsfahrer mit etwas Bauwertung.

Am Samstag folgte nun die Bauprüfung der Klasse F 2 b (110 cm - 170 cm) Hier merkte man, dass die Bauprüfer jetzt eingespielter waren. Es fiel auf, dass die einzelnen Wertungen für 1 Modell nicht all zu weit auseinander lagen. Jedoch wurde wieder allgemein tief gewertet! Ich denke dabei immer wieder an das wunderbare Linienschiff "NAPOLI" des DDR-Modellbaufreundes Arnold P.! Ich erlaube mir diese Kritik als geschulter Bauprüfer des Nauticus und als bestätigter Modellbauer.

Am Sonntag war dann auch meine Bauklasse - die F 2 a - an der Reihe. Während der Bauprüfung wurden mir jetzt von den 5 Bauprüfern die verschiedensten Fachfragen zu dem Modell "STAHLECK" gestellt. Leider fehlte jedoch diesen Herren, wie praktisch immer auf Wettbewerben,  die Zeit, um sich richtig und intensiv mit dem jeweiligen Modell zu befassen! Ich persönlich stellte jedoch auf jeden Fall ein reges Interesse der Herren fest! Hier wäre ein Ansatzpunkt, mehr Zeit für den Bauprüfer zu geben, um nicht unter dem ungeheuren Zwang 20 Spitzenmodelle in 2 Stunden werten zu müssen. Unter diesem Zeitdruck ist es ganz natürlich, dass das eine oder andere Modell nicht richtig eingeschätzt wird.' Gegen Mittag war jetzt die offene Wertung.

94,33 Pkt. höchste Wertung der Klasse


Noch ganz zufrieden


Ich war wieder einmal ganz aufgeregt, denn erstens ist es die 1. WM. und zweitens sind ja immer wieder die Ansichten über Modellbau verschieden. Endlich wurde ich aufgerufen und siehe da: Ich bekam die höchste Bauwertung der WM (94,33 Punkte) ! Ein Erfolg, den ich selbst gar nicht eingeschätzt oder gar angepeilt hatte. Die Konkurrenz war diesmal einfach zu stark. Jetzt hatte ich es also in der Hand, zusammen mit der Fahrprüfung den 1. Platz zu belegen, das sollte sich aber noch  gewaltig ändern. Am Sonntag fand auch zur gleichen Zeit die 1. Fahrprüfung der Klassen F 2 b und F 2 c statt, und siehe da, alle Fahrprofis fuhren auch bei gutem Wetter an den Toren vorbei. (Nerven!)

Am Montagmorgen wurde der 1. Durchgang in meiner Klasse gefahren. Genau wie am Tag zuvor fuhren auch wir, bis auf Jürgen M. aus Köln, alle unter 100 Punkte. Ich selbst hatte sogar nur 87 Pluspunkte, wesentlich weniger als ich sonst fahre. Im Gegensatz zu Sonntag wehte jedoch bei unserem Lauf ein ganz schöner Wind. Damit mussten jedoch alle fertig werden. Leider ist jedoch gerade mein Schiff durch den hohen Aufbau sehr empfindlich. Gerade im Dockmanöver, wo jedes Modell 3 Sekunden lang nichts berühren darf, wurde mir dieser hohe Aufbau zum Verhängnis. Zum Glück stand jedoch der 2. Lauf am Donnerstag an. Die Platzierung lautete am 1. Tag: 1. Jürgen M. aus Köln, 2. Jury S. (Sowjetunwon), 3. Günter .E.  (DDR) und ich selbst Jetzt folgte wie allgemein sehr oft auf diesem Wettbewerb, sehr viel tote Zeit für uns, dem naturgetreuen Modellbauer.

norw. Küstenpanzerschiff Helmut S. (DDR)


russ. Heckfänger Jury S. (UDSSR)


Erst am Donnerstag wurden die 2. Durchgänge gefahren. Hatten wir noch am Montag über den  Wind geschimpft und geglaubt, das war ein einmaliger Wetterausrutscher, wurden wir jetzt eines besseren belehrt. Der Wind fegte die gesamte Regattabahn entlang und baute jetzt entsprechende Wellen speziell in unserer Ecke auf. Allein im Dock waren Wellen von 10 cm Höhe normal. Als ich dem anwesenden technischen Leiter der Veranstaltung Herrn Werner Q. die Frage stellte, ob man nicht einen Schlengel vor unser Kursdreieck ziehen könnte, bekam ich nur ein Schulterzucken als Antwort. Dieser Schlengel war immerhin im Programmheft unter Punkt 16 eingezeichnet. Der Schlengel hätte zwar nicht den Wind wegnehmen können, aber diese riesigen Wellen für unsere Modellschiffe hätten sich erst gar nicht aufbauen können.' Immerhin baute man den Rennbootfahrern  auf der gegenüberliegenden Seite nach lautstarke Protest diese Absperrung auf. Hierbei nahm man auch die Wiederholung der ersten Läufe der Rennbootklassen in Kauf. Das man für diese Absperrung EH und EK- Fahrern den Kurs abbaute, spielte offenbar keine Rolle. Hier muss ich für meine Leidensgenossen sagen, dem Veranstalter waren ganz offenbar die naturgetreuen Schiffsklassen vollkommen egal, ich habe jedoch die Hoffnung, dass sich diese Vorkommnisse 1981 in Magdeburg nicht so krass  wiederholen! Bei diesen hohen Wellen kamen jetzt auch etliche Schiffchen mit erheblichem Wassereinbruch zurück. Ich selbst habe den Kreuzer KÖLN des Modellbaufreundes Erwin F. gerade noch zu fassen bekommen, sonst wäre er direkt am Steg abgesoffen. Gut, man mag jetzt sagen, soll er doch sein Schiff abdichten, aber einen Schlengel hinauszuziehen wäre ja wohl ein leichtes, zumal die Vorrichtungen dafür vorhanden waren. Ich hoffe nur, dass die Schiffe mit Wasserschäden nicht noch größere Folgeschäden erleiden. Überhaupt wurde vom belgischen Startstellenleiter nicht all zu viel Gutes von sich gegeben. Für diesen Mann war wohl das gesamte Regelwerk der Naviga ein riesengroßes Fragezeichen!

Sämtliche Starter fragten nach den ersten Durchgängen, ob nun der belgische oder der offizielle Naviga-Kurs gefahren werden sollte. Um 13 Uhr folgte jetzt für mich die Stunde der Wahrheit. Da alle großen Konkurrenten diesmal vor mir fahren mussten, kam für mich doch wieder eine gewaltige Spannung auf.' Und wieder schafften meine Sportsfreunde vor mir wieder nicht die vollen 100 Punkte. Auf meiner "STAHLECK" klebte ich die Glattdecklukendeckel mit Tesaband zu und  dann ging es los. Es war so eine Sturmfahrt, dass sogar die Schiffsschrauben leer schlugen! Der Wind drückte mich sogar am leichtesten Tor vorbei. Bei Abfahrt des Schiffes hatte ich schon im Stillen zu  70% mein Schiff auf dem Grund gesehen, aber es hielt schwimmend durch. Insgesamt fuhr ich wieder 13 Fehlerpunkte. Jetzt stand das Stechen um den 3. Medaillenrang an, denn Jürgen M. hielt seinen 1.Platz genau wie Jury S. seinen 2. Platz.

Heckfänger MOMERIA Günter E. (DDR)


Am Ende nur der 4. Platz


Vor meinem Stechen musste jetzt jedoch die F 2 b-Klasse ihren 2. Durchgang fahren. In dieser Klasse belegten die Kölner Modellbaufreunde Helmut Thomas mit einem sagenhaften 100-Punkte-Lauf den 1. Platz und Hans S. den 2. Platz. Wieder einmal ein riesiger Erfolg für den nauticus! Der eigentliche Favorit dieser Klasse, Arnold P. (DDR), belegte hier den 3. Platz.

   Um 18.30 Uhr folgte jetzt das Stechen zwischen Günter E. und mir. Meinen ersten Lauf fuhr ich jetzt bei optimalen Bedingungen und trotzdem 2 x am 6-er Tor vorbei. Günter E. fuhr jetzt nur 1 x  am 6-er vorbei und patzte im Dockmanöver, war jetzt aber um einen Punkt besser und hatte den 3. Medaillenrang.' Trotzdem von meiner Seite einen herzlichen Glückwunsch zu dieser fairen sportlichen Leistung . Natürlich war ich nicht ganz glücklich über meinen 4. Platz, aber ich meine, es ist doch auch ein ganz schöner Erfolg, gerade auf einer WM. Die Siegerehrungen bildete dann am Freitag gegen 16 Uhr den Abschluss der „WM“ wieder vor einer sagenhaften Publikumskulisse. Leider waren zu diesem Zeitpunkt doch schon recht viele der Teilnehmer abgereist. 

Ich hoffe jetzt, dass ich die nächste Qualifikation auf der Deutschen - Meisterschaft 1980 schaffe, um in Magdeburg wieder dabei sein zu können. Trotz einiger Mißstände machte es doch Spaß und man lernte hier und da doch den einen oder anderen Modellbaufreund näher kennen.

H.-Jürgen Mottschall

3. Europameisterschaft der - C 1 - bis - C 4 –  16.bis 24.09.78 in Cannes (F)

Alle 2 Jahre wird die C-EM - Leistungsklassen der Standmodelle - ausgetragen, nach Como in Italien war diesmal Cannes am Mittelmeer Austragungsort. Die Ausstellung fand im Palast der Filmfestspiele an der bekannten De La Croisette mitten in Cannes statt. Teilnehmen durften nur die jeweils 12 Ersten  der nationalen Landeswettbewerbe. Bei uns war ja bekanntlich kurz vorher am 24./25.Juni die Bundesmeisterschaft in Hannover-Misburg gelaufen.

Teurer Modelltransport wehe es passiert etwas!?


Unsere recht erfolgreiche Mannschaft


Am 14.09. fuhr ich dann endlich in Richtung Cannes ab. Die Generalrichtung war jetzt über Kassel, Frankfurt, Freiburg, dem Grenzübergang Mühlhausen nach Frankreich, von dort über Lyon, Aix-en-Provence nach Cannes. Nach 1680 Km und 17 Stunden Fahrt traf ich dann endlich in Cannes ein. Wenn ich ehrlich sein soll, doch recht kaputt. Am 16.09. Konnten die Modellschiffe im Palast der Filmfestspiele aufgebaut werden. Hier war alles sehr gut vorbereitet. Die Plätze mit den Startnummern waren vorgegeben sowie eine sichere Absperrung zum Besucher gewährleistet. Erst hier in Cannes erfuhr ich dann wer unser Mannschaftsführer war und muss gleich im Vorwege sagen, unser Herr H. war einfach Spitze!  Es gab nichts, was er über den Ablauf nicht wusste, und war auch immer im richtigen Augenblick zur Stelle. H. H.r erfuhr selbst erst 4 Tage vor Abfahrt nach Cannes, dass er der Mannschaftsführer war. Insgesamt wurde Deutschland von 10 Modellbauern mit 15 Modellschiffen vertreten.

Da gleichzeitig zur EM auch die nationale Meisterschaft der Franzosen mit ihrer - C 5 - Klasse ablief, waren weit mehr als die in Klammern auftauchenden Zahlen vertreten. Die - C 5 - Klasse (Buddelschiffe) ist noch eine französische  nationale Klasse, die jedoch mit großer Sicherheit auch bei uns einmal eingeführt wird.

Die Bauprüfkommission setzten sich  für die Klassen - C 1 - und - C 3 - aus folgenden  Herren zusammen: Leiter: Ebert (DDR), T. (Belgien), B. (Deutschland), P. (Frankreich) und S.  (Bulgarien).

In der - C 1 - Klasse (33 Modelle) sind nur historische Modelle bzw. Schiffe ohne maschinellen  Hauptantrieb vertreten. Die  - C 3 - Klasse (32 Modelle) besteht aus Schiffsanlagen, Schiffsquer- oder Längsschnitte sowie Hafenanlagen. Selbstverständlich in den unterschiedlichsten Maßstäben.

Die Bauprüfkommission der Klassen  - C 2 - und - C 4 - wurde von folgenden Herren gewertet: Leiter S. (Frankreich), F. (Belgien), G. (Italien), F. (DDR) und L. (Polen).

In der - C 2 - Klasse (49 Modelle) sind die neuzeitlichen Schiffe vertreten. Während die Klasse - C 4 - nur mit Modellen die kleiner als im Maßstab 1:250 erbaut sind mit (18 Modellen) vertreten war. Speziell die Klasse - C 4 - ist häufig mit Modellschiffen des Maßstabes 1:1000 bis hin zu 1:1800 vertreten , also mit Modellausführungen die oft nur noch mit einer starken Lupe zu betrachten sind. Die Klasse - C 2 -, in der ich mit meinen Modellen „S.A. VAN DER STEL“ und „BOMMA“ vertreten war, waren insgesamt weit über 60 Modelle vertreten. In allen Klassen waren mehr als 200 Modelle  vertreten Am Dienstag kam es zur offenen Wertung der - C 1 - Klasse. Hier kam es zu den ersten Goldmedaillen für die Bundesrepublik Deutschland durch Siegfried V.. Dieser Erfolg ließ natürlich auch für die übrigen Klassen hoffen und drückten jetzt jeder für jeden den Daumen. In der Bauprüfung konnte ich feststellen, dass von einigen Bauprüfern die Bauunterlagen und das sonstige Material sehr genau mit den Modellen verglichen und wenn nötig auch nachgemessen wurde. Gerade diese Prozeduren wurden dann auch immer wieder im Beisein des Erbauers vorgenommen. Selbst ich, der doch eigentlich ein ziemlich dickes Fell hat, kam , als am Dienstag meine Modelle gewertet wurden, ins Schwitzen. Besonders an meinem Modell „S.A. VAN DER STEL“ wurde immer und immer wieder mit der Schieblehre nachgemessen und zu meinem Trost keine Unterschiede zum Bauplan festgestellt. Das ließ natürlich hoffen ! Das eigentlich schlimme waren die Sprachschwierigkeiten mit den Bauprüfern, die leider nicht selten nur ihre Landessprache beherrschten. Irgendwie  wurde auch diese Tortur überstanden und nun fing das große Warten auf die Ergebnisse in meiner Klasse an. Damit das Ganze für mich noch spannender wurde, kam die offene Wertung erst am Donnerstag heraus.

Am Mittwoch war der sog. Ruhetag für alle, sodass eine Gemeinschaftsfahrt nach Monaco unternommen wurde. In Monaco besuchten wir das Meeresmuseum des französischen Meeresforschers Jaques Custeau, für mich ein einmaliges Erlebnis ! Dieses Museum ist, glaube ich, wohl einmalig, allein das Aquarium mit Vielfalt an Fischen und sonstigem  Meeresbewohnern. Ein phantastisches Mittagessen oberhalb von Monaco bildete den Abschluss des Ausfluges.

Der Donnerstag Mittag offenbarte uns endlich unsere Wertungen der - C 2 - Klasse. Ich war etwas nervös, denn ich hatte vorher hier und da etwas läuten hören und siehe da, es gab für mich eine Gold- und eine Bronzemedaille. Ein Erfolg mit dem ich eigentlich bei der gewaltigen Konkurrenz nicht so recht glauben konnte. Unter Strich waren jetzt alle Mühen und die sog. Selbstüberwindungsstunden in der Kellerwerkstatt vergessen -es hat sich gelohnt- ! Dachte ich der Freitag rundet meinen persönlichen Erfolg mit der Silbermedaille in der Klasse - C 3 - für den 150 to. Schwergutmast ab, hatte ich mich getäuscht. Es sollte noch viel besser kommen!

Am Sonnabend den 23.09. War dann die große öffentliche Ehrung der Gewinner. Hier kam nun alles was Rang und Namen in der NAVIGA hatte, auf der Dachterrasse zusammen, dass der Bürgermeister der Stadt Cannes mit seinem Gefolge nicht fehlen durfte, war fast schon eine Selbstverständlichkeit. Für die jeweiligen Klassenersten gab es einen Pokal. Dem jüngsten  Modellbauer der EM ehrte man mit einem Extrapokal.  Für mich der schon rund um zufrieden war kam jetzt die größte Überraschung mit der Sonderauszeichnung von französischen Departement für Kunst. Diese Ehrung war die Auszeichnung für das schönste und eleganteste Modell aller Klassen des Wettbewerbs - für die „S.A VAN DER STEL“-. Diese Auszeichnung war für mich die Krönung des gesamten Wettbewerbs. Das nach der offiziellen Ehrung das große Händeschütteln einsetzte, war glaube ich leicht nachvollziehbar. Zur Siegerehrung wurden die jeweiligen Medaillen von Mädchen in den französischen Landestrachten auf Kissen den Herren Prof. Dr. Dr. Artur B. (Vizepräsident der NAVIGA) und  dem Präsidenten der NAVIGA, die Ehrungen vornahmen, zugeführt. Für die Teilnehmer mit Sicherheit eine phantastische Ehrung, lebt doch der Künstler auch von solchen Ehrungen. Nachdem die Ehrungen überstanden waren, ging es an die inzwischen auf der Terrasse eröffnete Sektbar um hier erst einmal die ganze Freude zu begießen.

GOLD-SILBER-BRONZE Auszeichnung


Sowie der KUNSTEHRENPREIS der Europameisterschaft


Pünktlich Sonntag um 08.00 h wurden die Modelle an die Eigentümer übergeben und es konnte die Heimfahrt angetreten werden. In der Nacht von Sonntag auf Montag um 02.15 h traf ich dann endlich nach 1 680 Km Fahrt bei mir zu Hause ein. Es war eine gewaltige Strapaze, aber für mich hat sie sich wieder einmal gelohnt. Nur auf solchen Wettbewerben hat man einen tatsächlichen Anhaltspunkt, wo man im Modellbau steht. Persönlich habe ich sehr viel dazugelernt, konnte aber auch gleichzeitig wertvolle Tips weiter geben. Die dort versammelten Modelle zu beschreiben, würde wohl diesen Rahmen sprengen. Aus diesem Grunde habe ich auch sehr viele Dias geschossen und werde sie bei passender Gelegenheit auch zeigen.  

H.-Jürgen Mottschall